Entwickler waren schon immer der Schlüssel für Innovationen im Web. Sie ermöglichen auch den Ausbau des Web als Plattform, um die Entwicklung und Distribution von Apps voranzutreiben. Mit den neuen Referenzgeräten, Tools und WebAPIs katalysiert Mozilla das Wachstum von Web-Apps und durchbricht Stück für Stück die Grenzen und Beschränkungen, die andere App-Ökosysteme mitbringen. Das Web vereinfacht nicht nur die App-Entwicklung und reduziert die Fragmentierung, sondern ermöglicht den Entwicklern auch eine direkte Kundenbeziehung mit der Option, eigene Apps selbst zu hosten oder sie über den Firefox Marketplace anzubieten.
Vision Mobile hat vor kurzem einen Bericht veröffentlicht, der ein gewachsenes Interesse an Firefox OS unter Entwicklern zeigt. In nur sechs Monaten stieg das Interesse der Entwicklercommunity an Firefox OS um 7 %. Zudem unterstreicht der Bericht, dass in Q1 2014 bereits 52 % der Mobilentwickler HTML5 für mobile Websites oder Web-Apps nutzen. Weitere 16 % gaben an, HTML5 zukünftig verwenden zu wollen. Einer aktuellen Prognose von Strategy Analytics zufolge wird sich die Anzahl der Entwickler von mobilen Apps für Firefox OS nächstes Jahr verdreifachen – ein Anstieg, der von keiner anderen mobilen Plattform erreicht wird.
Nick Dillon, senior analyst bei Ovum gibt ebenfalls zu: “Ovum was somewhat skeptical of the chances for Firefox OS at the start of 2013, but it is hard not to be impressed by the progress it has made over the last 12 months. It has gone from having prototype software and no commercial hardware or solid commitments from mobile operators to having three devices available across 14 countries and seven mobile operators. Although the company is yet to announce any sales figures, it has revealed that there have been 425,000 unique visitors to the Firefox OS Marketplace since July 2013. This demonstrates at least a promising level of interest from consumers, and certainly more than the other alternative OSs can currently claim.”
Dieser Dynamik kommt vor allem zugute, dass bereits Millionen Web-Entwickler in HTML5 programmieren. Diese Entwickler haben großes Interesse daran, auch Anwendungen für den Mobilbereich zur Verfügung zu stellen ohne vorher eine neue Programmiersprache erlernen oder Fachingenieure bezahlen zu müssen, die sich um spezifische Mobilplattformen kümmern.
Die folgenden erweiterten Referenzgeräte, Tools und WebAPIs sollen das Wachstum des Firefox OS Ökosystems weiter vorantreiben und aufzeigen, warum das Web eine mächtige Plattform für die Entwicklung und Distribution von Apps ist.
Neues Referenz-Smartphone
Auf dem MWC präsentiert Mozilla sein neues Entwickler-Referenz-Smartphone, das Firefox OS Flame. Damit können Entwickler die Möglichkeiten von Firefox OS in einer realen Umgebung mit einem mobilen Netzwerk und echten Hardware-Eigenschaften wie Beschleunigungsmesser, NFC und Kamera testen. Ebenso wie im Handel erhältliche Firefox OS Smartphones wird das Flame-Entwickler-Referenz-Smartphone von einem Qualcomm-Prozessor angetrieben. In diesem Fall ist es ein leistungsfähiger 1,2 GHz Dual-Core-Prozessor mit dem Entwickler ihre prozessorintensiven Spiele und Apps problemlos testen können. Entwickler, die ihre Apps auf bestimmte Firefox OS Smartphones mit kleinerer Speicherkapazität ausrichten möchten, können die RAM-Kapazität des Flame von 1 GB auf 256 MB herabsetzen und auf diese Weise prüfen, wie sich ihre Apps auf schwächer ausgestatteten Geräten verhalten. Das Flame bietet Entwicklern und Early Adoptern außerdem Zugriff auf die neuesten Firefox OS Builds. Somit können sie Nightly Releases testen und zum Ausbau der gesamten Entwickler-Plattform beitragen.
Technische Daten vom Firefox OS Flame (Referenzgerät):
• Qualcomm MSM8210 Snapdragon, 1,2 GHz Dual-Core-Prozessor
• 4,5”-Display (FWVGA 854x480 Pixel)
• Kameras: Rückseite: 5MP / Vorderseite: 2MP
• 3G UMTS Quadband (850/900/1900/2100)
• 8 GB Speicher
• 256 MB bis 1 GB RAM (einstellbar durch Entwickler)
• DUAL SIM support
• A-GPS, NFC
• Akkukapazität: 1.800 mAh
• WiFi: 802.11 b/g/n, Bluetooth, Mikro-USB
Firefox OS unterstützt PhoneGap
PhoneGap, das führende Entwicklertool für die plattformübergreifende Erstellung von Apps, setzt auf die vor vor kurzem bekanntgegebene Firefox OS Integration in Cordova. Das populäre Open-Source-Projekt der Apache Foundation ermöglicht das Verpacken von HTML5-Applikationen als native Apps.
PhoneGap ist ein Framework für mobile App-Entwicklungen, das von mehreren Hunderttausend Entwicklern eingesetzt wird. Es basiert auf dem quelloffenen Apache-Cordova-Projekt und ermöglicht die Entwicklung von Apps mit HTML, CSS und JavaScript. Entwickler können damit Apps für eine Vielzahl mobiler Geräte bereitstellen, die die gleichen Fähigkeiten besitzen wie native Apps. Dank der Firefox OS Integration können Entwickler jetzt ihre vorhandenen PhoneGap-Apps in wenigen Stunden und mit minimalem Arbeitsaufwand zu Firefox OS portieren. Weitere Informationen finden Sie im Hacks Blog Post.
App Manager vereinfacht App-Entwicklung durch Live-Prototyping und Live-Debugging
Der App Manager stellt den Entwicklern von mobilen Apps Firefox-Web-Entwickler-Tools zur Verfügung. Damit können Entwickler Web-Apps auf Firefox OS Smartphones direkt am Desktop testen, bereitstellen und debuggen. Die Firefox-Web-Entwickler-Tools werden bereits von Millionen Web-Entwicklern zur Erstellung von Web-Pages eingesetzt. Jetzt erweitert der App Manager diese Möglichkeiten mit demselben bekannten Workflow auch auf die Entwicklung von mobilen Apps. Ein SDK ist nicht erforderlich. Der Entwickler nutzt den App Manager einfach im Rahmen der integrierten Entwickler-Tools, die im Firefox-Browser zur Verfügung stehen.
Da sowohl der App Manager als auch Firefox OS auf offenen Web-Technologien basieren, gestalten sich Debugging, Live-Bearbeitung und Prototyping unkompliziert. Wenn zum Beispiel ein Netzbetreiber oder OEM Prototypen für unterschiedlich gebrandete Startbildschirm-Themes für verschiedene Zielgruppen erstellen möchte, kann er sie mit dem App Manager auf seinem Desktop erstellen und Änderungen in Echtzeit auf seinem verbundenen Firefox OS Smartphone ansehen. Das erspart ihm die zeitraubende Erstellung von verschiedenen Versionen. Eine entsprechende Anleitung finden Sie im MDN Post.
Neue WebAPIs und wachsende Akzeptanz in der Branche
Es gibt über 30 WebAPIs, die Mozilla eingeführt hat, von denen mindestens acht neue APIs im vergangenen Jahr freigegeben wurden – darunter WebNFC und Data Store API. Mit den neuen APIs werden Features zur App-Entwicklung im Web bereitgestellt. Durch die Standardisierung der APIs wächst die Akzeptanz in der Branche. Samsung hat die Vibration-API und Battery-Status-API für das WebKit zur Verfügung gestellt. Weiterhin integrieren Tools wie Apache Cordova und Adobe PhoneGap jetzt sechs der gängigsten WebAPIs in ihre Produkte.
Foxconn und VIA unterstützen Tablet Contribution Program
Mozilla hat vor kurzem ein Tablet Contribution Program eingeführt, das die Entwicklung von Firefox OS für Tablets und das zugrundeliegende Ökosystem verstärken soll. Erster Hardwarepartner des Programms ist Foxconn. Als Teil des Tablet-Programms bietet VIA ein 7” Vixen Referenz-Tablet für Entwickler auf der ganzen Welt an. Das soll der Mozilla-Community bei der Erstellung von Firefox OS Build für Tablets helfen. Entwickler können die Teilnahme an diesem Programm im Mozilla Hacks Blog Post beantragen.