E-Government setzt auf Bürger-App

Müll per App abholen lassen

Spezielle Entwicklungsplattformen für E-Government unterstützen auch mobile Geräte, wie das Beispiel einer Bürger-App für die Anmeldung von Sperrmüll zeigt.

Der Trend zu mobilen Anwendungen macht auch vor der öffentlichen Verwaltung nicht halt: Seit der EU-Dienstleistungsrichtlinie und dem E-Government-Gesetz sind die Verwaltungen verpflichtet, alle wichtigen Leistungen auch über die Internetportale anzubieten. Beide Gesetzgebungen sind ein wichtiger Katalysator für sämtliche Aktivitäten im E-Government und beschleunigen überdies die Verbreitung mobiler Anwendungen im Verwaltungsbereich. Vor diesem Hintergrund hat sich der Anbieter Cit aus Dettingen/Teck auf Anwendungen im E-Government spezialisiert und einige Projekte für M-Government entwickelt.

Die neueste Entwicklung ist eine Web-App, die die Sperrmüllbestellung per Smartphone ermöglicht. Dabei erhält der Kunde wie gewohnt zu Beginn des Jahres den Abfallkalender, neu allerdings versehen mit einem QR-Code für die Bestellung des Sperrmülldienstes anstelle der bisher üblichen Postkartengutscheine. Mit seinem Smartphone oder Tablet scannt der Kunde den Code ab und gelangt direkt zur entsprechenden Web-App seines Amts für Abfallwirtschaft oder Entsorgungsbetriebs. Name und Anschrift des Kunden sind dann im Formular bereits hinterlegt.

Integration in den Outlook-Kalender

Nun sind es wenige Klicks, bis der Abfall abgeholt werden kann: aus einer Übersicht der möglichen Sperrmüllbestandteile (wie Ma-tratzen, Holz, Möbel etc.) wählt der Bürger zunächst die relevanten Teile durch die Setzung eines Hakens oder gegebenenfalls einer Eingabe aus. Anschließend zeigt die App mögliche Termine zur Ab-holung an, aus denen der Verbraucher wieder selektiert. Zum Schluss erfolgt die Bestätigung – dann ist der Vorgang beim Entsorger registriert und der Termin kann in den Outlook-Kalender oder iCal des Nutzers exportiert werden, damit er am betreffenden Tag nicht vergisst, seinen Müll vor die Tür zu stellen.

Die Vorteile einer solchen Sperrmüll-App: Einerseits können die Bürger die Sperrmüllabfuhr ohne lästige Papierformulare sowie ohne Postversand erledigen. Andererseits erfahren die Verwaltung bzw. die Entsorgungsunternehmen einen Imagegewinn, da sie eine bessere Servicequalität bieten können. Der Aufwand für die Sachbearbeiter wird zudem reduziert, da eine händische Datenerfassung wegfällt. Schließlich ist durch das Auffüllen von Terminlücken eine optimierte Routenplanung der Sperrmüllabfuhr möglich.

Die Kosten für die Programmierung einer derartigen Anwendung sind verhältnismäßig gering, da keine aufwendige mobile App entwickelt und für verschiedene Plattformen angepasst werden muss, sondern eine Web-App, die sich sowohl auf einem klassischen PC als auch über mobile Endgeräte aufrufen lässt. Die dieser Entwicklung zugrundeliegende Plattform Intelliform bringt dazu verschiedene allgemeine und E-Government-spezifische Lösungsbausteine mit, z.B. die Einbindung von Geo-Informationssystemen zur Kartendarstellung inklusive Geo-Lokalisierung, Erfassung und Übertragung von Bildern sowie Web-Service-Schnittstellen zur Systemintegration.

 

Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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