Endlich, der Phantomschmerz hat ein Ende. Der Startknopf wird in Windows 8.1 wieder re-implantiert. Eine weitere offensichtliche Neuerung sind die jetzt auch im Kleinformat möglichen Kacheln der Startseite und eben dieser unscheinbare kleine runde Knopf am linken unteren Rand des Desktops.
Damit reagiert Microsoft auf die häufigsten Kommentare von Win8-Anwendern. Doch das ist längst nicht alles. Windows 8.1 geht deutlich über die bei einem Service Pack üblichen Korrekturen und Ergänzungen hinaus. Das brandneue und deshalb in Teilen noch nicht ganz ausgereifte Betriebssystem wird deutlich verbessert.
Die neue Touch-Benutzeroberfläche, die von den meisten Leuten immer noch “Metro” genannt wird, ist in vielerlei Hinsicht besser geworden. Apps keine feste Breite mehr und es gibt jetzt vier Kachelgrößen statt bisher zwei. Außerdem können mehrere Apps parallel dargestellt werden. Außerdem gibt es eine ganze Reihe neuer Steuerelemente, die den Umgang mit einem Tablet weiter vereinfachen.
Auch für Unternehmen gibt es eine Vielzahl Verbesserungen - Microsoft hat hier genau hingeschaut und zugehört. Der Business-Einsatz wird auch in Zukunft eine Stärke von Windows bleiben (müssen), denn im Bereich der Heim-PC ist nun (aus Microsoft-Sicht: leider) das Tablet auf dem besten Weg, zur Standardausstattung der Haushalte zu werden - was die Verbreitung von Wintel-PCs schmälert.
Für die Unternehmenskunden gibt es zum Beispiel - in Zusammenarbeit mit Windows Server 2012 R2 - so genannte Arbeitsordner, die eine Art Online-Festplatte für Intranets sind. Außerdem hat Microsoft die Remote Desktop Services verbessert und als Antwort auf das vieldiskutierte “Bring Your Own Device (BYOD)” kennt Windows jetzt auch das bei Mobilbetriebssystemen übliche “Remote Selective Wipe”.
Windows kommt in vier Editionen auf den Markt: Die ARM-Variante heißt Windows RT und wird nur an Hardware-Hersteller verkauft. Windows 8.1 und Windows 8.1 Pro sind die beiden Verkaufsversionen. Windows 8.2. Enterprise gibt es nur für Nutzer einer Volumenlizenz, die dafür aber auch zahlreiche spezielle Business-Funktionen erhalten.
Kurz und gut: Microsoft hat mit Windows 8.1 das Betriebssystem geglättet, so dass die teils etwas zu streng gedachten Touch-Funktionen jetzt einfacher zu nutzen sind. Und auch die Anwender des klassischen Desktops kommen sich nicht mehr wie Nutzer zweiter Klasse vor. Ganz ähnlich hat Microsoft auch seine Surface-Familie überarbeitet.
Die kürzlich vorgestellten Tablets Surface 2 (ARM, Windows 8.2 RT) und Surface 2 Pro (x86, Windows 8.1 Pro) sind gegenüber den Vorgängerversionen deutlich verbessert. Beide Tablets bieten jetzt mehr Leistung und trotzdem eine stark (um etwa 75 Prozent) verbesserte Akkulaufzeit.
Doch der Hauptkritikpunkt am ARM-Tablet ist noch nicht behoben: Es ist im Vergleich zu einem x86-Tablet mit dem “richtigen” Windows mit 429 Euro für die 32-GB-Variante immer noch deutlich zu teuer.
Bildquelle: Microsoft