„Der Absatz von portablen Navigationsgeräten hat sich in 2014 stabil gehalten“, meint Wolfgang Stock, Geschäftsführer der Baros GmbH.
Herr Stock, welche (neuen) Funktionalitäten halten Navigationsgeräte 2015 bereit?
Wolfgang Stock: Unsere Geräte warten etwa mit folgenden Besonderheiten auf: Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Life-Maps-Update, Fußgängermodus, zweifacher Trip-Computer (Kilometerstand Tag, Monat, Tankfüllung und Fahrzeit, Höchst-/Durchschnittsgeschwindigkeit, Kilometer), direkt aus der Karte ansteuerbare POIs, alternatives Koordinatenformat sowie Umweltzonen als Routing-Parameter.
Welche Kriterien müssen die Geräte vor allem für Geschäftsanwender erfüllen?
Stock: Gerade Geschäftsreisende sind auf aktuelles Kartenmaterial, schnelles Routing, verlässliche Staumeldungen und die zügige Berechnung zur Stauumfahrung angewiesen. Zur guten Ablesbarkeit der Informationen sind Displays ab 5 Zoll sinnvoll. Unabdingbar ist auch eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung zur Verbindung mit dem Mobiltelefon des Fahrers.
Mittlerweile greifen auch viele auf ihr Smartphone als Navi zurück. Worin sehen Sie die Vor- und Nachteile im Vergleich zur Nutzung herkömmlicher Navigationsgeräte?
Stock: Auf den ersten Blick ist es von Vorteil, beide Funktionen in einem Gerät vereint zu wissen. Beim genauen Hinschauen jedoch verschaffen größere Displays einen besseren Fahrkomfort. So ist es nach wie vor interessant für den Nutzer, eine Stand-Alone-Navigation einzusetzen. Desweiteren beinhalten die mobilen Navigationsgeräte eine TMC-Funktion, die deutliche Vorteile gegenüber Smartphone- oder iPhone-Apps bietet. Diese Funktion ist heute ein Muss für jede Navigation. Nicht zuletzt ist die Nutzung einer Smartphone-App stets mit Gebühren verbunden.
Inwiefern beeinflussen „Smartphone-Navis“ den Markt für traditionelle Navigationsgeräte?
Stock: Der Absatz von portablen Navigationsgeräten hat sich in 2014 stabil gehalten. Besonders regelmäßige Nutzer schätzen den Vorteil einer PND. Auch für dieses Jahr ist ein stabiler Markt zu erwarten, weil wir uns mit einer Reihe von Alleinstellungsmerkmalen von Smartphone-Apps abgrenzen können.
Wie gehen die Navigationsgerätehersteller mit dieser Entwicklung um? Wie reagieren sie?
Stock: Gerade durch Funktionen wie TMC oder Bluetooth-Freisprecheinrichtungen bieten wir Endkunden effiziente Möglichkeiten zur Steigerung ihres Fahrkomforts. Auch durch den Einsatz lebenslanger Karten-Updates erhält der Nutzer stets aktuelles Kartenmaterial. Und weil der Trend zu größeren Displays im Fahrzeug geht, bieten wir Bildschirmgrößen bis zu 7 Zoll an.
Welche Branchen werden auch zukünftig auf traditionelle Navigationsgeräte angewiesen sein? Können Sie uns konkrete Praxisbeispiele skizzieren?
Stock: Wir bieten spezielle Lösungen für Motorradfahrer, Camper und LKW-Fahrer an. In diesen speziellen Segmenten stellen wir fest, dass uneingeschränktes Interesse an solchen Lösungen besteht. Entsprechend messen auch wir den Bereichen große Bedeutung bei. Hier nutzt Blaupunkt bei der Produktentwicklung die Vorteile spezieller Applikationen oder spezifischer Soft- oder Hardware wie beispielsweise beim LKW-Navigationssystem. Durch Eingabe truckspezifischer Daten zum Fahrzeug bezüglich Gefahrgutoptionen und der Schadstoffgruppe liefern die Systeme parameterspezifisches Routing und berücksichtigen so Durchfahrtsbeschränkungen, Straßen mit engen Wendemöglichkeiten, etc.
Wie gestaltet sich die Aktualisierung des Kartenmaterials? In welchen Zeitabständen gibt es Updates und woher kommen die Informationen?
Stock: Wesentliche Änderungen im Kartenmaterial finden halbjährlich statt. Das Kartenmaterial kommt von Tomtom Maps. Hier aktualisiert man das Kartenmaterial im Bereich aller relevanten Änderungen wie zusätzliche Kreisverkehre, neue Streckenführungsabschnitte oder POIs.