Der Tablet-Markt hat sich in relativ kurzer Zeit enorm gewandelt. Heute beherrscht Android mit einem Anteil von etwa 67 Prozent diesen Markt, der lange Zeit vom Vorreiter iPad dominiert wurde. Trotzdem ist Android weniger attraktiv. Dem System fehlen nicht die Anwender, ihm fehlen hochwertige Apps.
Eine Studie der Analysten von Canalys zeigt, dass von den je 50 am meisten heruntergeladenen kostenlosen und kostenpflichtigen iPad-Apps nur gut die Hälfte in einer Tablet-Version für Android verfügbar ist. Etwa 30 Prozent sind sogar Totalausfälle, die Entwickler bieten nichts für Android an.
Die Liste der fehlen Apps enthält zwar einige Apps von Apple, die garantiert nicht auf Android übertragen werden, doch immerhin 19 erfolgreiche iPad-Apps sind unter Android nicht verfügbar. Kein Wunder, denn von den Entwicklern werden Android-Tablets immer noch stiefmütterlich behandelt.
Zum Vergleich: Es gibt mehr als 375.000 spezielle iPad-Apps, aber nur ein paar zehntausend Tablet-Apps für Android. Das ist sicher ein Fehler, denn die Verfügbarkeit von Apps ist entscheidend für den Erfolg eines mobilen Ökosystems. Ben Thompson nennt in seinem Blog die Knackpunkte für den Erfolg.
Nach seiner Ansicht bevorzugen viele iOS-Anwender das System wegen der zahlreichen Apps. Und die “Meisten” bewegen einen Markt. Obwohl auch Nischen-Apps große Erfolge feiern können, interessiert sich die Mehrheit an erster Stelle für Games. Und die meisten Entwickler interessieren sich dafür, mit ihrer Arbeit Geld zu verdienen.
Die Coolness der Marke und das Design des System sind für Anwender wie für Entwickler nachrangig, ergänzt Thompson aus seinen Überlegungen. Daraus lässt sich ein weiterer Schluss ziehen: Die Präferenzen von Anwendern für Games und von Entwicklern für Umsätze ist ein selbstverstärkender Prozess.
Viele Games heißt viele Anwender, die wiederum viele Entwickler anziehen, die dem Trend folgen und Games entwickeln. Und schon ist der nächste Kringel in der Aufstiegsspirale erreicht. Diese Tendenz ist typisch für die gesamte Digitalwirtschaft - eine zweites oder drittes Ökosystem hat es schwer, ein viertes ist fast unmöglich zu etablieren.
Hinzu kommt die Zahlungsbereitschaft der Anwender. Bisher galt der Lehrsatz, das die (eher finanzkräftigen) Apple-Nutzer häufiger als Android-User Apps kaufen oder durch In-App-Käufe ergänzen. Dieser Trend könnte sich abflachen, denn die Verkäufe unter Android ziehen an. Das macht das Ökosystem attraktiver für Entwickler, was wiederum mehr Anwender zu Google Play bringen wird.
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