Avni Troni, Schleupen

Noch viele Hürden für die mobile Instandhaltung

Interview mit Avni Troni, Produktmanager bei der Schleupen AG, über konkrete Anwendungsfälle der mobilen Instandhaltung

Avni Troni, Schleupen

Avni Troni, Produktmanager bei der Schleupen AG

Herr Troni, in welchen Bereichen lohnt sich der Einsatz mobiler Lösungen mit Smartphones und Tablets bei Unternehmen der Energiebranche am meisten?
Avni Troni: Der Einsatz von mobilen Lösungen stellt eine wichtige Komponente zur effizienten Prozessabwicklung bei den Energieversorgungsunternehmen dar. Insbesondere für den technischen Bereich, wo viele Mitarbeiter (Monteure) mit geplanten und Ad-hoc-Maßnahmen beauftragt werden müssen. Hierzu gehören die zeit- und personalintensiven Prozesse, welche das Massengeschäft im Netzbetrieb zum Beispiel mobile Wartung und Instandhaltung, mobile Zählerwechselprozesse oder die mobile auftragsbezogen Arbeitszeiterfassung, darstellen.

Welche Rolle spielt die M2M-Technologie für Energieversorger?
Troni: Die M2M-Technologie ist gegenwärtig für das operative Geschäft in der Energiewirtschaft vor allem für den Bereich der Anlagenüberwachung von Bedeutung. Hierzu zählen unter anderem die Kommunikation einer Gasübernahme- oder Trafostation mit der Leitwarte.

Können Sie uns bitte ein Anwendungsbeispiel nennen?
Troni: Jährlich werden mehrere Tausend Zählerwechselscheine ausgedruckt, bearbeitet und manuell wieder ins System eingegeben. Dieser Prozess kann auch wesentlich einfacher und effizienter mithilfe der mobilen Lösungen – beispielsweise die Lösungen von Schleupen.CS – abgebildet werden. Ferner sind die Monteure auch in der Lage gleichzeitig die Arbeitszeiten zu erfassen und über die Datensynchronisation ins System zurück zu spielen. Somit ergeben sich für das Unternehmen wichtige Prozess- und Personalersparnisse, da die Daten nicht mehrfach angepackt werden müssen und darüber hinaus wird die Erfassung von fehlerhaften Daten in Form von Plausibilitätsprüfungen vor Ort verringert.

Stichwort mobile Instandhaltung: Wie funktionieren diese Arbeitsprozesse bei einem Versorgungsunternehmen im Detail?
Troni: Die mobile Instandhaltung hat in den letzten Jahren bei den Versorgungsunternehmen an Bedeutung enorm zugenommen. Die Verwaltung von Betriebsmitteln und Anlagen erfolgt in der Regel in einem Instandhaltungstool. Mit Hilfe dieses Instandhaltungswerkzeuges können die Objekte mit Intervallen versehen werden und wann welche Tätigkeiten vorgenommen werden. Somit hat der Assetmanager jeder Zeit im Blick, welche Kapazitäten benötigt werden, um den Betrieb zu gewährleisten. Je nach Bedarf werden unterschiedliche Aufträge z. B. für Wartung, Störung, Instandhaltung oder Instandsetzung generiert und den Mitarbeitern auf den mobilen Geräten zugeteilt. Neben den Auftragsdaten erhält der Mitarbeiter auch objektrelevante Informationen wie etwa Sachmerkmale oder Zustände des betroffenen Objektes, die er bei Bedarf auch Daten vor Ort erfassen, bearbeiten oder ergänzen kann. Ist der Einsatz abgeschlossen können die Daten über die Synchronisation direkt in die Fachapplikationen übertragen und daraus Folgeaktivitäten ausgelöst werden. Die mobile Instandhaltung optimiert die Prozessabläufe bei den Energieversorgungsunternehmen.

Welche Geräte und Technologien kommen bei der mobilen Instandhaltung in der Regel zum Einsatz?
Troni: Für die mobile Instandhaltung kommt hauptsächlich das Synchronisationsverfahren zum Einsatz. Hierbei wird zwischen Pull- und Pushtechnik unterschieden. Zum Teil werden jedoch auch weiteren Technologien wie RFID- oder GPS-Technologien verwendet. Je nach Technologie werden für die mobile Instandhaltung drei Gerätegruppen unterschieden; PDAs bzw. Handhelds, Tablet-PCs und/oder Laptops.

Wie viel schneller bzw. kostengünstiger ist man mit der mobilen Lösung gegenüber einer rein manuell bzw. papierbasierten Vorgehensweise?
Troni: Die mobile Prozessabbildung schafft wesentlich mehr Möglichkeiten um die Abläufe in Unternehmen schlanker und effizienter zu gestalten. Wie viel schneller und kostengünstiger die Prozesse werden, hängt von den aktuell gelebten Abläufen und der Unternehmensstruktur ab. Wesentliche Vorteile der mobilen Prozessabbildung sind unter anderem im besseren und schnelleren Datenzugriff, Vermeidung der Mehrfacherfassung bzw. von Fehlern bei der Dateneingabe, Verfügbarkeit von Informationen vor Ort, höhere Prozesstransparenz, höhere Flexibilität und höhere Datenaktualität.

Welche Hürden – beispielsweise seitens der Infrastruktur – müssen hierzulande noch genommen werden, damit sich eine mobile Instandhaltung flächendeckend durchsetzen kann?
Troni: Die Hürden für die mobile Instandhaltung sind vielfältig, zum einen gibt es eine Vielfalt von Betriebssystemen, d.h. die Anforderungen sind bezüglich des mobilen Gerätes heterogen, da von den Anwendern unterschiedliche Geräte präferiert werden. Zudem fehlen Standardisierungen hinsichtlich der Sicherheitssysteme. Darüber hinaus fehlt zum Teil bei den Flächenversorgern eine gute Netzabdeckung um eine permanente GPRS- bzw. UMTS-Verbindung aufrufen/nutzen zu können.

Worauf müssen die Verantwortlichen bei der Anbindung der mobilen Instandhaltung in die Unternehmens-IT – z.B. in ERP- oder HR-Systeme – besonders achten?
Troni: Die Anbindungsmöglichkeiten zwischen Backendsystem und der mobilen Komponenten sind vielfältig. Selten findet sich eine Standartschnittstelle bei zwei gleichen Werken, da die Anforderungen, was solche Schnittstellen abdecken sollen stark variieren. Optimale Lösungen bieten Hersteller, die Softwarelösungen aus einem Guss anbieten. Hierzu gibt es durchgängige Systemlösungen aus einer Hand vom ERP-System über das Workforce-Management-System bis hin zur der mobilen Instandhaltung. Somit haben die Kunden die Gewissheit und Zuverlässigkeit, dass die Systemleistungen vor jeder Auslieferung getestet und freigegeben werden.

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