Die Präsentation von WebOS
Vor nicht allzu langer Zeit war WebOS noch ein Hoffnungsträger. Palm hatte das hochgelobte System entwickelt und dabei ein schlankes Produkt auf der Basis von Webtechnologien geschaffen. Doch Palm wurde von HP erst gekauft und dann angesichts des schwierigen Mobilmarkts mitsamt Hardware, System und Entwicklungsteam in die Tonne getreten.
Allerdings: WebOS könnte davon profitieren. Es ist jetzt eine quelloffene Software und kann somit von seinen Fans und Anwendern weiterentwickelt und ergänzt werden. Die Geschichte von Linux zeigt, dass auf diese Weise auch extrem komplexe Entwicklungsprojekte möglich sind.
Nachdem die Entwickler einige Zeit im Stillen gewirkt haben, ist jetzt das offizielle Release mit der Nummer 1.0 erschienen. Diese erste Version des Open-Source-Neulings
Open WebOS ist gut ausgestattet: Sie enthält mehr als 75 Komponenten sowie eine Unterstützung für das quelloffene JavaScript-Framework
Enyo 2. Die darauf basierenden Apps können plattformübergreifend eingesetzt werden und laufen unter anderem in Chrome, Firefox, Internet Explorer und Safari sowie auf iOS und Android.
Nach Auskunft der Entwickler ist Open WebOS das einzige Betriebssystem für alle Formfaktoren vom Smartphone bis hin zum PC. Implementationen sind bislang noch selten und ohne Programmierung nicht umzusetzen. HP liefert lediglich den
Quellcode des puren Systems ohne spezifische Anpassungen an die Hardware.
Bei der
Präsentation zeigte Open WebOS-Chefarchitekt Steve Winston das System auf einem HP All in One-PC. Die Anpassung an die Hardware habe nur einige Tage gedauert. Doch es geht auch schneller, denn einigen versierten Programmierern aus dem WebOS-Umfeld gelang ein
Quick&Dirty-Port auf das Galaxy Nexus in wenigen Stunden.
HP scheint an einen Erfolg des Systems zu glauben: Der Konzern
sucht 50 Entwickler für WebOS. In den nächsten Monaten will das Team das Betriebssystem um zahlreiche weitere Komponenten erweitern: Qt 5/WebKit 2, freie Media- und Audio-Anwendungen, den Bluetooth-Stack BlueZ, die Netzwerkverwaltung ConnMan und die optimierte Rendering-Architektur SysMgr.
Bildquelle: HP