Peter Ganten und die drei Gewinner des Univention Absolventenpreises 2015: Philipp de Graaff, Philip Wendland, Sergej Schumilo (v.l.n.r.)
Eine unabhängige Jury von Open-Source-Experten aus der Fachpresse und Open-Source-Verbänden war für die Bewertung der Arbeiten verantwortlich. Die Themenspanne der drei Siegerarbeiten reichte von der Programmierung einer Open-Source-Entwicklungsumgebung zur Steuerung von AR.Dronen über die Entwicklung freier Treiber für Smartcards bis hin zur Erstellung eines Frameworks zur automatisierten Untersuchung von Sicherheitslücken bei USB-Schnittstellen.
Aufgrund der Qualität aller 36 Einreichungen für den Absolventenpreis 2015 ist die Entscheidung dieses Jahr äußerst knapp ausgefallen. Auf den mit 2.000 Euro dotierten ersten Platz wählte die Jury die an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main erstellte Diplomarbeit "Universelle Kontrolle und Überwachung einer AR.Drone 2.0 auf Basis eines offenen und erweiterten Toolkits" von Philipp de Graaff. Im Rahmen dieser Arbeit schrieb de Graaff eine Entwicklungsumgebung, mit der man ohne tiefere Kenntnisse der Drohnentechnik unkompliziert Programme zur Steuerung einer Drohne erstellen kann. So können Anwender mit diesem unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlichtem Toolkit Programme schreiben, welche die Drohne beispielsweise die Umgebung kartografieren oder selbstständig kleine Güter an ihr Ziel liefern lassen – bis hin zur automatischen Suche nach z.B. abgerissenen Überlandleitungen.
Der zweiten Platz, mit 1.000 Euro ausgelobt, fiel auf Philip Wendland, der in seiner Bachelorarbeit "Entwicklung eines Java Card Applets und OpenSC Treibers für Smartcards" Open Source-basierte Middleware und Treiber für Smartcards, die zum hardware-basierten Schutz vor Sicherheitslücken in kryptografischen Funktionen eingesetzt werden, entwickelte. Damit brachte Wendland eine neue Generation von Smartcardssoftware heraus, die vollständig ohne proprietäre Komponenten auskommt.
Sergej Schumilo wählten die Juroren mit seiner Bachelorarbeit "Konzeption und Implementierung einer QEMU- und KVM-basierten USB-Fuzzing Infrastruktur" auf den dritten Platz (500 Euro). Er entwickelte ein GPL-lizensiertes, neuartiges USB-Fuzzing-Framework, das die systematische Untersuchung aller verfügbaren USB-Treiber auf Sicherheitsschwachstellen automatisiert erlaubt. Neu ist dabei auch, dass die gefundenen Schwachstellen in einem reproduzierbaren Format dokumentiert werden, sodass festgestellte Fehler einfach nachzustellen und damit schnell zu beheben sind.
Im Mittelpunkt der Bewertung stand die Frage, inwieweit die Arbeit die Einsatzfähigkeit und Akzeptanz von Open-Source-Software im professionellen Umfeld verbessert. Neben der Praxistauglichkeit honorierte die Jury Arbeiten, in deren Rahmen Software entwickelt wurde, die unter einer Open-Source-Lizenz steht.
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