Ob bei Mobiltelefonen, kabelgebundenen oder -losen Netzwerken, die Download-Geschwindigkeit ist das, worauf es ankommt. So auch bei der Einführung des WLAN-Standards 802.11ac, der fünften Generation dieser Technologie. Im Mittelpunkt der Berichterstattung standen die möglichen Gigabyte-Geschwindigkeiten. Diese sind sicherlich beeindruckend und seit der Einführung der ersten Netzwerke vor etwa zehn Jahren fast um das tausendfache gestiegen.
„Die neuesten Zugangspunkte mit dualen 5-GHz- und 2,4-GHz-Funkempfängern erzielen zum Beispiel Geschwindigkeiten von 975 Mbit/s, wobei die Empfänger von jeweils 100 Anwendern genutzt werden können", erläutert Andy Blomley, Senior Technical Architect bei Zebra Technologies. „Aber für Unternehmen gibt es beim Thema WLAN interessantere Entwicklungen."
Die spannendsten Verbesserungen finden im Backoffice-Bereich statt – dem Teil der Technologie, den Benutzer nicht sehen. Die fünf wichtigsten Gründe, weshalb der Wechsel zur fünften Generation von WLAN-Geräten der Enterprise-Klasse für IT-Teams lohnt:
1.) Einfache und sichere Anbindung
Viele Unternehmen unterstützen das Arbeiten im Home-Office, haben jedoch nach wie vor auch Bedenken. So sorgen sich die IT-Teams um die Sicherheit der Heimnetzwerke, Mitarbeiter befürchten hohe Kosten durch die Nutzung des eigenen Telefons für berufliche Zwecke, und die Personalabteilung ist sich unsicher, ob die Mitarbeiter zu Hause die vollen Arbeitsstunden leisten.
Die neueste Generation von WLAN-Netzwerken löst diese Probleme. Kompakte Zugangspunkte mit Injektoren können von den Angestellten problemlos an ihr Heimnetzwerk angeschlossen werden. Das IT-Team muss vorher lediglich eine Codezeile mit den Verbindungsdetails des Wireless-Controllers erstellen. Sobald der Zugangspunkt in der Wohnung des Mitarbeiters angeschlossen wird, erstellt er einen sicheren IPsec-Tunnel zum Unternehmensnetzwerk. Verwaltung und Steuerung erfolgen zentral.
Benutzer müssen kein VPN konfigurieren und trotzdem ist die Sicherheit genauso hoch wie im Büro-Netzwerk (EAP-TLS oder PEAP). Das Onboarding der Benutzergeräte im Netzwerk ist zudem völlig unkompliziert. Mitarbeitern stehen Dienste wie Lync für VoIP auf ihren Mobilgeräten zur Verfügung, so dass die Anrufe vom Unternehmen und nicht von den Benutzern bezahlt werden. Wie im Büro-Netzwerk können weitere Geschäftsfunktionen hinzugefügt werden. VoIP-Anrufe werden beispielsweise gegenüber anderen Datenströmen automatisch priorisiert, damit die Verbindungsqualität bei Anrufen immer hoch ist und die Internetaktivitäten des Benutzers überblickt werden. Durch die Eliminierung nicht autorisierter Zugangspunkte (WIPS) und Echtzeit-Diagnostik kann der Service-Desk etwaige Probleme per Fernzugriff beheben. Im Wesentlichen ist es jetzt möglich, das Büro-Netzwerk mit seinen Einstellungen zu Hause zu spiegeln und auf diese Weise viele der Bedenken hinsichtlich des Arbeitens im Home-Office auszuräumen.
2.) Das Ende der Kabeltechnologie
CAT-Kabel sind sicherlich keine veraltete Technologie, aber dank der höheren Kapazität und Geschwindigkeiten von 802.11ac benötigt man heute wesentlich weniger Kabel. Beispielsweise reichen heute für Unternehmen mit etwa 50 Mitarbeitern einige wenige Kabel für die WLAN-Zugangspunkte aus. In einem großen Konzern lassen sich somit noch weitaus höhere Kosten- und Zeiteinsparungen erzielen. Auch wenn das Layout eines Büros geändert werden muss, ist keine Neuverlegung von Kabeln erforderlich. Und natürlich können auch Besucher oder Mitarbeiter, die eigene Geräte ohne Ethernet-Port verwenden, auf das Netzwerk zugreifen.
3.) Einrichtung ohne Tests
Gerätehersteller bemühen sich sehr, WLAN zu einem intelligenten Netzwerk zu machen – ein Netzwerk, das auf einfache Weise eingerichtet und überwacht werden kann. Früher hätte man einen Spezialanbieter hinzugezogen, der eine Standortbeurteilung durchgeführt, die Aufstellungsorte der Zugangspunkte geplant und das Netzwerk eingerichtet hätte. Heute machen Netzwerke das alles selbst. Zugangspunkte registrieren sich eigenständig und Controller konfigurieren sich automatisch – das Einrichten eines neuen Netzwerks entwickelt sich schnell zu einem hoch automatisierten Prozess.
4.) Mehr Kontrolle
Sicherheit und Zeitmangel gehören heute zu den größten Herausforderungen der IT-Teams. Die neuesten 5G-WLAN-Netzwerke können in beiderlei Hinsicht weiterhelfen. Sie erfüllen die hohen Sicherheitsstandards von Behörden und bieten erweiterte Sicherheitsfunktionen.
Beispielsweise werden nicht autorisierte Zugangspunkte, die an das Netzwerk angeschlossen wurden, um Regeln zu umgehen (wie beim Verbot der Verwendung von iPads), vom Netzwerk erkannt und bei Bedarf von der IT entsprechend per Fernzugriff ausgeschaltet. Außerdem können Filter festgelegt werden, die verhindern, dass Mitarbeiter auf bestimmte Inhalte oder Websites zugreifen.
Um Zeit zu sparen, sind die Netzwerke darauf ausgelegt, ohne Benutzereingriffe zu funktionieren. Dual-Band-Zugangspunkte, die das 2,4-GHz- und 5-GHz-Frequenzband unterstützen, können Einstellungen auf Basis der jeweiligen Umgebungsbedingungen ändern, um so die Netzwerkleistung zu optimieren. Ein gängiges Beispiel ist der Wechsel vom 2,4-GHz- zum 5-GHz-Kanal, wenn ein anderes Unternehmen in der Nähe ein Netzwerk einrichtet, das Störungen verursacht. Das IT-Team wird zwar auf automatische Änderungen hingewiesen, aber ein großer Teil des früher mit WLAN-Netzwerken verbundenen Zeitaufwands fällt heute weg.
5.) Der Produktivitätsgewinn
Der größte Vorteil von WLAN ist vermutlich die Mobilität: Mitarbeiter können sich im Büro frei bewegen und von zu Hause aus über ein Netzwerk arbeiten, das endlich die gleiche Funktionalität bietet wie das Firmennetzwerk. Angesichts sinkender Gerätepreise, automatisierter Netzwerkinstallation, Fernverwaltung und eines hohen Maßes an Zuverlässigkeit macht die fünfte Generation der Wireless-Technologie das Versprechen von WLAN wahr und ermöglicht es Mitarbeitern, flexibler und produktiver gemeinsam mit anderen zu arbeiten.
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