Personal Cloud

OwnCloud und NextCloud in neuen Versionen

Nach der Open-Source-Scheidung geht es fleißig weiter: OwnCloud und NextCloud sind in neuen, verbesserten Versionen erschienen.

In der Open-Source-Szene ist ein „Fork“ immer eine missliche Sache, da er Entwickler und Nutzer spaltet. Im schlimmsten Fall dümpelt eines der beiden Projekte vor sich hin und wird dann eingestellt, im allerschlimmsten Fall trifft es beide. Da ist es fast schon ideal, wenn durch die Aufteilung der Entwicklungspfade so etwas wie Konkurrenzdruck entsteht und sich in Neuerungen niederschlägt.

Im Moment sieht es aus, als sei genau das mit OwnCloud und NextCloud geschehen. Es gab in beiden persönlichen Clouds zum Selber-Hosten in der Zeit seit der Trennung erhebliche Anstrengungen, den Entwicklungsstand beim Fork mit neuen und verbesserten Funktionen zu übertreffen. Und genau in den letzten Tagen sind jeweils neue Versionen der beiden Cloud-Pakete erschienen, von NextCloud bisher allerdings nur als Beta-Version.

OwnCloud X

https://owncloud.org/

Sicherheit, Arbeitsgeschwindigkeit und Produktivität liegen im Vordergrund bei der neuen Version 10, die den Namen OwnCloud X erhält. Daneben gab es zahlreiche Detailverbesserungen und Fehlerkorrekturen. Eine wichtige neue Funktion ist die Überprüfung der Dateiintegrität, um Datenverlusten vorzubeugen. Diese Funktion berechnet Prüfsummen bei der Kommunikation zwischen Server und Desktop-Client, so dass Übertragungsfehler ermittelt werden können. In der Konsequenz wird die Synchronisation der Dateien zwischen Cloud und lokalem Rechner deutlich verbessert.

Eine für die Zusammenarbeit von mehreren Personen interessante Funktion ist das Sharing von Dateien. Dabei haben die Anwender die Option, pro Datei oder Ordner einen öffentlichen Link zu erzeugen, der das Objekt für andere Personen freigibt. In der neuen Version ist es nun möglich, mehrere öffentliche Links pro Objekt zu erzeugen. Sie können dabei mit unterschiedlichen Zugriffsrechten, Passwörtern und Ablaufdaten verknüpft werden.

Ebenfalls neu im Funktionsumfang von OwnCloud sind Gastbenutzer, die mit der neuen App „Guest User“ verwaltet werden. Dabei gilt die E-Mail-Adresse als Benutzerkennung. Der Gast kann den Desktop-Client nutzen, darf allerdings keine eigenen Dateien besitzen und auch nicht mit anderen Nutzern austauschen. Auch diese Funktion ist für die Zusammenarbeit mehrerer Personen recht hilfreich, wenn lediglich Einblick in die Dokumente gestattet werden soll.

NextCloud 12

https://nextcloud.com/

Auch die Entwickler von NextCloud habe den Funktionsumfang ihrer persönlichen Cloud Zug um Zug erweitert. So gab es kürzlich eine neue App, die das Speichern von Dateien per Blockchain ermöglicht - ein Novum im Markt. An der Beta-Version von Max Cloud zeigt sich, dass die Entwickler ihren eigenen Weg gehen. So gibt es jetzt eine App namens Circles, mit der Nutzer ihre Kontakte in Kreisen organisieren können - Google+ lässt grüßen.

Auch in der neuen Version von NextCloud können jetzt für jede Datei mehrere öffentliche Links erzeugt werden, die unterschiedliche Zugriffsberechtigungen haben. Dabei ist es inzwischen auch möglich, eine Schreibfreigabe zu vergeben. So lassen sich Dokumente gemeinsam bearbeiten, auch wenn einer der Nutzer kein Konto auf NextCloud-Server hat. Eine Gäste-App gibt es hier übrigens auch und sie hat im Großen und Ganzen dieselbe Funktion wie der Konkurrent.

Zahlreiche Funktionen für die Zusammenarbeit werden in der neuen Version ausgebaut und verbessert. So erlaubt die Videochat-App jetzt auch Screensharing. Voraussetzung ist allerdings ein spezielles Plugin für Chrome oder Firefox. Darüber hinaus gibt es Push-Benachrichtigungen, sodass Video-Calls nicht mehr übersehen werden können.

Bildquelle: Thinkstock

 

 

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