„Von unseren Kunden wissen wir, dass Features wie kostenlose Karten-Updates, Echtzeitverkehrsinformationen und eine intuitive Bedienung gewünscht sind“, so Luca Tammaccaro, Vice President bei Tomtom.
Herr Tammaccaro, in Zeiten von Smartphones, Apps & Co.: Welche Rolle werden klassische Navigationsgeräte 2016 spielen?
Luca Tammaccaro: Portable Navigationsgeräte bestehen schon seit Jahren im Markt gegenüber Apps oder anderen Lösungen und befinden sich nach wie vor unter den Top 5 der meistverkauften Geräte im Consumer-Electronics-Markt. Im letzten Jahr haben sich die Absatzzahlen für portable Navigationsgeräte stabilisiert und sogar gesteigert. Dank seiner Ausrichtung auf höherpreisige Geräte konnten auch wir unseren Umsatz in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr erhöhen. Kunden sind häufig Wiederkäufer, die sich neue Geräte mit besserem Funktionsumfang und lebenslangen Diensten wünschen. Somit profitieren auch sie von unserem Ansatz, sich auf höherpreisige und besser ausgestattete Geräte zu fokussieren.
Smartphone-Apps sind eine mögliche Alternative für kurze Strecken oder gelegentliche Fahrten. Für iOS und Android bieten wir auch hier eine entsprechende App-Lösung an. Für Vielfahrer empfiehlt sich hingegen ein reines Navigationsgerät: So wird der Akku des Smartphones geschont und das Gerät vor Überhitzung bewahrt. Zudem verfügt es über eine stabile Halterung. Und als Hauptargument: Telefongespräche können während der Fahrt über die Freisprecheinrichtung des Smartphones angenommen werden, ohne dass die Kartenansicht der Navigation ausgeblendet wird.
Inwieweit unterscheiden sich die Bedürfnisse bzw. Erwartungen der drei Nutzergruppen „Autofahrer“, „Motorradfahrer“ und „Radfahrer“ im Hinblick auf Navis?
Tammaccaro: Autofahrer legen Wert auf eine möglichst schnelle Ankunft am Zielort. Ob sie über die Autobahn oder Landstraße geführt werden, spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle. Motorradfahrer hingegen bevorzugen landschaftlich schöne Strecken oder kurvige und bergige Routen. Zeit ist für sie nicht die wichtigste Richtgröße.
Worin bestehen demnach die wesentlichen Unterschiede zwischen einem PKW-, Motorrad- und Fahrrad-Navi?
Tammaccaro: Der Hauptunterschied zwischen einem Navigationsgerät für PKWs und einem Gerät für Motorradfahrer besteht im Kartenmaterial. Bei Motorrad-Navigationsgeräten liegt außerdem ein anderer Kartenalgorithmus hinter der Routenberechnung als bei Geräten für PKWs. Ein weiterer Unterschied liegt in den Verarbeitungsanforderungen. Ein Gerät wie der Rider ist speziell für den Außeneinsatz konzipiert und daher gegen Umwelteinflüsse jeglicher Art geschützt. Zudem kann es mit Motorradhandschuhen bedient werden und verfügt daher auch über ein anderes Bedienkonzept als beispielsweise ein Go 5100. Für Fahrer, die sowohl ein Auto als auch ein Motorrad besitzen, bieten wir darüber hinaus mit dem Rider Premium Pack eine Lösung, die eine zusätzliche Autohalterung beinhaltet. So kann das Motorrad-Navi auch für Fahrten mit dem Auto verwendet werden.
Motorrad- und Fahrradnavigationsgeräte sind „on tour“ ggf. anderen Bedingungen ausgesetzt als Auto-Navis, die ein „Dach über dem Kopf“ haben. Sie können beispielsweise nass werden, falls es regnen sollte. Inwieweit sind die Geräte gegen solche Umwelteinflüsse gewappnet?
Tammaccaro: Um gegen Umwelteinflüsse wie Regen geschützt zu sein, ist der z.B. der Rider gemäß der IPX-7-Norm wasserdicht konstruiert. Dank des robusten Gehäuses übersteht das Gerät nicht nur Stürze, ohne großen Schaden zu nehmen, sondern ist auch widerstandsfähig gegenüber hohen oder niedrigen Temperaturen. Damit Motorradfahrer den Rider auch mit Handschuhen bedienen können, verfügt das Gerät zudem über ein handschuhbedienbares, kapazitives Display, das auch bei Sonneneinstrahlung gut ablesbar ist.
Welchen Tests werden Navigationsgeräte vor Marktreife generell unterzogen? Müssen Motorrad- und Fahrrad-Navis andere/zusätzliche Tests im Vergleich zu PKW-Navis bestehen?
Tammaccaro: Alle Produkte durchlaufen mehrere Testzyklen, damit sichergestellt werden kann, dass sie alle Zertifizierungs- und Marktanforderungen erfüllen. Für den Rider gibt es darüber hinaus noch einen IPX-7-Test, um die Abdichtung gegen Wasser zu überprüfen, einen Falltest auf Betonboden, Vibrationstests, um reale Bedingungen zu simulieren, sowie einen Temperatur- und Schocktest, um sicherzustellen, dass das Produkt bei allen äußeren Bedingungen funktioniert.
Welche Rolle spielt für die Endnutzer das Design der Geräte?
Tammaccaro: Bei Navigationsgeräten für PKWs legen Endkunden vor allem Wert auf ein klassisches, schlichtes Design, das sich gut in das Fahrzeug-Cockpit einfügt. Bei Geräten für Motorradfahrer ist eher eine Mischung aus klassischem Design in Kombination mit robusten Aluminium-Applikationen gefragt.
Was müssen herkömmliche Navis anno 2016 generell leisten, um am Markt bestehen zu können?
Tammaccaro: Von unseren Kunden wissen wir, dass Features wie kostenlose Karten-Updates, Echtzeitverkehrsinformationen und eine intuitive Bedienung gewünscht und sehr wichtig für sie sind.