Der Hauptsitz von Nolte Küchen befindet sich in Löhne.
Nutzer können sich eine zu ihnen passende Küche vorschlagen lassen, wobei der 3D-Planer einen Realismus vermittelt, als betrachte man die Räumlichkeit vor Ort.
Viele Küchenkäufer haben schon mit einem Planer gearbeitet. Leider ist die vermeintlich einfache Gestaltung der Traumküche oft sehr kompliziert, weil herkömmliche Planer zu technikfokussiert sind. Nolte hat sich darum für einen neuen Weg entschieden. Das Familienunternehmen beschäftigt rund 1.100 Mitarbeiter und verkauft täglich etwa 750 Küchen in mehr als 50 Ländern. Um Händlern und Kunden einen besonderen Service zu bieten, hat Nolte die Entwicklung und Umsetzung eines neuartigen 3D-Küchenplaners in Auftrag gegeben, der die Optik in den Vordergrund stellen soll.
„Der alte Planer entsprach nicht mehr unseren Anforderungen“, erinnert sich Nils Ehlert, der das Projekt bei Nolte betreut hat. Darum begab sich das Unternehmen im Herbst 2011 auf die Suche nach einem spezialisierten Dienstleister, der die Vision eines 3D-Konfigurators umsetzt, und entschied sich für die Bertelsmann-Tochter Nionex. „Für sie sprachen das Know-how bei der Umsetzung individueller Softwarelösungen und die Referenzkunden“, so Ehlert. „Außerdem gab es uns Sicherheit, dass die Firma einen Konzern wie Bertelsmann im Rücken hat. Wichtig war auch die Entfernung von nur knapp 70 Kilometern. Das vereinfacht die Abstimmung.“
Perspektive in Augenhöhe
Im Januar 2012 haben Anbieter und Anwender die Anforderungen an den 3D-Planer analysiert. In erster Linie sollten Kunden mit dem Konfigurator eine Küche schneller als zuvor planen können. Auch sollte der Planer sie spielerisch inspirieren, ihren individuellen Geschmack abbilden, Prozesse automatisieren und einen realistischen Eindruck vom Aussehen der Küche geben. Zudem sollte er als Webapplikation und per iPad-App zugänglich sein.
In rund sechs Monaten wurde der 3D-Küchenplaner entwickelt und umgesetzt. Der Einstieg in die Planung erfolgt intuitiv über fünf Küchentypen: Durchstarter, Familienbande, Eventmanager, Genießer und Großstadthelden. Nach der Profilwahl gibt es drei Planungsoptionen. Der Konfigurator schlägt eine profilgemäße Küche vor, die man individuell anpassen kann. Oder man gibt die Raummaße ein und lässt sich die Küche einpassen. Und auch die klassische Planung im leeren Raum soll möglich sein. Dank Dreidimensionalität, der Perspektive in Augenhöhe und der visuellen Details scheint es, als betrachte man die Küche vor Ort.
Der Dienstleister musste einen Algorithmus entwickeln, der eine Küche nach bestimmten Logiken zusammenstellt. Basis des Planers ist eine MySQL Datenbank mit 1.500 Schränken, 120 Frontenvarianten, 75 Griffen, 50 Arbeitsplatten sowie verschiedenen Herden, Backöfen, Dunstabzugshauben und Wasserhähnen. Die Möglichkeit, Wandfarben, Bodenbeläge und Dekoration zu ändern, soll einen noch realistischeren Eindruck vermitteln.
Neuland betreten
Bei der Entwicklung hat der Dienstleister Neuland betreten: Anstatt einer Planungssoftware nutzte er die Vorteile von Unity 3D. Als Spiele-Engine kommt Unity 3D üblicherweise bei der Entwicklung von Computerspielen zum Einsatz, weil es die fotorealistische, dreidimensionale Darstellung von Objekten erlaubt. Dass die App die iPad-spezifische Benutzeroberfläche unterstützt und den Gravity-Sensor zur Küchengestaltung nutzt, versteht sich von selbst. „Benutzerfreundlichkeit und Visualisierung hatten oberste Priorität“, sagt Ehlert. Der Konfigurator funktioniere aus Gründen der Performance allerdings erst ab iOS 4.0 und dem iPad2. „Der Prozessor des alten Vorgängermodells ist nicht leistungsfähig genug, um die 3D-Engine optimal zu unterstützen.“
Innerhalb von drei Monaten haben über 3.000 Anwender die App heruntergeladen; die Webapplikation wurde im selben Zeitraum ca. 6.000 Mal aufgerufen. „Wir haben keine Werbung gemacht und sind darum umso zufriedener“, freut sich Ehlert. „Kunden ohne Planungs-Know-how kommen mit dem Konfigurator schneller zu einem tollen Ergebnis. Sie können sich ein realistisches Bild von einer Küche machen und gut informiert in ein Verkaufsgespräch gehen. Und Händler können den individuellen Geschmack ihrer Kunden leichter ermitteln und sie besser beraten.“
Auch nach dem Launch des Konfigurators geht die Zusammenarbeit zwischen Nolte und dem Dienstleister weiter. Dieser wird nach eigenen Angaben Sortimentsänderungen kontinuierlich im Küchenplaner abbilden und bereitet schon ein neues Release vor.
Die Nolte Küchen GmbH & Co. KG mit Sitz in Löhne ist der zweitgrößte Küchenhersteller Deutschlands. Das 1958 gegründete Familienunternehmen beschäftigt rund 1.100 Mitarbeiter und verkauft täglich etwa 750 Küchen an Kunden in mehr als 50 Ländern weltweit. www.nolte-kuechen.de
Bildquelle: Nolte Küchen