Gerade sind ein paar Märkte in Aufruhr geraten und in beiden Fällen ist Microsoft schuld. Im Bereich der Teamchats greift Microsoft mit seiner Arbeitsplatzlösung Microsoft Teams den Marktführer Slack an. Gleichzeitig erschien die endgültige Version von Microsoft Flow. Das Automatisierungs-Tool erinnert stark an den Marktführer IFTTT, der Ereignisse in verschiedenen Cloud-Diensten mit Aktionen verknüpfen kann. Die Besonderheit der Microsoft-Services: Es besteht eine sehr enge Anbindung an SharePoint und Office 365 sowie andere Microsoft-Dienste.
Der recht erfolgreiche und mit mehr als 370 unterschiedlichen Services üppig ausgestattete Dienst hat reagiert. In einem Relaunch hat er sein Konzept der IoT-/Cloud-Automatisierung noch erweitert und die Automatisierung deutlich flexibler als bisher gemacht. Dafür müssen sich die Anwender allerdings an eine neue Begrifflichkeit gewöhnen, es gibt jetzt "Applets" (bisher: Receipes) und "Services" (bisher: Channels).
Alle bisher gespeicherten Automatisierungsroutinen sind noch vorhanden und im Großen und Ganzen funktioniert FT TT so wie bisher. Eine Änderung ist bisher noch nicht für die Endanwender freigeschaltet, kann aber von Partner-Services genutzt werden: Als Reaktion auf ein auslösendes Ereignis ("Trigger") können nun mehrere Aktionen ausgelöst werden. Als Beispiel stellt der Service in seinem Blog eine Morgenroutine vor, die zu einer bestimmten Uhrzeit unter anderem das Licht anmacht und die Kaffeemaschine startet. Eine Auswahl dieser neuen Applets wird auf der Website vorgestellt.
Eine zweite Änderung betrifft die bisherigen DO- und IF-Apps, die jetzt in die Haupt-App integriert worden sind. Wer bisher beispielsweise die DO-App genutzt hat, um einige Aufgaben auf seinem Smartphone auf Daumendruck auszuführen, sollte möglichst rasch auf die neue IFTTT-App umsteigen. Zwar funktioniert die alte DO-App bis auf weiteres immer noch, doch mit der neuen App können sämtliche Applets an einem Ort verwaltet werden. Wer ein neues DO-Applet erzeugen will, muss nun unter Android ein Widget auf dem Bildschirm einfügen und die Aktion in der App konfigurieren.
Gleichzeitig sind eine ganze Reihe von neuen Services verfügbar geworden, unter anderen der Google Assistant. Er kann dazu benutzt werden, über Sprachbefehle bestimmte Aktionen in den von IFTTT unterstützten Services auszulösen. Dabei ist es sowohl möglich, einen bestimmten Satz als Auslöser zu nutzen als auch komplexere Inhalte zu übertragen. Besonders interessant ist beispielsweise die Möglichkeit, mithilfe einer Nummer oder einer zusätzlichen Textzeile die jeweiligen Services auf bestimmte Werte einzustellen. Möglich wäre beispielsweise ein Applet, das ein Nest-Thermostat auf eine bestimmte Temperatur einstellt.
Der Automatisierungsdienst möchte seine neuen Applets Zug um Zug ausbauen. Dafür ist zunächst der Zugriff auf die Entwicklungsplattform vereinfacht werden, sodass jedes Unternehmen IFTTT für die Automatisierung seiner Services und Produkte nutzen kann. Die einzige Voraussetzung: Es muss eine API für die entsprechende Integration geben. Außerdem kündigt IFTTT an, in der nächsten Zeit die Entwicklungsplattform auch für Einzelanwender zugänglich zu machen, sodass die etwas komplexeren Apps nicht mehr nur Unternehmen vorbehalten sind.
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