Jan-Martin Lichte, Clavis Solutions

Robust und bewährt

Über aktuelle Entwicklungen bei der mobilen Datenerfassung im Lager.

Wie ist der Stand der IT bei Anwendungen im Lager?
Jan-Martin Lichte:
Aus Sicht der IT ist ein Lager wie eine abgeschlossene Welt für sich. In Gebäuden ist eine hundertprozentige WLAN-Abdeckung relativ problemlos möglich. Mobilität ist in diesem Bereich deshalb schon lange Standard. Anders würden moderne Lager nicht funktionieren, die sofortige Datenübertragung und Aktualität ist bei Bestands­daten unbedingt erforderlich.

Werden dafür auch Geräte wie das iPhone eingesetzt?
Lichte:
Nein, das ist nicht robust genug. Die Geräte müssen auch einen gelegentlichen Sturz gut aushalten und sich mit Handschuhen bedienen lassen. Doch der Einsatz klassischer Geräte, die zum Teil noch Windows Mobile einsetzen, hat einen weiteren Grund. Ein echter Barcodescanner arbeitet schneller als eine Smartphone-App, die erst einmal die Datenmassen eines Fotos verarbeiten muss.

Ist auf Softwareseite also die typische Business-IT angesagt?
Lichte:
Ja, Logistiksoftware und Lagerverwaltung müssen sich genau wie andere Anwendungen in die vorhandene Unternehmens-IT integrieren. Das heißt in Marktanteilen ausgedrückt: Mobile Datenerfassung mit ITSmobile von SAP ist der Branchenstandard. Das System ist seit langer Zeit bewährt und aus Gründen der Kompatibilität in reinen SAP-Umgebungen Pflicht.

SAP ist aber nicht bekannt für schlanke Anwendungen, wie sie auf Mobilgeräten gefordert sind.
Lichte:
Doch, gerade für das Lager bietet der SAP-Standard bereits die wichtigsten mobilen Funktionen, die bei Bedarf noch individuell ergänzt werden können. Auf dem Handheld erscheint SAP auf HTML-Seiten im Browser. Sie werden von ITSmobile aufbereitet und via Server an die Mobilgeräte geschickt.

Aber was geschieht in Freilagern, in denen das WLAN nicht überall verfügbar ist?
Lichte:
Die neue SAP-Tochter Syclo ergänzt dies mit einer Online/Offline-Lösung, die sich schon seit mehr als einem Jahrzehnt in Projekten mit dem SAP-Wettbewerber Maximo in der Instandhaltung bewährt hat. Sie hilft im Offline-Fall mit einem Zwischenspeicher für Daten und schickt sie am nächsten Hotspot automatisch an die Zentrale. Durch die Akquisition von Syclo im April 2012 hat die SAP gezeigt, dass sie auch weiterhin auf diese innovative Technologie setzt.  

Bildquelle: Claus Uhlendorf

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