Andreas Lamken, CIO RWE Generation, berichtet über die „Asset Care“-App, die gemeinsam mit IBM und Apple entwickelt wurde.
Herr Lamken, wie entstand das Projekt und die Zusammenarbeit?
Andreas Lamken: Bei uns bestand der Wunsch, mithilfe einer mobilen Strategie den Bruch in unseren Prozessen zu vermeiden: Wir haben gute und starke Backend-Systeme, vieles basiert auf SAP. Aber unsere Wartungsteams in der Instandhaltung fahren mit Klemmbrett und Papieren unterm Arm raus ins Tagebaugelände. Als ich von der Apple/IBM-Partnerschaft gehört habe, die Industriekunden sucht, war es nur noch ein kleiner Schritt, um diesen Prozess mit einer App zu mobilisieren.
Wie lange hat dann die Realisierung gedauert?
Lamken: Wir haben nach dem Scrum-Prinzip gearbeitet und so nur fünf Monate Entwicklungszeit benötigt. Das war sehr zügig, auch weil wir entgegen unserer normalen Wasserfall-Denkweise mit Lasten- und Pflichtenheften an die Sache herangegangen sind. Die Apple-Entwickler waren sehr auf den Enduser und hohe Usability fokussiert. Dann folgen Akzeptanz und Erfolg, so der Plan. Dies war für uns nicht das klassische Vorgehen: Viele Business-Analysten wollen ja dem Techniker draußen erklären, was er wie nutzen soll. Aber in diesem Projekt stand wirklich der Endnutzer im Vordergrund. Wir haben einen Wartungsmitarbeiter nach Cupertino in die App-Entwicklung geschickt, um dort an Haptik und Prozessen mitzuarbeiten. Als CIO hatte ich da zunächst Bauchschmerzen, weil ich vor allem an die Integration in die Backend-Systeme gedacht habe. Das ist schnell in Begeistung umgeschlagen. Alles hat gut geklappt, auch dank der hervorragenden Zusammenarbeit der internen IT mit IBM. Wichtig für das Projekt und die Motivation war, unseren internen IT-Dienstleister direkt von Anfang an zu beteiligen.
Wie hilft die App konkret den Mitarbeitern im Alltag?
Lamken: Dank der App hat der Techniker im Gelände alle Infos dabei, vor allem auch die Sicherheitshinweise. Alle relevanten Details aus den Backend-Systemen sind jetzt abrufbar, z.B. technische Zeichnungen, und natürlich kann der Auftrag selbst direkt am iPad abgearbeitet werden. Veränderungen können sofort dokumentiert werden und nicht erst später im Büro, das ja vom Tagebau zumeist mehrere Kilometer entfernt ist. Das bedeutet eine enorme Effizienzsteigerung. Außerdem sind hilfreiche Elemente integriert, die die Nutzer von ihren privaten Smartphones kennen: Die Kollegen können sich untereinander direkt mit Nachrichten, Fotos, Videos austauschen und einander helfen.
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Für Empfang ist gesorgt?
Lamken: Ja, die Netzabdeckung ist dank unserer Mobilfunkpartner im Tagebau traditionell gut, schon aus Sicherheitsgründen. Die App arbeitet allerdings auch asynchron, weil im Innern der großen Maschinen ein Faradayscher Käfig besteht.
Wie viele Kollegen nutzen die App?
Lamken: In der Testphase bis März sind es 50 Geräte bzw. Kollegen. Wir testen alles zunächst an einem Bagger mit einem Service-Team. Im März wird es dann komplett in allen drei Tagebauen losgehen. In der Endstufe sollen bis zu 1.000 Geräte im Einsatz sein, die Lösung soll auch in der Kraftwerkssparte genutzt werden. Und mit den Kollegen, die für die Windparks verantwortlich sind, gibt es Gespräche. Die RWE Technology möchte diese Expertise in ihr weltweites Beratungsgeschäft im Energiesektor einbringen.