Schlichter als vor dem Note-7-Debakel: Der Stand von Samsung beim Mobile World Congress in Barcelona. Foto: Andrej Sokolow
Samsung steckt noch sein jüngstes Debakel um das Vorzeige-Phablet Samsung Note 7 in den Knochen, das wegen Feuergefahr komplett vom Markt verschwand. Auf der Mobilfunkmesse in Barcelona versuchte die versammelte Konkurrenz, Profit aus der Formschwäche der Südkoreaner zu ziehen, die nur mit neuen Tablets und Notebooks nach Spanien gekommen waren.
Zumindest hat sich Samsung in Barcelona nicht aus der Verantwortung gestohlen. Zum Start der Messe legte das Unternehmen selbst noch einmal den Finger in die Wunde. «Die letzten sechs Monate waren die herausforderndsten in der Geschichte des Unternehmens», sagte David Lowe von Samsung Europe. Jetzt gehe es darum, Vertrauen zurückzugewinnen. «Das geht aber nur mit Taten, nicht mit Worten.»
Demut und Bescheidenheit statt Lametta, Pomp und große Show.
Ein ausführlicher Analysebericht, wie es zu dem feuergefährlichen Debakel hat kommen können, liegt inzwischen vor, erarbeitet gemeinsam mit unabhängigen Sachverständigen. Der Fehler lag demnach eindeutig bei den genutzten Lithium-Ionen-Batterien, nicht am Gerät selbst.
Die Eile für einen rechtzeitigen Marktstart dürfte damals dabei mitentscheidend gewesen sein, denn Samsung wollte Apple im vergangenen Herbst eine Nasenlänge voraus sein. Inzwischen habe Samsung gemeinsam mit Forschungstreibenden ein umfangreiches Sicherungsprogramm aufgestellt. Künftig sollen nur noch Batterien verbaut werden, die ein neu geschaffenes Sicherheitslogo erhalten haben, erklärte Lowe.
Dennoch beeilt sich Samsung, der Konkurrenz nicht allzu viel Zeit zu lassen. Für den 29. März kündigte der Konzern ein neues Smartphone an.
dpa/rs