Inwieweit schädigt Handystrahlung das Gehirn?
Im aktuellen Newsletter berichtet Diagnose:funk über die türkische Forschergruppe Sirav/Seyhan, die nachwies, dass Handystrahlung geringer Intensität die Blut-Hirn-Schranke öffnen kann und dadurch Giftstoffe ins Gehirn gelangen können.
Die Arbeitsgruppe von Prof. Salford an der schwedischen Universität Lund veröffentlichte bereits 1992 die erste Studie, die zeigte, dass die Hochfrequenzbefeldung mit einer Frequenz von 915 MHz (GSM) eine verstärkende Auswirkung auf die Durchlässigkeit der Blut-Hirn Schranke haben kann, bei gepulster Strahlung sogar noch stärker.
Die Forscher Sirav und Seyhan konnten die Ergebnisse aus den 90ern nun bestätigen: Demnach soll Mobilfunkstrahlung von 900 und 1.800 MHz, die keine Erwärmung des Gewebes hervorruft, nach 20 Minuten Bestrahlung zu erhöhter Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke für Proteine führen.
In der Referenzdatenbank der Weltgesundheitsbehörde (WHO) und der Bundesregierung werden die Ergebnisse der Studie wie folgt wiedergegeben:
„Bei männlichen Ratten führte sowohl eine Exposition bei dem elektromagnetischen Feld von 900 MHz (Gruppe 1) als auch von 1800 MHz (Gruppe 3) zu einer signifikant erhöhten Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke im Vergleich zur Kontrollgruppe (Gruppe 5). Bei weiblichen Ratten führte nur die Exposition bei dem 900-MHz-EMF (Gruppe 2) zu einer signifikant erhöhten Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke im Vergleich zur Kontrollgruppe (Gruppe 6). Die Autoren schlussfolgern, dass eine Exposition von Ratten bei elektromagnetischen Feldern von 900 MHz oder 1800 MHz die Durchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke erhöhen könnte, wobei geschlechtsspezifische Unterschiede vorhanden sein könnten.“
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