3-Screen-Index mit Fokus „Elektroversandhandel“

Schneller zur neuen Heimelektronik

Immer häufiger werden hochwertige Heimelektronikgeräte über den mobilen Onlineshop gekauft. Keynote nahm die Webseiten von zehn Online-Anbietern von Technologieprodukten genauer unter die Lupe und analysierte diese auf drei verschiedenen Bildschirmen: Desktop-Browser, Smartphone und Tablet.

Erfasst wurden dabei die typischen Performance-Indikatoren wie die Gesamtladezeit und Erfolgsrate, die angibt, wieviel Prozent aller Seitenabrufe mit dem vollständigen Laden der Seite innerhalb von 60 Sekunden abgeschlossen werden konnten. Hinzu kommen Parameter wie Größe und Objektanzahl der Seiten, da die mobilen Webseiten bei den meisten Anbietern je nach Endgerät des Kunden unterschiedlich bereitgestellt werden. Untersucht wurden die Webseiten von Amazon, Computeruniverse, Conrad, Cyberport, Getgoods, Notebooksbilliger, Pearl, Redcoon, Saturn, Technikdirekt.*


Performance

Auf dem obersten Platz des Siegertreppchens landete die Onlinepräsenz von Notebooksbilliger.de. Diese Seite lädt nicht nur auf Smartphones mit durchschnittlich 3,55 Sekunden Gesamtladezeit am schnellsten, sondern weißt auch auf dem Tablet (Platz 2) und dem Desktop (Platz 3) gute Ladezeiten auf. Dahinter schaffen es Amazon und Otto in die Medaillenränge.

Der Rest der Anbieter erzielt eher heterogene Ergebnisse – abhängig vom eingesetzten Endgerät sind die Ladezeiten der verschiedenen Homepages doch recht unterschiedlich. Allgemein lässt sich diese Streuung auch bei 3-Screen-Messungen von Webseiten anderer Branchen beobachten. Denn einerseits sind die Umsätze über die digitalen Kanäle noch recht unterschiedlich verteilt, weshalb Anbieter Schwerpunkte bei der Performance-Optimierung setzen. Andrerseits beeinflussen Werbeanzeigen und eingesetzte Technologien (Stichwort Responsive Design) die Ladezeiten erheblich.

Der unterschiedliche Grad der Optimierung lässt sich bei einem Vergleich der Objektanzahl und der Seitengröße gut erkennen: Unternehmen wie Pearl oder Conrad verzichten (noch) auf spezielle mobile Versionen ihrer Webseite. Das Laden der Standard-Homepage auf dem Smartphone bringt daher die zu erwartenden Nachteile: zu viele Objekte, nicht optimierte Bilder sowie eine umständliche Bedienung, die Zoomen und Scrollen erfordert. Andere Anbieter wie Notebooksbilliger oder Cyberport folgen einem verbreiteten Ansatz: Sie liefern an Tablets zwar die Desktop-Seite aus, stellen aber für Smartphones eine kleinere, dafür gut optimierte Version zur Verfügung.


Das Ranking:

Desktop: Die drei bestplatzierten Seiten erreichten allesamt eine Ladezeiten von unter vier Sekunden: Getgoods (3,25 Sekunden), Notebooksbilliger (3,89 Sekunden) und Computeruniverse (3,96 Sekunden).

Interessant ist, dass Spitzenreiter Getgoods zwar die geringste Ladezeit aufwies, dafür aber mit 2,49 Sekunden den letzten Platz belegt, wenn es darum geht, das erste Objekt darzustellen und mit dem Bildaufbau zu beginnen. Diese „gefühlte Performance“ ist für den primären Eindruck eines potentiellen Käufers entscheidend. Wie schnell eine Seite mit dem Aufbau beginnt, ist von ihrer Architektur abhängig. Im vorliegenden Vergleich fing die Hälfte der Seiten nach etwa einer Sekunde mit dem Laden an, Spitzenreiter waren Saturn (0,64 Sekunden), Cyberport (0,67 Sekunden) und Amazon (0,75 Sekunden). Cyberport bot für Desktops die Seite an, die als erste Aktivitäten erlaubte – und zwar nach 1,64 Sekunden. Es folgten Redcoon (2,15 Sekunden) und Amazon (2,17 Sekunden) auf den Plätzen.

Smartphone: Da bei allen mobilen Verbindungen im Gegensatz zu den über das LAN verbundenen Desktops hohe Latenzen entstehen, die dafür sorgen, dass einzelne Requests (auch bei hohen Übertragungsraten via 3G oder 4G) jeweils eine relativ hohe Verzögerung aufweisen, ist bei Smartphones die Ladezeit von der Objektanzahl abhängig.

In der Wertung vorne befinden sich entsprechend die Anbieter, die mit der geringsten Seitengröße und Objektanzahl auskommen: Gerade einmal 19 Objekte und eine Seitengröße von 138 KB musste ein Smartphone-User bei Notebooksbilliger laden. Schlusslicht war Pearl mit 174 Objekten und einer Ladezeit von 14,68 Sekunden. Dort wurde ein Objekt geladen, das viele kleine Bilddateien enthält, die in der Seite verwendet werden. Dieser eigentlich clevere Ansatz, der theoretisch viele latenzintensive Requests der Seite einspart, krankte allerdings daran, dass just dieses Objekt mit einer durchschnittlichen Ladezeit von mehr als drei Sekunden das langsamste Objekt dieser nicht für mobile Zugriffe optimierten Homepage war.

Tablet: Ist ein Tablet über WLAN online, spielt die Objektzahl eine untergeordnete Rolle, während sie bei einer Anbindung über einen Mobilprovider zu ähnlichen Verzögerungen führt wie beim Smartphone. Die Messergebnisse wurden im einem „worst case“-Szenario ermittelt, also über eine mobile Verbindung.

Die beste Ladezeit mit 5,91 Sekunden zeigte Getgoods. Knapp dahinter folgten Notebooksbilliger und Conrad mit 6,03 respektive 6,27 Sekunden. Auch sechs weitere der gemessenen Seiten wiesen mit Werten unter acht Sekunden noch akzeptable Ladezeiten auf. Ausreißer nach unten leisteten sich Redcoon mit 11,41 Sekunden, die trotz geringer Seitengröße von gerade einmal 825 KB aus der hohen Objektanzahl (318) resultiert, und die nicht für den mobilen Abruf optimierte Seite von Pearl mit 14,21 Sekunden Ladezeit.


Verfügbarkeit

Den Idealwert von 100 Prozent Verfügbarkeit schaffte keiner der Kandidaten. Das kann bei den Seiten für Desktops unter anderem an nächtlichen kurzen Wartungsfenstern liegen, aber auch an Komponenten, die von fremden Servern kommen wie Kampagnen oder Anzeigen. Auch die Einbindung externer Services wie Google Analytics, Facebook oder Twitter kann einen negativen Effekt auf die gemessene Gesamtladezeit haben. Ausfälle aufgrund von Serverproblemen, die die grundsätzliche Erreichbarkeit einer Seite während der Geschäftszeiten beeinträchtigt hätten, konnten im Messzeitraum nicht festgestellt werden.

Bei den mobilen Messungen ist die Erfolgsrate naturgemäß etwas geringer, da die Übertragung des Traffics stärkeren, oftmals vom jeweiligen Mobilfunknetz abhängigen Schwankungen unterliegt.


Das Ranking:

Desktop: Die besten Erfolgsraten erreichten Technikdirekt (99,87 Prozent), Getgoods (99,82 Prozent) und Amazon (99,62 Prozent). Pearl schnitt hier deutlich schlechter als das Feld ab, da es beim Nachladen externer Komponenten immer wieder zu Timeouts kam (Ladezeit > 60 Sekunden), woraus sich eine Erfolgsrate von lediglich 91,49 Prozent ergab.

Smartphone: Die besten Erfolgsraten erreichten Amazon (97,98 Prozent), Getgoods (97,75 Prozent) und Cyberport (97,20 Prozent).

Bei der Smartphone-Präsenz von Computeruniverse trat ein interessanter Effekt auf: Bei Verbindungen über Vodafone wurde eine mobiloptimierte Version (ca. 32 Objekte, 470 KB) geladen, während über T-Mobile in den Tests die Web-Variante abgerufen wurde (ca. 83 Objekte, 1445 KB). Hier wurde aus den Messwerten dieser beiden Varianten für die Übersicht ein Mittelwert von 6,09 Sekunden bei der Ladezeit gebildet, wobei die vergleichsweise langen Ladezeiten über T-Mobile auch immer wieder zu Timeouts führten, was zu einer schlechten Erfolgsrate von 88,70 Prozent führte, die nur noch von Pearl (86,70 Prozent) unterboten wurde.

Tablet: Hier waren die Top-3: Technikdirekt (96,90 Prozent), Getgoods (96,67 Prozent) und Conrad (96,26 Prozent). Die rote Laterne gebührte – wie mangels Mobiloptimierung zu vermuten – Pearl (86,00 Prozent).



*Zur Messung
Die Messungen wurden im Zeitraum vom 24. März bis zum 24. April 2014 durchgeführt. Alle Desktop-Werte wurden mit Internet Explorer 9 ermittelt (n=120/URL/Tag). Die Mobil-Messwerte wurden mit einem iPhone 5 bzw. Galaxy Tab-Profil in WebKit über Mobilverbindungen von O2, T-Mobile, Vodafone). ermittelt (n=72/URL/Gerät/Tag). Mess-Standorte/Provider sind Berlin (Level3), Frankfurt (DTAG), Frankfurt (Interroute), Hamburg (Teliasonera) und München (C&W)


Bildquelle: Thinkstock/ iStock

 

 

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