Der Kameraspezialist Spidercam setzt auf ein Remote-Desktop-Tool zur Fernwartung.
Die Kameras des Unternehmens Spidercam mit Niederlassungen in Hamburg, Österreich und den USA sorgen derzeit auch für Bilder aus den Fußballstadien der Europameisterschaft. Beim Support dieser kritischen Anlagen verlässt sich der Spezialist auf die Remote-Desktop-Software Anydesk.
Die meisten der Kamera-Systeme kommen auf Leihbasis bei Events und Sportereignissen weltweit zum Einsatz. Das Unternehmen kümmert sich dabei nicht nur um die Logistik – die insgesamt rund 2,2 Tonnen schweren Komplettsysteme können per Flightcase an jeden Ort transportiert werden – sondern stellt auch entsprechende Crews für den Aufbau und die Bedienung zur Verfügung.
Vor Ort kommt es vor allem darauf an, dass die Systeme zu 100 Prozent zuverlässig und störungsfrei funktionieren. Ausfälle sind bei Veranstaltungen, die live für ein Millionenpublikum übertragen werden, keine Option. Um die Crews vor Ort bei Bedarf schnell unterstützen zu können, sind Techniker und Support-Mitarbeiter von Spidercam rund um die Uhr per Hotline erreichbar.
Hilfe ist jedoch oft nur dann möglich, wenn die Technik-Spezialisten auf die entsprechenden PCs, die für die Steuerung der Systeme zuständig sind zugreifen können. Dazu setzt die IT-Abteilung auf Software für Fernwartung beziehungsweise Remote Support – und das weltweit.
Die bislang eingesetzte Lösung erfüllte jedoch im Laufe der Zeit die gestellten Anforderungen immer weniger, wie Jan Peters, Geschäftsführer der Spidercam GmbH, berichtet: „Wir hatten immer wieder Probleme mit der Performance bei der Fernwartung, was unseren Mitarbeitern die Arbeit erschwert hat. Wenn eine Crew vor Ort unter Zeitdruck ein System aufbaut und Hilfe benötigt, darf uns die IT beim Fernzugriff nicht ausbremsen. Zudem war das Lizenzmodell des Anbieters für unsere Zwecke aus Kostengründen eher unattraktiv.“
Anlass genug, sich nach einem alternativen Remote-Desktop-Tool umzusehen. Gewünscht war dabei vor allem eine Lösung, die sich möglichst schlank und effizient auf den wesentlichen Anwendungsfall konzentriert. Eine umfassende, komplexe Collaboration-Suite mit Zusatzfunktionen wie Videokonferenz oder Chat stand bewusst nicht zur Debatte. Stattdessen sollte eine funktional möglichst reduzierte und einfach bedienbare, dafür leistungsstarke Remote-Support-Software eingeführt werden.
Nach intensiven Tests sowie auf Anraten eines externen IT-Beraters entschied man sich für den Umstieg auf das in Deutschland entwickelte Remote-Desktop-Tool Anydesk. Die Software ist mit einem speziellen Video-Codec vor allem auf große Geschwindigkeit ausgelegt: Durch eine hohe Bildwiederholrate und geringe Latenz soll ein möglichst flüssiges Arbeiten auf dem entfernten Rechner ermöglicht werden.
Die insgesamt fünf Mitarbeiter der Engineering-Abteilung von Spidercam in Deutschland und Österreich nutzen das Tool nun beispielsweise, um bei Bedarf vom Büro aus Einstellungen an den vor Ort aufgebauten Seilkamera-Systemen anzupassen. Der Supporter verbindet sich dazu mit der Software innerhalb von Sekunden mit dem jeweiligen Steuerungsrechner, sieht dessen Desktop auf dem eigenen Rechner und kann die nötigen Arbeiten ausführen.
„Wenn eines unserer Systeme mit hohem logistischem Aufwand um die halbe Welt transportiert wurde und für eine Großveranstaltung benötigt wird, ist das reibungslose Funktionieren sowohl für unseren Kunden als auch für uns absolut kritisch. Rund um die Uhr ist innerhalb von 30 Minuten einer unserer Mitarbeiter aus dem Engineering verfügbar“, erklärt Jan Peters. „Bei Schwierigkeiten, die die Crew vor Ort nicht selbst beheben kann, können wir uns mit der Software per Internet auf das betreffende System aufschalten. Der Techniker hat dann im Prinzip alle Möglichkeiten, als säße er selbst am Rechner, beispielsweise für ein Feintuning an den Settings der Anlage.“
Bildquelle: Spidercam