30.08.2017 Aufklärung in Sachen digitaler Sicherheit

Sicherer Schulstart: Checkliste für Cybersecurity

In vielen Bundesländern beginnt in dieser Woche das neue Schuljahr. Für viele Eltern gehört es inzwischen dazu, ihre Kinder im Umgang mit technischen Geräten und dem Thema Sicherheit aufzuklären. Die folgende Checkliste bietet dabei Unterstützung.

Eltern müssen Aufklärung in Sachen digitaler Sicherheit leisten.

Eltern müssen Aufklärung in Sachen digitaler Sicherheit leisten.

Den ersten Computer oder Laptop zu erhalten, den das Kind für seine Schularbeiten nutzen kann, gehört zum Erwachsenwerden dazu. Es ist der erste Schritt in Richtung Unabhängigkeit. Darüber hinaus können die Kinder damit mehr Verantwortung für sich selbst übernehmen. Dennoch sollten Eltern sie mit dem Gerät nicht komplett alleine lassen, sondern einige wichtige Regeln festlegen – vor allem was die Sicherheit angeht.
 
Malwarebytes hat eine Checkliste zum Thema Cybersecurity zusammengestellt, die zeigt, wie Kinder auf das kommende Schuljahr vorbereitet werden können:

 

  • Vorsicht bei „zu-gut-um-wahr-zu-sein"-Software und -Angeboten: Verspricht die Werbeanzeige wirklich einen nagelneues Macbook für 200 Euro, wenn man nur darauf klickt und seine persönlichen Daten eingibt? Es lohnt sich bei solchen Anzeigen zum Schulstart nachzudenken, vor allem, wenn das Produkt sehr billig angeboten wird. Es könnte Adware oder Betrug sein oder den Nutzer auf eine böswillige Seite weiterleiten, die den Computer infiziert.
  • Sicherheitssoftware auch bei neuen Produkten installieren: Ein Antivirus-Programm mit Anti-Phishing-Funktionen, Firewall, Script-Blocker, Ad-Blocker, Passwort-Manager, Anti-Diebstahl-Apps, Anti-Malware und -Ransomware – all diese Programme gehören auf einen Laptop. Cyberangriffe können heutzutage aus den verschiedensten Richtungen kommen und dann zahlt es sich aus, diese Programme auf dem Laptop, Smartphone und Computer daheim installiert zu haben. Und Kinder mit Macs sind inzwischen auch nicht mehr so sicher wie früher unterwegs.
  • Physische Sicherheit ist genauso wichtig: Eltern sollten nicht nur die Daten in den Geräten schützen, sondern auch ein Auge auf die physische Sicherheit werfen. Damit sind keine gepolsterten Taschen für Laptops oder sturz- und bruchsichere Cases für Smartphones und Tablets gemeint. Es geht um Notebook-Sicherheitsschlösser und USB-Schnittstellen-Blocker – also Tools, die Diebstahl und unautorisierten Zugriff verhindern – auch wenn die Kinder in der Schule sind.
  • Computer bei kurzer Abwesenheit sperren: Auch das Sperren des Bildschirms ist ein einfaches Mittel, andere davon abzuhalten, sich die Daten auf dem Laptop des Kindes genauer anzuschauen oder ihm einen Streich zu spielen. Dabei gehört das auf den Kopf stellen des Bildschirms noch zu den harmloseren Maßnahmen. Schlimmer wird es, wenn andere Kinder falsche oder peinliche Informationen auf den Social Media-Accounts des Kindes posten.
  • Die Autorun-Funktion abstellen: Malware kann auf USB-Sticks gespeichert und transportiert werden. Wenn der Laptop automatisch alles abspielt, was mit ihm verbunden wird, dann ist das ein Problem. Es gibt mehrere Wege, Autorun abzustellen: für Windows-Nutzer hat Microsoft eine eigene Seite erstellt.
  • Multi-Faktor-Authentifizierung: Die meist verbreitete und genutzte Multi-Faktor-Authentifizierung ist die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Zum besseren Verständnis, sollten Eltern ihnen am eigenen Smartphone oder Computer zeigen, wie es geht. Wenn Kinder dann in der Schule gebeten werden, sich für ein Online-Programm zu registrieren, das Daten speichert, können sie sich melden und fragen, ob das Programm eine Multi-Faktor-Authentifizierung anbietet.
  • Kein Rooten oder Jailbreaking: Wenn die Kinder älter werden, kommen sie oft in die Versuchung, ihre Geräte zu rooten oder einen Jailbreak durchzuführen. Der Jailbreak öffnet das Gerät, um Änderungen und uneingeschränkte Downloads durchzuführen und Apps von Drittanbietern zu installieren. Das kann für die Kinder recht nützlich sein, wenn sie Apps wollen, die nicht im offiziellen App-Store vorhanden sind. Dennoch erhöht Jailbreaking und Rooten die Chancen eines erfolgreichen Hacker-Angriffs, da die Original-Sicherheitseinstellungen des Geräts überschrieben worden sind. Dies macht sie anfälliger und empfänglicher für Gefahren.
  • Konsolen-Firmware updaten: Arbeit allein macht auch nicht glücklich. Nicht alle Kinder beschäftigen sich nur mit Taschenrechnern, Kopfhörern und Tastaturen. Spielekonsolen entwickeln sich immer mehr zu Computern. Auch wenn sie sich selten Malware einfangen, können Hacker ihre Sicherheitsvorkehrungen umgehen, um zum Beispiel Zugriff auf die Spieler-Accounts zu erhalten. Daher ist es wichtig, die Updates der Konsolen-Firmware regelmäßig zu installieren. 

Darüber hinaus ist es wichtig, dass sich die kleinen Nutzer mit den Nutzungsrichtlinien der Schultechnologie auseinanderzusetzen. Das ist zwar ein langweiliges Thema, aber Schulen legen nicht umsonst einige Regeln fest, wie das Internet zu nutzen ist. Personal und Schüler müssen den Nutzungsbedingungen zustimmen, bevor sie Zugriff auf das Netzwerk der Schule erhalten. Leider haben viele Bildungseinrichtungen noch keine solchen Bedingungen, aber wenn doch, sollte das Kind sich damit vertraut machen. So kann es sichergehen, dass es nicht zur Rede gestellt wird, weil es die schulischen Ressourcen missbraucht hat.

Auch über sogenannte Schultersurfer sollte gesprochen werden, denn es ist nicht normal, wenn fremde Personen dem Kind über die Schulter schauen und mitlesen, was auf ihrem Laptop, Tablet oder Smartphone gemacht wird. Das ist ein ernsthaftes Sicherheitsrisiko und verletzt die Privatsphäre, denn diese Person kann zum Beispiel Passwörter und Nutzernamen mitlesen.


Bildquelle: Thinkstock/iStock

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