08.06.2017 Alexa kauft ein

Sicheres Online-Shopping mit Amazon Echo

Von: Ina Schlücker

Wie man Einkaufsfunktionen bei Amazon Echo am besten absichert, erläutert Alexander Vukcevic vom Sicherheitsspezialisten Avira.

Alexander Vukcevic, Avira

Alexander Vukcevic, Director bei Avira Virus Labs

Herr Vukcevic, welchen Gefahren sehen sich die Nutzer von sprachgesteuerten Assistenzsystemen wie Amazon Echo ausgesetzt?
A. Vukcevic:
Die Datenübertragung an den Sprachdienst könnte abgefangen werden und Angreifer könnten dann alle Sprachkommandos und Antworten mithören. Ein weiteres Szenario wäre ein Hacker-Angriff auf die Echo-Geräte. Hacker könnten sich Zugriff darauf verschaffen und Nutzer gezielt abhören.

Eine weitere Gefahr besteht durch Online-Shopping-Funktionen. Es gab bereits Fälle, bei denen Alexa Puppenhäuser bestellt hat, da im Fernsehen eine Sendung mit dem passenden Sprachkommando zur Bestellung lief.

Inwiefern sind Lauschangriffe im eigenen Wohnzimmer übertriebene Panikmache oder durchaus denkbare Szenarien?
A. Vukcevic:
Es ist technisch sicher möglich, Echo-Geräte zu hacken. Deshalb sind Lauschangriffe auf jeden Fall ein denkbares Szenario. Solche Angriffe sind auch bei Mobiltelefonen und Smart-TVs möglich. Von daher ist die Gefahr für Lauschangriffe im Wohnzimmer bei vielen Menschen schon jetzt potentiell vorhanden.

Mit welchen Sicherheitsfunktionen ist Alexa ausgestattet?
A. Vukcevic:
Einige Funktionen wie z.B. Einkäufe können durch einen Zahlencode gesperrt oder deaktiviert werden. Das Echo-Gerät kann über einen Knopf deaktiviert werden.

Wie lässt sich die Benutzerauthentifizierung bei Alexa regeln?
A. Vukcevic:
Es lassen sich mehrere Nutzerprofile im Echo-Gerät eintragen. Das Nutzerprofil kann durch ein Sprachkommando gewechselt werden. Was jedoch fehlt, ist eine Passwortabfrage beim Nutzerwechsel.

Inwieweit lassen sich Kindersicherungen oder Regeln für den Jugendschutz einrichten?
A. Vukcevic:
Die Einkaufsfunktion kann u.a. mit einer PIN gesichert werden. Für Amazon Video gibt es eine Kindersicherungsfunktion, mit der sich per PIN für Kinder ungeeignete Inhalte sperren lassen.

Die an Alexa gestellten Fragen, Befehle und Antworten wandern direkt in die Cloud. Wie können die Nutzer nachvollziehen, wo welche Daten gespeichert werden? Wie können sie Einblick in ihre Datenhistorie nehmen und bei Bedarf Informationen auch wieder unwiderruflich löschen?
A. Vukcevic:
Die Datenhistorie kann über die Alexa-App eingesehen werden. Dort können auch Kommandos und Nachrichten gelöscht werden. Amazon räumt offiziell ein, dass Kunden- und Sprachdaten an die an Alexa angebundenen Drittanbieter weitergegeben werden.

Was bedeutet dies für die Einhaltung von Datenschutz und die Wahrung der Privatsphäre der Kunden?
A. Vukcevic:
Amazon wälzt bei der Verwendung von Diensten von Drittanbietern die Verantwortung hinsichtlich des Datenschutzes auf die Kunden ab. Der Kunde muss selbst bei jedem Anbieter prüfen, was mit seinen persönlichen Daten geschieht.

Welche Tipps sollten die Nutzer beim Umgang mit Alexa beherzigen, um etwas mehr Sicherheit zu erhalten?
A. Vukcevic:
Nutzer sollten die Einkaufsfunktion mit einer PIN sichern und die Mikrofone des Echo-Gerätes deaktivieren, wenn das Gerät nicht genutzt wird.

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