Zahlreiche Security-Apps haben schwerwiegende Sicherheitslücken, wie das Fraunhofer-Institut für Sichere Informationstechnologie SIT mitteilt. Dadurch sei es möglich, die App in ein Angriffswerkzeug umzuwandeln. So könne die App beispielsweise Funktionen sperren und dann wie Ransomware vom Besitzer Geld erpressen. „Nach unseren Abschätzungen können weltweit bis zu 675 Millionen Geräte betroffen sein“, sagt Michael Waidner, Leiter des Fraunhofer SIT.
Die Experten für Softwaresicherheit des Instituts untersuchten die Sicherheits-Apps ausgewählter Anbieter, darunter auch die zum Zeitpunkt der Untersuchung aktuellen Versionen von bekannten Anbietern wie Avira, Kaspersky, McAfee, Eset und Clean Master Security. In allen analysierten Apps wurden Sicherheitslücken gefunden.
Durch Ausnutzung dieser Schwachstellen können Angreifer etwa die Schutzfunktion der Sicherheits-Apps abschalten, ohne dass die Nutzer es merken. Auch persönliche Daten wie Adressbuch oder Kalender ließen sich klauen. Im schlimmsten Fall lässt sich die Sicherheits-App in Ransomware verwandeln, mit deren Hilfe Verbrecher zum Beispiel das Handy sperren, um vom Smartphone-Besitzer Lösegeld zu erpressen.
„Wir haben die Hersteller umgehend über die Sicherheitslücken informiert. Die überwiegende Mehrheit hat sofort reagiert und die Sicherheitslücken geschlossen“, erklärt Waidner. „Auf Smartphones, auf denen die Apps automatisch Updates aus den App-Stores herunterladen, sind die Sicherheitsprobleme behoben. Sofern Nutzer keine automatische Updatefunktion aktiviert haben, sollten sie die eigenen Apps umgehend aktualisieren, um sich vor möglichen Angriffen zu schützen.“
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