Eine von Mattel und Toy Talk entwickelte Wifi-fähige „Hello Barbie" kann beispielsweise Aufnahmen speichern und verarbeiten – unklar bleibt, ob diese Informationen zu Werbezwecken genutzt werden könnten.
„Dabei sollte man sich vor Augen führen“, so F-Secure-Sicherheitsberater Sean Sullivan, „dass Smart Toys nicht nur für Eltern und Kinder, sondern auch für die Hersteller komplettes Neuland sind.“ Vernetzte Spielzeuge seien, wie alle anderen IoT-Geräte auch, ein hart umkämpfter Markt. Allerdings gibt es noch zahlreiche Beispiele, bei denen die Sicherheit der Geräte geradezu nebensächlich erscheint. „Den Anbietern ist es oft wichtiger, ihren Kundenstamm zu vergrößern, als die Daten ihrer Kunden effektiv zu schützen. Aus diesem Grund werden wir wahrscheinlich noch einige Zeit mit Sicherheitslücken in Smart Toys zurechtkommen müssen“, so Sullivan weiter.
Konkreten Sicherheitslücken ist beispielsweise der Sicherheitsanbieter Rapid7 Anfang Februar auf die Spur gekommen. Gefunden wurden Schwachstellen bei interaktiven Fisher-Price-Spielzeugen und in den GPS-Uhren des Herstellers Hereo.
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Im Fall des interaktiven Plüschtiers „Smart Toy“ von Fisher-Price konnten Angreifer aufgrund eines Fehlers bei der Nutzerauthentisierung Zugang zu grundlegenden Infos über das Kind einschließlich dessen Namen und Geburtsdatum erhalten, Account-Daten manipulieren sowie Kontrolle über die im Spielzeug integrierten Funktionen gewinnen. Bei der GPS-Plattform von Hereo handelte es sich ebenfalls um einen Fehler bei der Zugriffsberechtigung auf den Web-Service (API). Diese Schwachstelle erlaubte es laut Rapid7 den Angreifern, einen weiteren Nutzer-Account innerhalb einer Familie zu authorisieren und damit Aufenthaltsort und Profildetails der Familienmitglieder einzusehen oder sogar Nachrichten an sie zu senden. Mittlerweile wurden beide Schwachstellen geschlossen.
Wie leicht sich vernetzte Spielzeuge attackieren lassen, zeigte Sicherheitsexperte Ken Munro, der Anfang 2015 zwei vernetzte Spielzeuge hackte. Munro beschrieb das Spielzeug als ein „als Puppe verkleidetes Bluetooth-Headset“ und identifizierte vier Arten, wie das Gerät angegriffen werden konnte, u.a. einen Man-in-the-Middle-Angriff. Der professionelle Hacker modifizierte die Android-App, mit der über ein Smartphone eine Verbindung zum Spielzeug hergestellt werden kann, und war so in der Lage, die Puppe übel fluchen zu lassen. Für den Sicherheitsanbieter Eset bedeutet dies im nächsten Schritt „dass Kinderzimmer zum Einfallstor für Cyber-Kriminelle werden, sollte sich die Vernetzung ohne ausreichende Sicherheitsmechanismen fortsetzen.“ Nicht zuletzt ist selbst die Barbie-Puppe nicht mehr das, was sie mal war. So kann die von Mattel und Toy Talk entwickelte WiFi-fähige „Hello Barbie“ Aufnahmen speichern, verarbeiten, konvertieren, transkribieren und überprüfen. Laut Eset bleibe unklar, ob diese Infos für Werbezwecke genutzt werden könnten. Der Anbieter Bitdefender geht weiter ins Detail: Ein Mikrofon, das in Barbies Kette versteckt ist, nimmt Sprachbefehle auf. Es überträgt die Aussagen des Kindes ins Internet, analysiert sie und antwortet mit einer von 8.000 Textzeilen, die in einem Cloud-Server gespeichert sind. Wie bei jedem Objekt, das an das Internet angeschlossen wird, besteht auch bei Barbies die Möglichkeit, gehackt zu werden. Laut Bitdefender wurde bereits von Sicherheitsexperten demonstriert, dass die Wifi-fähige Barbie gehackt und in ein Überwachungsgerät verwandelt werden kann. Besitzen Hacker Zugriff auf die Backend-Software, können sie Zugang zu Kontoinformationen, gespeicherten Audiodateien oder zum Mikrofon erhalten.
Hier stellt sich die Frage: Wie ruhig kann man schlafen, wenn man durch Puppenaugen beobachtet wird?
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