Nachgefragt bei Uwe Klatt, Lifesize

Smartphones und Tablets als Schweizer Taschenmesser

Interview mit Uwe Klatt, Regional Director Central and Northern Europe bei Lifesize

Uwe Klatt, Lifesize

Uwe Klatt, Regional Director Central and Northern Europe bei Lifesize

Herr Klatt, welche Motivation haben Mitarbeiter, unterwegs an Video- bzw. Webkonferenzen teilzunehmen? Was lässt Sie von einer Teilnahme eher absehen?
Uwe Klatt:
Smartphones und Tablets entwickeln sich immer mehr zum Schweizer Taschenmesser in der Geschäftskommunikation. Fast alle Aufgaben lassen sich darüber abwickeln. Die Motivation für mobile Video- oder Webkonferenzen liegt in der Effizienz dieser visuellen Kommunikationsform. Die Ergebnisse einer Fraunhofer Studie zum Mehrwert der Videokommunikation zeigen das Potential: Abstimmungen per Video sind nicht unbedingt schneller als über Telefon oder Mail. Allerdings sind die Qualität der Ergebnisse und die Zufriedenheit der Mitarbeiter deutlich höher. Das gilt natürlich nur, wenn die Übertragungsqualität stimmt und die Lösung einfach zu nutzen ist. Wenn Mitarbeiter erst umständliche Konfigurationen vornehmen müssen oder das Bild immer wieder einfriert, steigen sie schnell auf die klassische Telefonkonferenz um.

Wie ist es um die Qualität der Verbindung sowie der Bild- und Tonübertragung im WLAN und 3G-Netz bestellt?
Klatt:
Verbindungen mit gutem Bild und gutem Ton sind heute sowohl über das 3G-Netz als auch im WLAN möglich. Einschränkungen können im WLAN dann bestehen, wenn die angeschlossene Internetzuleitung in der Bandbreite beschränkt ist oder wenn die verfügbare Internetbandbreite durch andere gleichzeitige Nutzer geschmälert wird. Im 3G-Netz dagegen kommt es vor allem auf die Abdeckung mit dem Datensignal am betreffenden Standort an. Mit guter Abdeckung sind gute Verbindungen möglich, wenn auch nicht in HD-Bildauflösung.

Welche Unterschiede wird eine Nutzung im 4G-Netz mit sich bringen?
Klatt:
4G-Netze ermöglichen störungsfreie Videokommunikation in High Definition. Die steigende Nutzerzahl für 4G wird der professionellen mobilen Videokommunikation zu einem neuen Durchbruch verhelfen, insbesondere wenn Batterielaufzeiten mobiler Geräte im 4G-Betrieb noch gesteigert werden können.

Eine aktuelle Studie kommt zu dem Schluss, dass Unternehmen den neuen LTE-Standard für ihre Kommunikation noch eher verhalten nutzen? Wie lautet Ihre eigene Einschätzung hinsichtlich der LTE-Nutzung in Deutschland, Österreich und der Schweiz?
Klatt:
Die Nutzung von LTE für die professionelle Videokommunikation scheint im Moment eher noch die Ausnahme zu sein – der Trend ist aber insbesondere in Ballungszentren unübersehbar.

Worin liegen die Stärken und die Schwächen der verschiedenen Betriebssysteme iOS, Android, Blackberry OS und Windows Phone, wenn es um Web- und Videokonferenzen geht?
Klatt:
Aus unserer Sicht sollte die Qualität von Web- und Videokonferenzen nicht vom Browser oder dem Betriebssystem abhängen. Gerade mobile Lösungen müssen unkompliziert und unabhängig vom Gerät des Anwenders sein, da das Smartphone unterwegs zum Allzwecktool wird. Unsere Lösung Lifesize UVC Clearsea unterstützt deshalb mehr als 50 Android- und iOS-Geräte, so dass sich Nutzer jederzeit ohne umständliche Konfiguration mobil und visuell austauschen können. Ist die Interoperabilität zwischen der Videolösung und den verschiedenen Plattformen nicht gewährleistet, besteht die Gefahr, dass Anwender auf Consumer-Lösungen zurückgreifen, die für geschäftliche Anwendung nicht geeignet sind.

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