Norbert Rickert, Sales Director Germany bei Motorola Solutions
Herr Rickert, welche speziellen Anforderungen stellt die Logistikbranche generell an mobile Lösungen?
Norbert Rickert: Transport- und Logistikunternehmen benötigen Lösungen für ein praktikables Lager- und Flottenmanagement sowie für den Transport- und Zustellprozess. Mobil arbeitenden Mitarbeiter müssen jederzeit auf Kunden- und Auftragsdaten zugreifen und Informationen über den Stand der Lieferungen in die Unternehmenssysteme einpflegen können sowie vermehrt Transaktionen vor Ort beim Kunden durchführen. Zudem sind eine genaue Dokumentation des Frachtstatus und eine flexible Routenplanung von Bedeutung, um die Transportkosten gering zu halten und die Zustellung von Lieferungen zu beschleunigen.
Wie ausgereift ist der Markt für mobile Lösungen?
Rickert: Speziell für Lagermanagement und Zustellprozesse bietet der Markt eine große Bandbreite an gut entwickelten Transport- und Logistiklösungen. Mit der kürzlich erfolgten Übernahme von Psion PLC hat die Motorola Solutions ihr Portfolio an mobilen Lösungen um widerstandsfähige Handheld-Geräte und Fahrzeugterminals für die Schwerpunkte Lager und Lagerplätze, Kühlketten sowie Häfen weiter ausgebaut und bietet Kunden heute ein umfassendes Portfolio von mobilen Computern, Barcodescannern und -Imagern, RFID-Systemen sowie WLAN-Technologien. Im Lagermanagement ermöglichen mobile Endgeräte mit Long-Range-Imager Barcodes selbst von hohen Regalen zu erfassen. Auch tragbare Freihandcomputer oder mobile Fahrzeugcomputer können zu einer besseren Wirksamkeit im Warenlager beitragen. Mit den portablen Lösungen haben Lagermitarbeiter die Hände für das Handling von Paketen oder die Kommissionierung frei und können ihre Aufgaben daher schneller erledigen. Robuste Mobilcomputer ermöglichen verbesserte Transport- und Zustellprozesse, indem beispielsweise Liefernachweise direkt an der Haustür des Kunden erstellt werden können (Proof of Delivery). Insgesamt lassen sich dadurch alle Abläufe und Warenbewegungen transparent nachverfolgen.
Wie verbreitet ist in diesem Zusammenhang der Einsatz von RFID-Technologien?
Rickert: Der RFID-Bereich verzeichnet derzeit insbesondere in Transport und Logistik hohe Wachstumsraten. RFID bietet vor allem für das Lager- und Bestandsmanagement viele Möglichkeiten wie z.B. eine schnelle und zuverlässige Bestandserfassung. Indem Einzelartikel, Kartons oder Paletten mit RFID-Tags gekennzeichnet werden, erhalten Unternehmen zudem einen genauen Überblick über den Zustand und den Status ihrer Produkte über die gesamte Lieferkette hinweg.
Von welchen Vorteilen können Unternehmen schon jetzt profitieren?
Rickert: Die Möglichkeiten reichen von der Optimierung von Abläufen, der höheren Transparenz von Prozessen im Lager und beim Transport – Stichwort „Track & Trace“ – bis hin zur flexiblen mobilen Routenplanung. Diese Vorteile tragen dazu bei, dass Mitarbeiter und letztlich auch die Unternehmen deutlich reaktionsfähiger werden und Kundenanforderungen schneller und mit besserem Service erfüllen können.