06.03.2017 Auf lange Garantielaufzeiten achten

Stärken und Schwächen von Rugged-Devices

Von: Lea Sommerhäuser

Schwaches Glas? Zu hohes Gewicht? Im Interview erläutert Patrick Cummins, Regional Manager Central Europe bei Xplore Technologies, die Stärken wie auch Schwachstellen von Rugged-Devices und worauf Anwender beim Kauf achten sollten.

Patrick Cummins, Xplore

„Das Design ist inzwischen sehr schlank und elegant geworden, und das Gewicht der Geräte liegt aktuell bei ca. einem Kilogramm“, weiß Patrick Cummins von Xplore über Rugged-Devices zu berichten.

Herr Cummins, Smartphones, Tablets und Notebooks – all diese Geräte gibt es auch im Rugged-Format. Doch wie gefragt sind Rugged Devices anno 2017 tatsächlich? Wer ist hier die Zielgruppe bzw. wo kommen die Rugged-Geräte jeweils zum Einsatz?
Patrick Cummins:
Diese Geräte sind ideal für Anwender, die in rauen Umgebungen (d.h. vorwiegend im Außeneinsatz) arbeiten. Die robusten Tablets halten dabei auch sehr hohen und tiefen Temperaturen stand. Außerdem können sie in Reinraumumgebungen, in Schutzzonen (X-Umgebungen), in staubigen oder nassen Umgebungen eingesetzt werden. Besonders häufig werden robuste Tablet-PCs von der Industrie, bei Stadtwerken und Versorgern, in der Forstwirtschaft, in der Logistik (als flexible Alternative zu Staplerterminals), im Transportgewerbe, im Rettungsbereich, von der Polizei und beim Militär genutzt.

Man differenziert zwischen Semi-, Fully- und Ultra-Rugged-Geräten. Worin bestehen die jeweiligen Unterschiede?
Cummins:
Semi – IP Rating IP52 und IP54, Fully – IP65, Ultra – IP67+.

Welcher Typus ist aktuell am meisten gefragt und warum?
Cummins:
Der Trend geht vom Semi-Rugged- zum Fully-Rugged-Gerät. Dies liegt u.a. daran, dass sich das Gewicht und die Preise der Fully-Rugged-Geräte zunehmend denen der Semi-Rugged-Geräte annähern.

In welchen Punkten übertrumpfen Rugged-Modelle die „normalen“ Consumer-Devices?
Cummins:
Besonders überlegen sind die Rugged-Modelle im täglichen Einsatz bei Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit (Akku) sowie der Ablesbarkeit des Bildschirms selbst bei starker Sonneneinstrahlung. Darüber hinaus bieten sie einen höheren ROI dank ihrer zuverlässigen Verfügbarkeit (weniger Ausfallzeiten) und ihrer höheren Lebensdauer (5 Jahre+), einem längeren Produktlebenszyklus inkl. langer Ersatzteilversorgung und einem effektiven Reparatur-Service (innerhalb 24 Stunden).

„Uncooles“ Design, hohes Gewicht, hohe Kosten bei den Rugged-Devices: Sind das nur Mythen, die die Nutzer davon abhalten, auf Rugged-Devices zu setzen?
Cummins:
Das Design ist inzwischen sehr schlank und elegant geworden, und das Gewicht der Geräte liegt aktuell bei ca. einem Kilogramm. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Nutzer im Praxiseinsatz schnell von den Rugged-Modellen überzeugt sind.

Wie behandeln die Anwender ihre Rugged-Modelle? Gehen sie damit anders um als mit Consumer-Devices?
Cummins:
Wichtig sind eine frühzeitige Einbindung der Mitarbeiter und eine umfassende Einführung in die Gerätenutzung. Generell sollten die Geräte trotz ihrer robusten Bauweise dennoch sorgfältig behandelt und regelmäßig gewartet werden.

Welche Tests müssen Rugged-Devices grundsätzlich bestehen, ehe sie in Produktion gehen?
Cummins:
Die wichtigsten Tests sind Vibrations- und Schocktests, Falltests sowie Wasser- und Staubtests.

Was geht bei solchen Geräten „am schnellsten“ kaputt?
Cummins:
Bewegliche Teile sind auf ein Minimum reduziert – keine Scharniere, keine Festplatte etc. Schwachpunkt ist immer noch der Bildschirm (Glas). Die Schwachstelle „Bildschirm“ wurde mit Gorilla- und Dragon-Glas in den letzten Jahren deutlich verbessert. Das Gorilla Glas 3 ist bis zu fünf Mal widerstandsfähiger als normales chemisch gehärtetes Glas.

Worauf sollten Anwender letztlich beim Kauf von Rugged-Devices achten (auch hinsichtlich Betriebssystem, Mobile Device Management...)?
Cummins:
Ich würde empfehlen, auf eine lange Garantielaufzeit (5 Jahre), eine langjährige Erfahrung des Herstellers bei Rugged-Devices (idealerweise 10 Jahre+) und entsprechende Kundenreferenzen, eine gute Service-Abdeckung im jeweiligen Land, eine lange Ersatzteilverfügbarkeit und lange Produktlebenszyklen zu achten.

Bildquelle: Xplore

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