11.07.2017 Gründerservice INiTS: App diagnostiziert Herzprobleme

Start-up-Initiative nutzt verwertbare Uniforschung

Eine App aus Österreich soll Herzprobleme über die Smartphone-Kamera diagnostizieren.

­Eine smarte Artificial Intelligence-Lösung erkennt Herzprobleme mit der Handy-Kamera. Diese kurz vor dem Markteintritt stehende Anwendung österreichischer Wissenschafter ist nur eine von zahlreichen, die im Rahmen der Pilotphase der Start:IP-Initiative des universitären Gründerservice INiTS identifiziert wurde. Die Initiative findet kommerziell spannende Forschungsergebnisse österreichischer
Universitäten und bietet diese potentiellen Gründern für den Aufbau eines Start-ups an.

Die Vorteile der Initiative: Gründungsinteressierte finden Ideen und Universitäten sehen Forschungsleistungen in konkrete Anwendungen weiterentwickelt und vermarktet.

Herzprobleme erkennen

Das Smartphone kann zum Lebensretter werden, ­ zumindest dann, wenn die derzeit in Entwicklung befindliche App des Projekts Heartshield auf dem Gerät installiert ist. Dann soll es ausreichen, den Finger 60 Sekunden vor die Kameralinse des Handys zu legen und die App arbeiten zu lassen. Mittels Durchleuchtung wird dann der Sauerstoffgehalt im Blut gemessen und die Herzfrequenz berechnet. Dank smarter Artificial Intelligence-Algorithmen können so mit hoher Sicherheit Blockaden der Arterien identifiziert werden.

Dass solch eine App in Österreich zur Marktreife gelangt, ist der Initiative Start:IP des universitären Gründerservice INiTS zu verdanken. Dieses vergibt ungenutzte Forschungsergebnisse an österreichischen Universitäten mit Personen, die Interesse an einer Unternehmungsgründung haben. Wie groß das Potential und Interesse auf beiden Seiten ist, zeigte dabei die vor kurzem beendete Pilotphase.

„Die Pilotphase war auf einige wenige Universitäten in Wien begrenzt und hat aber sofort zur Identifizierung zahlreicher Forschungsergebnisse geführt, die sich zur Kommerzialisierung im Rahmen eines Start-ups eignen. Für mehrere davon konnte das INiTS sogar noch während der Pilotphase interessierte Gründer finden", berichtet Irene Fialka, Geschäftsführerin des INiTS.

Geschäftsideen und Gründer zusammenführen

Neben dem Team von Heartshields zählt auch das Start-up 23° dazu. Ein umfassendes Data Warehouse für Open-Data-Portale, das demografische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Daten aggregiert und in einem Online-Atlas visualisiert. Dabei können sowohl unterschiedliche Formate als auch verschiedenste Quellen genutzt werden.

Zu den weiteren Innovationen, die Start:IP bereits in der Pilotphase entdeckte, zählen: Die elektronische Zunge – ein Test zur objektiven Beurteilung der Bitterkeit von Nahrungsmitteln und Pharmazeutika sowie eine Substanz, die eine bakterielle Infektion von Bienenvölkern verhindern kann. Je mehr Forschungseinrichtungen kontaktiert wurden, desto öfter stießen die Initiatoren auf interessante Erfindungen.

Dank dieser Erfolge wird Start:IP nun auf fast alle Wiener Universitäten, auf die Technische Universität Graz und die Karl-Franzens-Universität Graz ausgeweitet. Auch internationalen Forschungseinrichtungen und innovationsgetriebenen Unternehmen steht die Initiative offen, ­ sei es als Technologiegeber oder -verwerter oder als Investor.

Zusätzlich wurde das Start:IP-Angebot stark erweitert: Stand in der Pilotphase die Identifizierung und Vermittlung von ungenutzten Entdeckungen und Erfindungen im Fokus, so bietet die Initiative nun auch Matching Days zum Finden des jeweils bestgeeignetsten Gründerteams an. In der Folge erhalten diese Teams in einem mehrstufigen Prozess eine intensive Betreuung und Beratung von INiTS. Diese erfolgt bis zum "Showdown" am Pitching Day, an dem die Teams ihre nun ausgereifte Geschäftsidee potentiellen Investoren vorstellen ­ und auf Investitionszusagen hoffen.


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