Smartphone-Sicherheit

TV-Comedy mit Security

iPhones können ganz leicht gehackt werden? Wohl eher nicht. Doch die wirklichen Sicherheitsprobleme von Smartphones werden gar nicht diskutiert.

Fabrikneue iPhones beim Warten auf einen Hacker?

Panik, Terror, Wahnsinn: "Fabrikneue iPhones" können Opens external link in new windowgehackt werden, meinen öffentlich-rechtliche Qualitätsjournalisten. Wer sich den WDR-Beitrag kritisch anschaut, wird ihn seltsam finden, denn die "Hacker" nutzen Hilfsmittel, die auf einem "fabrikneuen iPhone" gar nicht installiert sind.

Überhaupt scheint vieles auf einen Opens external link in new windowFake hinzudeuten. Eine kurze Recherche mit der Manfred-Spitzer-Gedächtnissuchmaschine ergibt für den gezeigten Zugriff auf ein iPhone folgendes mögliche Vorgehen: Erst das Gerät mittels Jailbreak aus der Apple-Monarchie herauswerfen, dann Opens external link in new windowOpenSSH für den Zugriff via Remote-Shell und schließlich Opens external link in new windowSendSMS für das Simsen an der Befehlszeile installieren.

Nun wird das mit Google leicht zu ermittelnde Standardpasswort nicht geändert und das iPhone in einem ungesicherten WLAN angemeldet. Mehr ist nicht nötig, das kann sogar meine Oma, denkt sich da der Technikenthusiast. Oder etwa nicht? Ob die eher wie ein Comedy-Team wirkenden "Sicherheitsexperten" den WDR gefoppt haben, wird sich wohl bald Opens external link in new windowherausstellen.

Echte Sicherheitsprobleme werden in den Non-IT-Medien gar nicht diskutiert. Die größte Gefahr ist nämlich nicht der mit Admin-Werkzeugen hochgerüstete Hacker, sondern der Gelegenheitsdieb, der die Gebrauchtpreise für hochwertige Smartphones kennt. Neben dem Geld für ein neues Phone sind auch alle Mails, SMS, Fotos und vieles andere futsch.

Denn wer hat schon einen Schutz für den Homescreen definiert, um nach jedem Erlöschen des Displays auf's Neue mit der Tastatur herumzuwuseln? Ich nicht, Sie nicht und etwa zwei Drittel der deutschen Handynutzer ebenfalls nicht. Nach einer Umfrage im Auftrag des Branchenverbandes Bitkom verzichten vor allem Personen über 50 Jahren auf eine solche Sicherheitsmaßnahme.

81 Prozent dieser Altersgruppe verlässt sich auf die Pin-Abfrage beim Einschalten des Handys - was in vielen Fällen noch ein klassisches Feature-Handy mit Tasten sein dürfte. Die jüngeren Nutzer sind häufiger Smartphone-Besitzer und bei ihnen nutzt immerhin jeder Zweite eine Code- oder Musterabfrage für die Entsperrung. Bei Touchscreens geht das deutlich schneller und der mögliche Schaden durch Datenmissbrauch und Geräteverlust ist natürlich ein Ansporn.

Generell ist die Einsicht der Anwender in mögliche Probleme gering: So sichern nur wenig mehr als ein Drittel der Smartphone-Besitzer regelmäßig die Daten des Geräts, obwohl dies der beste Schutz bei Diebstahl ist. Dieses Ergebnis der Opens external link in new windowInfratest-Studie im Auftrag der Telekom verweist darauf, dass die Smartphone-Anwender häufig nach dem Motto "Es wird schon nichts schiefgehen" verhalten. Da muss kein Hacker kommen und vorher heimlich einen Root-Zugriff installieren.

Bildquelle: Harald Wanetschka / Opens external link in new windowpixelio.de

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