App-Entwicklung

Überall die gleiche Benutzererfahrung

Im Interview spricht Heiko Kuhn, Principal Presales Solution Engineer der Interactive Intelligence GmbH, über seine Einschätzung des neuen Microsoft-Betriebssystems.

Heiko Kuhn, Principal Presales Solution Engineer der Interactive Intelligence GmbH

Herr Kuhn, wie schätzen Sie die Zukunft von Microsoft ein, vor allem im Mobilmarkt?
Heiko Kuhn:
Es ist natürlich noch ein wenig zu früh für endgültige Aussagen, aber die Microsoft-Philosophie eines einzelnen Systems für Desktop, Tablet und Smartphone ist attraktiv. Dies gilt nicht nur für Entwickler, sondern auch für Organisationen aller Art. Ein gutes Beispiel sind Unternehmen, die sich auf eine Zukunft einstellen wollen, in der die Mitarbeiter nicht länger ihre Aufgaben ausschließlich am Desktop erledigen, sondern auch an Smartphones und Tablets.

Ist dieser Markt nicht schon verteilt? Anders gefragt: Könnte Microsoft nicht eher zu einem zweiten RIM werden statt zu einem zweiten Apple?
Kuhn:
Microsoft tritt tatsächlich ein wenig spät zur Mobile/Tablet-Schlacht an. Dagegen lässt sich schwer argumentieren, solange Windows 8 nicht in einigen mittleren bis großen Unternehmen eingesetzt wird. Doch eines sollten wir nicht übersehen: die Dominanz von Windows auf dem Desktop. Viele Analysten glauben, dass der Rückgang bei der Entwicklung für den Desktop und der gegenläufige Aufstieg von Tablet-Apps für Microsoft in eine ähnliche Richtung weist wie bei RIM und dem Blackberry. Tatsächlich: Der Status als Weltmarktführer für Mobilgeräte ist von den Innovationen aus dem Haus Apple vollständig zerstört worden. Doch ein Punkt ist wichtig: Die Anzahl der RIM-Anwender war immer gering im Vergleich zur gigantischen Menge an Desktops mit Windows.

Aber die Entwicklung geht in Richtung Tablet, der Desktop-PC verliert langsam seine Allmacht. Wie werden sich Tablets – auch unter Windows 8 – auf dem traditionellen Desktop auswirken?
Kuhn:
Der Strom der Businessanwender, die auf Tablets und Smartphones umsteigen, wird immer breiter. Die Nutzer wünschen sich aber eine ähnliche oder sogar die gleiche Benutzererfahrung über alle Geräte hinweg. Dieses Anliegen ist der Kern der Philosophie, den Microsoft in seiner neuen Metro-Oberfläche verwirklicht. Dies kann einen sehr positiven Einfluss auf die Desktopwelt und die Anwendungen dafür haben. Wenn es Microsoft mit Metro wirklich gelingt, eine einheitliche Benutzeroberfläche für Desktops, Tablets, Smartphones und sogar Spielekonsolen zu etablieren, kann die „Time to Market” für Anwendungen sinken – ebenso die Bürde durch IT-Support.

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