10.09.2015 Spezialisten für Kopter-Versicherungen notwendig

Versicherungspflicht für zivile Drohnen

Von: Lea Sommerhäuser

Interview mit Dr. Alexander Matijevic, Inhaber und Geschäftsführer der Novadis Versicherungsmakler OHG, seit 2012 spezialisiert auf den Kopter-Markt, über die Absicherung gegen Schäden, die durch zivile Drohnen verursacht werden können

„Sobald man sich mit einem Kopter im Luftraum bewegt, besteht Versicherungspflicht“, betont Alexander Matijevic von der Novadis Versicherungsmakler OHG.

Herr Dr. Matijevic, welche Risiken bergen zivile Drohnen? Welche Schäden können sie anrichten?
Alexander Matijevic:
Zum einen können durch Abstürze oder missglückte Flugmanöver Sachen beschädigt oder Personen verletzt werden. Zum anderen besteht bei der Veröffentlichung von Fotos und Videos die Gefahr, Persönlichkeitsrechte zu verletzen und somit einen Vermögensschaden zu verursachen.

Inwieweit greift bei Schäden, die durch eine zivile Drohne verursacht werden, die private Haftpflichtversicherung des Besitzers?
Matijevic:
Bei einer rein privaten Nutzung des Kopters (sprich keine Veröffentlichung und kein Verkauf von Luftaufnahmen) gibt es einige wenige private Haftpflichtversicherungen, die eine solche Nutzung abdecken. Im Kleingedruckten ist dies allerdings genau zu prüfen: Manche Anbieter werben damit, dass Modellflugzeuge mitversichert seien. Schaut man in die Bedingungen, gilt dies in der Regel nur für Modelle ohne eigenen Motor.

Sind Drohnen-Besitzer zum Abschluss einer „Sonderversicherung“ verpflichtet?
Matijevic:
Sobald sie sich mit einem Kopter im Luftraum bewegen (auch wenn das Modell wie ein Spielzeug aussieht), besteht Versicherungspflicht. In den meisten Fällen ist ein zusätzlicher Versicherungsabschluss erforderlich, da vorhandene Verträge keine entsprechende Deckung bieten. Spätestens wenn sie ihren eigenen Kopter gegen Abstürze versichern wollen, kommen sie um eine separate Kopter-Kasko nicht herum.

Welche konkreten Versicherungsmodelle gibt es für Kopter und wo kann man sie abschließen?
Matijevic:
In Deutschland gibt es bisher nur wenige Versicherer, die sich mit seriös kalkulierten Tarifen auf das Feld der Kopter-Versicherungen wagen. In der Praxis gleicht es zudem der Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen, einen Berater oder Ansprechpartner zu finden, der sich mit dieser neuen, komplexen und sich schnell ändernden Materie auskennt.

Wie sollte man bei der Auswahl des Versicherers vorgehen?
Matijevic:
Unser Rat geht ganz klar in die Richtung, einen Spezialisten für Kopter-Versicherungen zu konsultieren, denn die Tücken ­liegen häufig im Detail bzw. in den Versicherungsbedingungen: Sind z.B. nur Flüge auf Modellflugplätzen versichert? Sind Flüge mit Kamera ausdrücklich mitversichert? Ist autonomes Fliegen versichert? ­Welche Auflagen an den Steuerer formulieren die Bedingungen? ­In ­welchen Ländern gilt die Versicherung? Als Versicherungsmakler haben wir uns seit 2012 auf den Kopter-Markt spezialisiert und stehen unseren Kunden mit Fach- und Hintergrundwissen zur Verfügung. Daneben bieten wir auch spezielle Seminare zu diesem Thema an.

Macht es bei der Versicherung einen Unterschied, ob die Drohne privat oder gewerblich genutzt wird?
Matijevic:
Ja, wobei die Abgrenzung nicht immer einfach ist. Während die meisten Nutzer z.B. das Posten von Kopter-Videos auf Youtube als private Nutzung einschätzen, sehen viele Landesluftfahrtbehörden hierin bereits eine gewerbliche Nutzung, die eine Aufstiegserlaubnis erfordert. Daher empfehlen wir grundsätzlich, für die geplante Nutzung des Kopters und die Verwendung der Aufnahmen bei der zuständigen Landesluftfahrtbehörde anzufragen, ob diese erlaubnispflichtig ist. Wenn ja, wird eine gewerbliche Kopter-Haftpflicht benötigt.


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