„Jeder, der Webseiten erstellt und betreut, wird bestätigen, dass das mobile Arbeiten nur bei einfachen Aufgaben Sinn ergibt“, betont Christof Zahneissen von eZ Systems.
Inwieweit sind die am Markt verfügbaren Open-Source-Content-Management-Systeme (CMS) bereits für die Erstellung mobiler Webseiten geeignet?
Christof Zahneissen: Grundsätzlich eignen sich alle Open Source CMS dazu, mobile Webseiten zu erstellen – doch bei weitem nicht alle können eine Mobile-First-Strategie effektiv unterstützen. In vielen Regionen greifen immer mehr Menschen über mobile Engeräte auf das Internet zu anstatt über stationäre Geräte. Viele Branchen befinden sich daher aktuell im Umbruch und müssen ihre Geschäftsmodelle an die massiv steigenden mobilen Zugriffsraten anpassen. Für Unternehmen ist eine durchdachte Mobile Strategy angesichts der Vielfalt cross-medialer Nutzungszenarien absolut essentiell. Wir verfolgen einen klaren Mobile-First-Fokus und bieten Lösungen von der Unterstützung von Responsive Design über die sogenannte App Factory bis hin zur Erstellung von nativen Apps. Darüber hinaus beschäftigen wir uns intensiv mit dem Thema Videostreaming auf mobilen Endgeräte, welches das kommende Topthema in der Medienbranche sein wird.
Wie aufwendig ist die Erstellung mobiler Webseiten mit Open-Source CMS-Lösungen?
Zahneissen: Das hängt stark davon ab, welcher Ansatz gewählt wird: HTML-Seiten, die auf dem Responsive-Design-Ansatz basieren, lassen sich kosteneffizienter und schneller umsetzen als native Apps für iOS, Android oder Windows Mobile. Responsive Design bedeutet, dass sich die Darstellung der Inhalte der jeweiligen Bildschirmfläche automatisch optimal anpasst. Webverantwortliche müssen sich daher immer die Frage stellen, was im jeweiligen Kontext wichtig ist – von der Erstellung der Texte bis hin zur Auslieferung auf mobile Endgeräte. Die Fähigkeiten des Content-Management-Systems müssen dabei stets genau evaluiert werden.
Wo findet ein Unternehmen, das die Erstellung mobiler Webseiten in Eigenregie durchführen möchte, angesichts des vorherrschenden Fachkräftemangels im Mobility-Umfeld die passenden Mitarbeiter?
Zahneissen: Die richtigen Experten zu finden ist eine schwierige Aufgabe, insbesondere wenn sowohl Expertise im CMS als auch im Mobility-Umfeld benötigt wird. Man kann den Fachkräftemangel dadurch umgehen, indem man Lösungen nutzt, die Apps auf Knopfdruck erzeugen. Wir bieten mit der App Factory ein integriertes Tool, welches Apps per Drag & Drop zusammenstellen und auf Knopfdruck für alle gängigen mobile Betriebssysteme kompilieren kann. Mobile Lösungen lassen sich so auch ohne die sonst nötige technische Expertise umsetzen und verbreiten.
Alle Welt redet derzeit über die Ausgabe von Content auf mobilen Endgeräten. Doch wie „mobil“ ist eigentlich das Backend? Sprich: Inwieweit können Redakteure Änderungen, Freigaben oder Aktualisierungen bereits per Smartphone oder Tablet vornehmen?
Zahneissen: Hier verfolgen wir eine sogenannte Touch First Strategy: Die Bedienung über Touchscreens hat erste Priorität während alle weiteren Bedienschnittstellen auf dieser Basis entwickelt werden. Das erste mobile Backend für Redakteure befindet sich bereits in der Probephase und wird mit einem der nächsten Versionen veröffentlicht. Als Mitglied unserer Community von mehr als 43.000 Experten lässt sich das Backend aktuell schon vor dem offiziellen Release testen.
Wie komfortabel ist das mobile Arbeiten?
Zahneissen: Jeder, der Webseiten erstellt und betreut, wird bestätigen, dass das mobile Arbeiten nur bei einfachen Aufgaben Sinn ergibt. Von daher liegt unser Fokus auf dem Bearbeiten von Freigaben, der Überprüfung und Korrektur von Inhalten oder Elementen, Tests, Websiteanalysen und Systemüberwachung. Gemeinsam mit unserer Community haben wir bereits vielversprechende Ideen für das mobile Backend entwickelt, deren Umsetzung wir gerade prüfen.