18.12.2013 Studie zu Mobile Commerce

Viele Onlineshops nicht für mobile Nutzung gerüstet

Von: Gesa Müller

Viele Onlineshops verschenken massiven Umsatz, weil sie ihre Angebote nicht auf mobile Zugriffe ausrichten und nur die wenigsten sind wirklich für Zugriffe mit mobilen Endgeräten (etwa per Smartphone oder Tablet) gerüstet. Zu diesem Ergebnis kam kürzlich durchgeführte Studie der UDG United Digital Group, die die 46 umsatzstärksten Onlineshops in Deutschland auf ihre mobile Präsenz in zehn Kategorien untersucht hat.

Gesamtsieger der Studie ist Amazon.de mit 20,7 von 24 möglichen Punkten, gefolgt von Otto.de mit 18,7 und Mytoys.de mit 18,6 Punkten. Das Schlusslicht bildeten Dell.de mit 12,3 Punkten. Grundlegende Erkenntnis: Nur die wenigsten Shops schöpfen die Möglichkeiten aus, die für ihren mobilen Auftritt bestehen. Besonders auffällig war die fehlende Nutzung der Möglichkeiten im Bereich Responsive Design. Hier erreichten die untersuchten Shops nur einen Durchschnittswert von 1,7 der sechs möglichen Punkte. Nur die wenigsten e-Shops verfügten beispielsweise über eine den jeweiligen Bildschirmgrößen angepasste Ansicht. Einzig Amazon, Limango und H&M nutzten Responsive Design in geringem Umfang.

Am besten bewertet wurde die Kategorie „Corporate Identity & Marke“ mit 5,9 Punkten. In fast allen untersuchten E-Shops war das Logo gut sichtbar platziert. Die Marke war in den meisten Fällen anhand Farbe, Schriftart und weiterer Designelemente sofort zu erkennen. Mit nur 3,4 von sechs Punkten schnitt die Kategorie „Nutzerkonten“ am zweitschlechtesten ab. Nur bei wenigen Anbietern, beispielsweise bei Kfzteile24.de, bei Hse24.de und Zooplus.de, blieb der Warenkorb nach dem Einloggen auch auf anderen Geräten erhalten.

Ein Bewertungskriterium: Responsive Design

Neben Responsive Design sind auch der über mehrere Geräte hinweg bestehende Warenkorb und vertrauensbildende Maßnahmen im Checkout-Prozess Kriterien, die den Kaufabschluss beeinflussen. Dies ist nur bei wenigen untersuchten Shops der Fall gewesen. Die meisten Onlineshops nutzen vertrauensbildende Maßnahmen wie Zertifizierungen, sichere Zahlungsarten und Informationen zur Rückgabe des Artikels nur auf ihrer klassischen Website. Bei den mobilen Versionen fehlen diese Informationen häufig. Dies führt zu Unsicherheiten der Nutzer und schlussendlich zum Abbruch des Kaufprozesses.

Das E-Commerce-Ranking der UDG umfasste sowohl die Online-Pure-Player, also die Händler, deren Vertrieb ausschließlich über das Internet erfolgt, als auch Multi-Channel-Händler, die mehrere Absatzkanäle nutzen. Grundlage für die Auswahl der Shops war das iBusiness-Ranking der umsatzstärksten Online-Shops 2012. Als Testgeräte wurden das iPhone 4, das iPad 1, das Nexus 4 sowie das Nexus 7 eingesetzt. iPhone und iPad waren mit dem Betriebssystem iOS 5.1.1 ausgestattet, Nexus 4 und 7 mit Android 4.1. diese stellen einen Querschnitt der am häufigsten verwendeten mobilen Geräte und der unterschiedlichen Displaygrößen dar.

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