13.07.2017 Start-up Vimcar

Vimcar: Digitales Fahrtenbuch

Von: Lea Sommerhäuser

Ein Fahrtenbuch bei privater Nutzung des Fahrzeugs regelkonform zu führen erfordert Disziplin und Zeit. Die Vimcar GmbH aus Berlin hat diesen Prozess vereinfacht: Durch die Nutzung von Fahrzeugdaten führt der Dienstwagen das Fahrtenbuch automatisiert.

  • Vimcar – Digitales Fahrtenbuch

    Der Aufwand des Fahrers soll sich auf die Verwaltung der einzelnen Fahrten beschränken.

  • Vimcar Gründerteam

    Das Gründerteam von Vimcar: Christian Siewek, Lukas Weber und Andreas Schneider. (v.l.n.r.)

  • Vimcar – Digitales Fahrtenbuch

    Aufbauend auf dem Fahrtenbuch hat das Start-up eine Software zur Verwaltung von Pool-Fahrzeugen bzw. Flotten entwickelt.

Die Gründungsidee

Ideen für Vimcar entwickelten Andreas Schneider und Christian Siewek bereits an der Universität St. Gallen, wo sich die heutigen Geschäftsführer des Start-ups kennenlernten. Inhalt des Masterstudiums war ein einjähriges Forschungsprojekt. Siewek war beim Finanzsoftware-Spezialisten Haufe Lexware und Schneider kam bei Audi erstmals mit der Automobilbranche in Kontakt. Ihm fiel auf, dass es im Bereich Mobility bessere Lösungen zur Fuhrparkvernetzung geben muss. Die großen Autobauer entwickeln nur Lösungen für ihre eigene Marke. Der Großteil der Betriebe, dessen Fuhrpark sich aus Fahrzeugen unterschiedlicher Hersteller zusammensetzt, kann damit aber nichts anfangen. Es lässt es sich schlussendlich nicht verhindern, dass effiziente Software zur Fuhrparkvernetzung von neutralen Anbietern bereitgestellt wird.

Der Mobility-Gedanke

Das Start-up will das Autofahren im geschäftlichen Rahmen grundlegend revolutionieren. Wer einen Firmenwagen gelegentlich auch privat nutzt, muss die Privatnutzung entweder nach der pauschalen und oft teuren 1-Prozent-Methode versteuern oder akribisch Buch über die einzelnen Fahrten führen. Letzteres ist wegen des Aufwandes für viele Anwender ein Albtraum. Mit Vimcars digitalem Fahrtenbuch werden die getätigten Fahrten finanzamtkonform automatisch aufgezeichnet. Der Aufwand des Fahrers beschränkt sich auf die Verwaltung der einzelnen Fahrten, die nur wenige Sekunden in Anspruch nehmen soll. Aufbauend auf dem Fahrtenbuch hat das Start-up eine Software zur Verwaltung von Pool-Fahrzeugen bzw. Flotten entwickelt. Damit wird nicht nur das einzelne Fahrzeug, sondern der ganze Fuhrpark intelligent vernetzt, heißt es.

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Der Kundenstamm

Die Wahl zwischen der Fahrtenbuch- und der 1-Prozent-Methode hat jeder Dienstwagenfahrer, der das Auto auch für private Zwecke nutzt. Fahrtenbücher lohnen sich finanziell bei überwiegend betrieblicher Nutzung, niedrigen laufenden Kosten für Kraftstoff und Kfz-Steuer oder einem hohen Brutto-Listenpreis des Fahrzeuges. Bei Pool-Fahrzeugen ist ein Fahrtenbuch in der Regel eine sogenannte Pflichtauflage. Mit dem zweiten Produkt Vimcar Fleet werden insbesondere kleinere Flotten angesprochen, die von komplizierten Enterprise-Lösungen überfordert sind. Stand heute wird Vimcar von über 4.000 Unternehmen genutzt, darunter Selbstständige, Freiberufler sowie KMUs z.B. aus der Handwerks-, Sanitär- und Pflegebranche.

Die Zukunftsvision

Das Unternehmen möchte auf dem Connected-Car-Markt, der ein Riesenpotential bietet, langfristig eine Spitzenposition einnehmen. Künftig sollen alle kleinen und mittelständischen Unternehmen ihre Aufgaben rund um das einzelne Firmenfahrzeug bzw. den gesamten Fuhrpark mitder Lösung abwickeln. Mit dem digitalen Fahrtenbuch haben sich die Berliner einen Namen gemacht, worauf sie nun aufbauen möchten. Das Fahrtenbuch werde um viele Funktionalitäten erweitert, um nach und nach alle angrenzenden Bereiche des Unternehmens rund um das Ökosystem des Firmenwagens zu digitalisieren.



Vimcar GmbH
Branche:
Steuer, Connected Car, Connected Fleet
Gründungsjahr: 2013
Gründer: Andreas Schneider, Christian Siewek, Lukas Weber
Geschäftsführer: Andreas Schneider, Christian Siewek
Unternehmenssitz: Berlin
Mitarbeiterzahl: 35

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