14.03.2017 Emotionales VR-Erlebnis

Virtual-Reality-Erotik beglückt Frauen

Interview mit René Pour, Gründer von Realitylovers, über das Potential von VR-Erotik und bisherige Mängel sowie die typischen Nutzer

  • Realitylovers hat einen VR-Erotikfilm speziell für Frauen entwickelt.

    Ausgestattet mit einer VR-Brille können nun auch Frauen in die VR-Erotikwelt eintauchen.

  • René Pour, Realitylovers

    Er hat Realitylovers gegründet: René Pour.

Herr Pour, was macht den Reiz von VR-Erotik aus?
René Pour:
Bei VR-Erotik tauchen Nutzer mithilfe einer VR-Brille in die Szene ein und haben durch die Ich-Perspektive das Gefühl, tatsächlich dabei zu sein. Das Erlebte wirkt auf diese Weise viel intensiver. Daher setzen wir bei der Produktion einen wesentlichen Schwerpunkt auf Ästhetik und sorgen dafür, dass vor Ort alles stimmt. In so einer hochintimen Situation muss der Nutzer sich wohlfühlen.

Virtuelle Realität eröffnet damit ganz neue Möglichkeiten und lädt zum Ausprobieren ein. Interessierte leben so ihre geheimen Wunschvorstellungen oder probieren etwas Besonderes aus. Mithilfe der Technik können VR-Fans auf eine ganz spezielle Art und Weise ihre Vorlieben neuentdecken.

Wie sieht die typische Zielgruppe von virtueller Erotik aus?
Pour:
Die typische Zielgruppe ist derzeit zwischen 25 und 35 Jahren alt und hat ein Interesse sowohl an Erotik als auch an Technik. Genau diese Kombination der beiden Bereiche macht VR-Erotik so spannend. Wir sind jedoch überzeugt, dass sich VR-Erotik zu einem Massenprodukt entwickelt, was die Zielgruppe deutlich vergrößern wird.

Der typische Nutzer ist auch keineswegs – wie oft vorgestellt – der ewige Single, der einsam vorm Computer sitzt. Vielmehr ist es jemand, der etwas Neues ausprobieren möchte und die Feinheiten der technischen Entwicklung für intime Zwecke einsetzt.

Inwieweit hat VR-Erotik das Potential, den Erotikmarkt zu revolutionieren?
Pour:
Wir sind uns sicher, dass VR-Erotik die Zukunft der gesamten Industrie ist. Durch das Mittendringefühl erleben die Nutzer das nächste Level des Pornokonsums. Auch wenn diese Technik die Branche nicht komplett erneuern wird, so wird sie auf jeden Fall eine tragende Säule für die ganze Industrie werden.

Was bemängeln die Nutzer derzeit noch? An welchen Stellen gibt es Verbesserungsbedarf?
Pour:
Dem technischen Fortschritt sind keine Grenzen gesetzt. Uns ist durchaus bewusst, dass die Technologie noch ganz am Anfang steht. Wir arbeiten jedoch jeden Tag daran, sowohl die Qualität der Videos zu verfeinern als auch die Möglichkeiten der Technik auszubauen.

Der nächste Schritt besteht darin, die Auflösung sowie das Sichtfeld der Filme zu erweitern und die Hürde der Anschaffung einer VR-Headsets zu minimieren. Auch die gegenseitige Abstimmung von Hard- und Software wird in Zukunft sicherlich optimiert werden. Bei der Auswahl der Videos gibt es ebenfalls Verbesserungsbedarf: Wir wollen vor allem mehr Inhalte aus der Perspektive einer Frau produzieren, um somit auch den Damen einen Anreiz zu bieten, VR-Erotik für sich zu entdecken.

Entwicklungspotential gibt es auch bei den Nischenkategorien. Auch die Darsteller sehen sich vor eine Herausforderung gestellt und müssen lernen, anders mit der Kamera umzugehen.

Jetzt sollen auch Frauen vom erotischen Virtual-Reality-Trend (VR) profitieren:

Realitylovers veröffentlichte erstmals einen Rundumfilm aus der Perspektive einer heterosexuellen Frau.


Die Produktion zeichnet sich laut Anbieter durch Ästhetik sowie gefühlvolle Szenen aus. Viele Frauen würden gerne häufiger Erotikfilme schauen, wenn sie denn sinnlicher wären und vor allem ihren weiblichen Phantasien näherkommen würden. Besonders VR-Clips, bei denen die Zuschauer das Gefühl haben, live dabei zu sein, erfordern eine sensiblere Herangehensweise. Mit dem neuesten Video will man allen Damen einen „zärtlichen Einstieg“ in die virtuelle Erotikrealität bieten.

Um sich in die virtuelle Erotikwelt zu begeben, genügen laut Anbieter ein klassisches Smartphone sowie eine VR-Brille. Damit ausgestattet erleben die Nutzer Momente direkt aus der Sicht eines Darstellers. Alle Videos sollen den neuesten technischen Standards entsprechen.


Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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