31.08.2017 Wenn sich Autos gegenseitig warnen

Vodafone eröffnet 5G Mobility Lab

In Aldenhoven hat Vodafone jetzt eine Verkehrsinfrastruktur mit frei konfigurierbarem Mobilfunknetz ausgestattet. Im Rahmen dieses neuen „5G Mobility Labs“ sollen Autos künftig in 5G-Geschwindigkeit miteinander kommunizieren können.

  • Hannes Ametsreiter, Vodafone

    Hannes Ametsreiter, CEO Vodafone Deutschland, will einen Grundstein für eine Welt mit weniger Autounfällen legen.

  • Vodafone Testing Center in Aldenhoven

    Im Testnetz lässt sich der Einsatz von Mobilfunk an Kreuzungen, auf Parkplätzen, auf der Autobahn, an Bergkuppen unter realen Wetter- und Straßenverhältnissen erproben.

Das Auto ist des Deutschen liebster Freund: Fast 63 Millionen Autos, LKW und Busse sind täglich auf deutschen Straßen unterwegs. Doch entsprechend hoch sind auch die Unfallzahlen: Rund 2,6 Millionen Mal hat es im vergangenen Jahr gekracht. Leider trotz moderner Technik noch zu oft mit tödlichem Ausgang. Wenn Autos jedoch die Fußgänger auf der Straße schon dann erkennen, wenn sie für den Fahrer noch nicht sichtbar sind, könnte das Leben retten. Vor diesem Hintergrund testen in einem neuen „5G Mobility Lab“ Vodafone, Automobilhersteller und -zulieferer sowie Wissenschaftler verschiedene Technologien, die genau dies ermöglichen sollen.

Branchenübergreifend und unter Alltagsbedingungen wollen die Partner den Straßenverkehr sicherer, komfortabler und effizienter machen. Dafür hat Vodafone das Testing-Center der RWTH Aachen in Aldenhoven mit einem frei konfigurierbaren Mobilfunktestnetz ausgestattet, was eigenen Angaben zufolge europaweit einmalig ist.

Störfälle nachstellen

In naher Zukunft soll das Testnetz dann 5G mit Geschwindigkeiten von bis zu zehn Gigabit sowie Latenzen von weniger als zehn Millisekunden bringen. Auf Basis dessen können die Automobilbranche und Wissenschaftler variable Mobilfunkszenarien im Straßenverkehr testen. Zudem sollen länderübergreifende Technologien oder Störfälle nachgestellt werden können. Autos kommunizieren dann miteinander, mit Fußgängern, mit Ampeln und mit der gesamten Verkehrsinfrastruktur. Sie schauen durch LKWs hindurch und über Bergkuppen hinweg, warnen sich in Echtzeit gegenseitig vor Blitzeis, Aquaplaning oder Unwettern und parken fahrerlos ein.

„Unser neues 5G-Labor ist die Werkstatt für den Straßenverkehr von morgen“, betont Vodafone-Deutschlandchef Hannes Ametsreiter. „Gemeinsam legen wir hier den Grundstein für eine Welt mit weniger Unfällen und ohne Stau. Autos warnen sich dann per Mobilfunk in Echtzeit vor Gefahren oder regeln die Vorfahrt.“ Desweiteren betont Prof. Ernst M. Schmachtenberg, Rektor der RWTH Aachen: „Seit 2009 betreiben wir mit dem Kreis Düren und der Unterstützung von EU, Bund und Land das ‚Aldenhoven Testing Center’. Mit der Einweihung des neuen 5G Mobility Lab haben wir nun einen elementaren Baustein dazugewonnen. Gemeinsam mit der Industrie können wir so die sichere, komfortable und vernetzte Mobilität von Morgen entwickeln."

5G-Einsatz auf Parkplätzen oder Autobahnen

In dem neuen Zentrum können Automobilhersteller und -zulieferer, Großkonzerne und Start-ups die Integration von Mobilfunk in bestehende Systeme testen und vorantreiben. Das 400.000 Quadratmeter große Testing Center bildet zahlreiche Straßenverkehrssituationen unter Alltagsbedingungen ab, heißt es in einer Pressemeldung.

Zunächst bringt Vodafone gemeinsam mit den Technologiepartnern Nokia, Huawei und Ericsson aktuelle LTE-Mobilfunktechnologien auf das Testgelände. Das Testnetz könne dabei beliebig für spezielle Szenarien eingerichtet werden. So soll in naher Zukunft 5G mit Geschwindigkeiten von bis zu zehn Gigabit pro Sekunde und Latenzzeiten von weniger als zehn Millisekunden funken. Jegliche Institution, die im Bereich der Mobilität forscht, kann die Fahrbahnabschnitte anmieten und auch den Einsatz von Mobilfunk an Kreuzungen, auf Parkplätzen, auf der Autobahn, an Bergkuppen oder unter realen Wetter- und Straßenverhältnissen erproben.

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