Zum Scheitern verurteilt

Vom vermeintlichen Trend zum Flop

Dr. Bettina Horster, Direktorin Mobile im Eco–Verband der deutschen Internetwirtschaft erklärt das Scheitern vermeintlicher Mega-Trends.

Dr. Bettina Horster, Direktorin Mobile im Eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e. V. und Vorstandsvorsitzende der Vivai AG

„Die Mobile-Branche hat noch vor kurzem große Hoffnung in fünf scheinbare Mega-Trends gesetzt, die keiner davon erfüllt hat“, sagt Dr. Bettina Horster.
Die Direktorin Mobile im Eco – Verband der deutschen Internetwirtschaft e. V.  und Vorstandsvorsitzende der Vivai AG eröffnete mit diesen Worten die 6. Auflage „Eco Mobile Business Trends“ in Düsseldorf.

Die Flops und „Slow Mover“ sind nach Einschätzung der Expertin:

  • Der Ausbau der Mobilfunknetze schreitet nicht im erhofften Maße voran. Es gibt nach wie vor funkfreie Gebiete, die Qualität mobiler Telefonate ist häufig unzureichend und der LTE-Ausbau kaum spürbar.
  • „Bring your own Device“ (BYOD) hat sich binnen kürzester Zeit vom Mega-Trend zum Mega-Flop entwickelt. Die IT-Abteilungen in den Unternehmen haben dem Anschluss „irgendwelcher Geräte“ ihrer Beschäftigten ans Firmennetz aus Sicherheitsgründen rigoros einen Riegel vorgeschoben. Offenbar hat es sich als günstiger erwiesen, den Beschäftigten firmeneigene Laptops zu überlassen statt sich dem erhöhten Sicherheitsrisikos fremder Geräte auszusetzen.
  • RFID und seit kurzem NFC sind als Hoffnungsträger für eine vielfältige Palette neuer mobiler Anwendungsgebiete gestartet. Bislang hat keine dieser Funktechnologien die in sie gesetzten Erwartungen auch nur im Ansatz erfüllt.
  • QR-Codes schienen der Renner schlechthin als Brücke zwischen der analogen und digitalen Welt. Heute sind QR-Labels zwar an vielen Stellen von der Pralinenschachtel bis hin zu Visitenkarten sichtbar, aber die Nutzung ist verschwindend gering und es steht zu erwarten, dass QR rasch wieder „aus der Mode“ kommt.
  • Mobile Payment sollte zahlreichen Marktstudien zufolge eigentlich schon im Jahr 2005 den Durchbruch geschafft haben. Bis heute haben sich diese Prognosen als Makulatur erwiesen.

Als „Auslaufmodell mit Ansage“ bezeichnet Horster herkömmliche Handys. Die Idee namhafter Hersteller, einfache Handys in großen Stückzahlen in Entwicklungsländer liefern zu können, sei nicht aufgegangen. Auch dort wolle die Bevölkerung offenbar lieber Smartphones.

Einen Trend bewertet die Mobile-Expertin allerdings umso positiver: Die mobile Machine-to-Machine-Kommunikation. Laut einer aktuellen Umfrage des Eco-Verbandes schließen sich zwei Drittel der Fachleute der Prognose an und erwarten ebenfalls den Durchbruch für die M2M-Kommunikation in den nächsten Jahren. Auf dem Eco-Kongress wurde der M2M-Teledesk als Beispiel für eine Mobile-Plattform für den Maschinenbau vorgestellt.

Bildquelle: Vivai AG

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