Heute haben wir das Internet. Aber was hat es uns gebracht? Evgeny Morozov zum Beispiel. Und Leute, die im Internet ihren Abschied vom Internet erklären.
Es gab in der Vergangenheit einige Digitaldenker avant la lettre, deren Ideen zu Bildung, Wissen und Information weit über ihre Gegenwart hinausgingen. Ein Beispiel ist der deutsche Chemiker und Nobelpreisträger Wilhelm Ostwald, der eine Weltregistratur als Generalkatalog des menschlichen Wissens forderte. (In den historischen Tiefen des Internets findet sich übrigens ein ausführlicher Aufsatz zu Ostwald.)
Ein anderer Vertreter solcher Überlegungen ist der Belgier Paul Otlet, der bereits 1934 ein weltweites Wissensnetz durch die Verknüpfung von TV, Radio, Büchern und Telefonen vorschlug. Salon und der Atlantic beschäftigen sich intensiv mit seinen Vorstellungen.
Dritter im Bunde der frühen Vordenker ist Vannevar Bush, eindeutig der bekannteste Vertreter. Hier ein Link zu seinem bekannten, aber vermutlich nicht häufig gelesenem Aufsatz "As we may think" mit dem Blogdatum "Jul 1 1945, 12:00 PM ET". Angelsächsische Nonchalance halt.
Nach der Vergangenheit zurück in die Zukunft des Internets. Die New York Times kann sie sich nur als dunkel vorstellen.
Auch für Salon ist die digitale Utopie eher eingeschwärzt. Das Blog stellt den Tod der libertären, fantastischen Großerzählung fest.
Zurück zur NYT, die sich fragt, wie sich der technologische Artentod überleben lässt. Re/Code meint: Geht schon irgendwie.
Ein paar Einzelteile der Sexobotik gibt es ja schon: Latexpuppen beiderlei Geschlechts und elektromechanische Humansüdpole. Jetzt muss nur noch jemand eine optimierte Gesamtperformance schaffen. Aber was bedeutet das für die gute alte Zweierbeziehung? fragt sich Leah Reich auf Aeon.
Wer die Texte von Evgeny Morozov in den Kulturkritikressorts deutscher Tages- und Wochenzeitungen schon vermisst hat: Big Morozov im Guardian zu Big Data.
"… so ist es ihr Recht, ja ihre Pflicht, solche Regierung abzuwerfen", meint die Unabhängigkeitserklärung der USA. Dan Gillmor hat es getan: Er ist aus der digitalen Knechtschaft ausgetreten und setzt uns im Sinne einer prästabilierten Ironie via Website und RSS-Feed davon in Kenntnis.
Dies ist die Geschichte von Android, auf Ars Technica in 4000 Worten und 4.4 Versionen erzählt.
Zum Schluss noch kurz der obligatorische Artikel zur Viele-Welten-Interpretation der Quantentheorie, nach der es auch Universen ohne solche Artikel geben soll.
Und als Bonus: Ein retrofuturistischer Film, der meinem 12jährigen Ich wohl sehr gut gefallen hätte.
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