Moderne App-Entwicklung

Was Konfigurations-Plattformen für Apps bringen

„Wir glauben, dass der Trend mehr und mehr in Richtung Konfigurationsplattformen für Apps geht, weil die Vorteile für Unternehmen auf der Hand liegen“, so Jens Stier, Geschäftsführer der Engomo GmbH. Wie die Vorteile konkret ausschauen, erläutert er im Interview mit MOBILE BUSINESS.

Jens Stier, Engomo

„Die App-Konfiguration mit Baukästen ist um ein Vielfaches schneller und einfacher als Programmieren“, meint Engomo-Chef Jens Stier.

Herr Stier, inwieweit haben Unternehmen erkannt, dass sie das eigene Geschäft mit mobilen Applikationen unterstützen können?
Jens Stier:
Unternehmen erkennen zunehmend, dass sie ihre Abläufe deutlich besser und schneller gestalten können, wenn sie mobile Applikationen einsetzen. Diese Apps ermöglichen einen Datenzugriff auf vorhandene IT-Systeme über Mobilgeräte und zwar genau dann, wenn Mitarbeiter die Informationen benötigen. Zudem ermöglichen sie es, Daten direkt zu erfassen, die dann unmittelbar in den Systemen verfügbar sind. Wie groß der Mehrwert mobiler Applikationen tatsächlich ist, erkennen viele Unternehmen erst, wenn sie eine Business-App einsetzen. Dann folgen schnell zahlreiche Ideen, welche Prozesse sich noch durch Mobilisierung optimieren lassen.

Welche Branchen sind hier (was den Einsatz von Mobile-Apps anbelangt) eher noch zurückhaltend – und warum?
Stier:
Wir haben Kunden und Interessenten aus allen Branchen – von IT-Dienstleistern über den klassischen mittelständischen Produktionsbetrieb bis hin zum Handel. Unserer Erfahrung nach hängt das Interesse für mobile Apps aber kaum von der Branche ab. Vielmehr machen wir die Beobachtung, dass die Visions- und Innovationskraft der Entscheider und Führungspersonen in den einzelnen Unternehmen entscheidend ist. Die Vorreiter zeichnen sich dadurch aus, dass Entscheider aus Fach- oder IT-Abteilungen frühzeitig erkennen, wie mobile Apps ihr Unternehmen leistungsfähiger machen können und den Weg mit Begeisterung einschlagen.

Wie gestaltet sich der derzeitige Anspruch der Business-Anwender hinsichtlich ihrer genutzten Apps? Was ist ihnen besonders wichtig?
Stier:
Für Business-Anwender ist es entscheidend, dass eine App exakt auf ihren Bedarf zugeschnitten ist. Sie muss intuitiv und ohne Schulung bedienbar sein: Im Vergleich zu den häufig komplexeren IT-Systemen im Backend ist eine App meist so einfach wie möglich gehalten. Schließlich will der Nutzer seine Aufgaben schnell und unkompliziert erledigen können.

Und welcher Trend ist hinsichtlich Programmiersprache oder App-Typ (native, hybrid...) erkennbar?
Stier:
Wir glauben, dass der Trend mehr und mehr in Richtung Konfigurationsplattformen für Apps geht, weil die Vorteile für Unternehmen auf der Hand liegen: Sie können die Apps ohne großen Investitionsaufwand selbst erstellen. Deshalb wird die Zukunft der App-Programmierung vielmehr eine Zukunft der App-Konfiguration sein. Immer weniger Menschen werden überhaupt mit App-Programmiersprachen in Berührung kommen, weil sie ihre mobilen Anwendungen einfach in einem Baukasten zusammenzusetzen.

Welche Herausforderungen bringen neue Technologien wie Wearables, Datenbrillen & Co. für die App-Entwicklung mit sich?
Stier:
Im Vergleich zum Smartphone und Tablet ändert sich die Art der Bedienung mit diesen neuen Technologien stark – teilweise sogar komplett. Daher sollte man sich vorher ein genaues Bild davon machen, was der Nutzer mit der App erreichen will, was mit dem Gerät möglich ist – und ob die Anwendung überhaupt sinnvoll ist. Wenn ich z.B. Lagerbuchungen mit einer Datenbrille durchführen will, ist das ein attraktiver Anwendungsfall, den ich mit einer geeigneten App durchaus abbilden kann. Die Herausforderung ist es, die Benutzerführung und Funktion der App an das Device anzupassen. Denn gerade bei Wearables ist die App noch viel komprimierter als auf einem Smartphone.

Wie lassen sich die Kosten bei der App-Entwicklung möglichst gering halten? Inwieweit müssen dabei ggf. Abstriche gemacht werden?
Stier:
Indem Apps nicht entwickelt, sondern mit App-Konfigurationsplattformen konfiguriert werden. App-Programmierung ist in vielen Fällen zu schwerfällig und zu teuer – und zwar nicht nur für Mittelständler mit starken Budgetzwängen, sondern für alle Unternehmen. App-Konfigurationsplattformen hingegen sind Baukästen, mit denen Unternehmen ohne Programmierkenntnisse in wenigen Tagen individuelle Apps erstellen und diese an existierende IT-Systeme anbinden können. Im Vergleich zur Programmierung ist die Kostenersparnis erheblich und Abstriche sind kaum nötig: Selbst das Design der Oberfläche kann individuell angepasst werden.

Welche Rolle spielen an dieser Stelle beispielsweise App-Baukästen bzw. -generatoren sowie auch Programmbibliotheken?
Stier:
Die App-Konfiguration mit Baukästen ist um ein Vielfaches schneller und einfacher als Programmieren. Deswegen können Unternehmen die Erstellung auch ohne Vorkenntnisse selbst übernehmen. Ein weiterer Vorteil ist die große Flexibilität: Neue oder geänderte Anforderungen setzt man mit einem App-Baukasten in wenigen Stunden um.

Wie sollte sich die Testing-Phase einer neuen App gestalten, um deren Qualität zu sichern?
Stier:
Da sich konfigurierte Apps schnell und flexibel erstellen und ändern lassen, sind die Testing-Phasen bei unseren Kunden in der Regel sehr kurz: Ausgewählte zukünftige Nutzer überprüfen, ob ihre Anforderungen an die Abläufe in der App und das Design richtig umgesetzt sind, gegebenenfalls wird nachjustiert und dann geht die App bereits in den Produktivbetrieb.

Welche Faktoren werden die App-Entwicklung Ihrer Meinung nach zukünftig stark beeinflussen?
Stier:
Wir glauben, dass es immer bessere und einfachere Möglichkeiten geben wird, Apps zu erstellen. Die native App-Programmierung wird zukünftig nur noch für wenige Programmierer im Zentrum ihrer Arbeit stehen – z.B. für diejenigen, die App-Konfigurationsplattformen entwickeln oder sehr designlastige Apps für Endkunden erstellen.

Bildquelle: Engomo

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