Überhöhte Erwartungen

Was wollt Ihr mehr?

Vor einiger Zeit war einmal mehr zu beobachten, nach welcher „Logik“ die sogenannten Märkte funktionieren: Apple meldet einen Rekordgewinn und was passiert? – Der Börsenkurs bricht ein. Als Erklärungsversuch werden dann immer die Analysten, Journalisten und Aktienbesitzer herangezogen, die eigentlich noch mehr erwartet hätten.

Erwartung, bzw. die ins unermessliche gestiegene Erwartungshaltung, ist überhaupt das Stichwort: Bei der Vorstellung der neuen Blackberry-Strategie hörte man allenthalben, dass sowohl das neue Gerät Z10 als auch die Software einige durchaus innovativen Funktionalitäten bereithielten. Doch trotzdem schwang in den Kommentaren häufig ein wenig Enttäuschung mit. Nach dem Motto: Man hätte schon noch ein wenig mehr erwartet. Auf die Nachfrage, was denn dieses Mehr hätte sein sollen, folgte dann meist ein ratloses Schulterzucken. Benannt werden konnte das „Mehr“ jedenfalls meist nicht.

Es ist ziemlich frappierend, an welche Funktionalitäten man sich als Nutzer innerhalb kürzester Zeit gewöhnen kann. Funktionalitäten, die vor wenigen Jahren noch so weit weg schienen wie Captain Future in fernen Galaxien. Diese Gewöhnung führt dann dazu, dass man bei jeder Neuvorstellung die gleichen Aha-Erlebnisse wiedererleben möchte. Doch wie oben schon gefragt: Was soll denn der nächste große Wurf sein?

Vielleicht sollten wir Anwender froh sein, wenn die Hersteller endlich damit beginnen, die Dokumentenverwaltung auf den mobilen Devices zu verbessern. Oder bessere Verwaltungs- und Sicherheitsmechanismen einbauen. Die Optimierung und Konsolidierung des Vorhandenen kann manchmal mehr wert sein als die erwartete Mega-Innovation, die dann doch niemand braucht.

Bildquelle: iStockphoto.com/dwphotos

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