App-Plattform unterstützt B2B-Kommunikation

Web-basiertes App-Framework im Einsatz

Stiebel Eltron setzt auf ein web-basiertes App-Framework. Auf Basis zukunftssicherer Technologien sollte eine Plattform geschaffen werden, welche die weltweite B2B-Kommunikation optimal unterstützt und effizient gestaltet.

Die vielfältigen Einsatzgebiete des Elektro- und Heiztechnikherstellers Stiebel Eltron bedingen eine flexible Software-Architektur über fast alle Mainstream-Plattformen und -Geräte hinweg.

Mit den Herausforderungen zu vieler heterogener Systeme bei der digitalen Partnerunterstützung kämpfte Stiebel Eltron, Hersteller im Bereich Haus- und Systemtechnik, und entschied sich 2012 für einen Radikalschlag: Alle relevanten Tools, wie z.B. Berechnungs-, Dimensionierungs- oder Auslegungsprogramme, wurden in einem modernen und einheitlichen Interface zusammengeführt und dem Innen- und Außendienst zur Verfügung gestellt.

Mobile First, Responsive und Multi-Device-fähig

Anhand dieser Herausforderungen wurde eine Reihe an Zielsetzungen erarbeitet, die mit der Entwicklung der App-Plattform bei möglichst effizientem Mitteleinsatz erfüllt werden mussten:

  • Multi-Plattform & Cross Device
    Die Kombination von heterogenen Zielgruppen und Einsatzgebieten (Innendienstmitarbeiter mit Windows-Desktop sowie Handwerker mit Smartphone im Heizungskeller) bedingt eine komplett flexible Software-Architektur über fast alle Mainstream-Plattformen und -Geräte hinweg.
  • Multi-Marken & Internationaler Einsatz
    Als international tätige Unternehmensgruppe benötigte Stiebel Eltron eine Lösung, die mit möglichst geringem Aufwand für weitere Länder aber auch für Tochtermarken eingesetzt werden kann.
  • Deployment & Maintenance
    Wert legte das Unternehmen auf eine aufwandsarme Pflege der Anwendungen. Jeder User soll auf jeder Plattform immer die aktuelle Version nutzen können und dies ohne den für klassische Lösungen notwendigen Aufwand in Entwicklung & Deployment.
  • Offline-Einsatz
    Da ein erheblicher Teil der Zielgruppe (Außendienst, Handwerker) häufig in Regionen mit nicht idealer Internetabdeckung unterwegs ist, sollten die Anwendungen über eine Offline-/Sync-Funktionalität verfügen.
  • Modularer Aufbau & Integrierbarkeit
    Die Anwendungen sollten einerseits als Standalone-Apps funktionieren, aber auch vollständig in weitere Plattformen (z.B. das Privatkundenportal oder das Partner-Extranet) integrierbar sein.

Für die Realisierung dieser Ziele holte sich Stiebel Eltron die Full-Service-Agentur Neoskop zur Hilfe. Für das inhabergeführte Unternehmen aus Hannover galt es, bei der Umsetzung der App-Plattform zwei unterschiedliche Facetten zu berücksichtigen: Auf der technischen Seite stand die Entwicklung eines modernen Multi-Plattform-Frameworks. Hinzu kam als organisatorische Komponente die Konzeption eines dreistufigen Plans, der die Einführung der Lösung strategisch mit den Unternehmensressourcen abgleicht.

Web-basiertes App-Framework

Stiebel Eltron entschied sich für ein web-basiertes App-Framework. Neoskop sorgte für Konzept und Umsetzung. Das daraus entstandene Framework besteht aus den folgenden vier Modulen:

  • Bootstrap – der Frontend-Modulbaukasten
    Auf Basis von UX-Konzeption sowie -Design entwickelte der Anbieter einen kundenspezifischen HTML-/CSS-Baukasten, in dem alle Elemente der Anwendungen in Form eines „Living Styleguides“ enthalten sind. Die einzelnen Anwendungen beziehen die notwendigen Ressourcen im jeweiligen Build-Prozess automatisiert. Das System ist responsive angelegt und kann einfach an die Designs der Tochtermarken angepasst werden.
  • Boilerplate – die Angular JS-Controller-Schicht
    Die gesamte Präsentationslogik der Anwendungen ist in einer AngularJS-Schicht implementiert. Diese greift auf die Bootstrap-Module zu und kommuniziert mit dem Rechenkern per http-Schnittstelle.
  • steCore – der Javascript-Rechenkern
    Die gesamte Rechenlogik ist in einem modular aufgebauten Rechenkern gekapselt, der komplett in Javascript realisiert wurde. Dieser ist sowohl Client-seitig (Browser) wie auch auf dem Web-Server (node.js) lauffähig.
  • Datenhaltung – Online, offline und Synchronisierung
    Auch die Datenhaltung basiert mit CouchDB auf einer Technologie, die in allen Betriebssystem-/Geräte-Kombinationen zu Hause ist. Weiterhin bietet sie die Möglichkeit der Replizierung von Datenbanken auf alle Endgeräte, womit eine zuverlässige Offline-Funktionalität inklusive Synchronisierung zwischen Webserver und Clients (z.B. Desktop, Tablet, Smartphone) möglich wird.

Auf Basis dieser Architektur wurden 2013 in der ersten Stufe die wichtigsten Anwendungen für Hauptmarkt und -marke entwickelt. Dies beinhaltet die Anwendungen „Wärmepumpen-Navigator“, „Warmwasser-Navigator“, „Heizlast-Rechner“ und „Schaltplanfinder“ für die Marke „Stiebel Eltron“.

Rollout auch für Windows

In Stufe zwei wurde eine Erweiterung auf Ländergesellschaften („Wärmepumpen-Navigator CH“) und Tochtermarken („Warmwasser-Guide“ für AEG, „Schaltplanfinder“ für Tecalor) sowie die Unterstützung weiterer Plattformen (Android und Windows Phone) umgesetzt. Diese Stufe endete mit dem Rollout der Windows-Apps, welche als Teilprojekt gemeinsam mit Mircosoft im „Microsoft Application Acceleration Program“ realisiert wurden.

Seit Jahresanfang entsteht in einer dritten Stufe die „Toolbox“, welche als „One Stop Portal“ alle Anwendungen gesammelt anbieten wird. Weiterhin dient sie als Basis für die Entwicklung umfangreicherer Anwendungen, die geschäftskritische Prozesse ablösen werden.

Der Erfolg des umfangreichen Projektes zeigt sich nicht nur in der effizienten Nutzung der Anwendungen im Arbeitsalltag von Stiebel Eltron und Partnern, sondern in diesem Jahr auch durch die Verleihung des „Best Of Mobile Awards“ für die beste B2B-Lösung (Enterprise Technologies & Platforms).

Stiebel Eltron
Firmengründung: 1924 durch Dr. Theodor Stiebel in Berlin
Mitarbeiter: ca. 3.000 weltweit
Standorte: Zwei Werke in Deutschland – Holzminden und Eschwege sowie drei internationale Fertigungsstätten. 24 Tochtergesellschaften sowie Handelsvertretungen, Vertriebsorganisationen und Vertretungen in über 120 Ländern.
Umsatz: rund 460 Millionen Euro (2013), davon rund 40 Prozent
im Ausland

www.stiebel-eltron.de

www.neoskop.de

Bildquelle: Neoskop

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