Alle wollen Powerpoint schlagen

Webapps für Präsentationen auf dem Vormarsch

Die Konkurrenz zu Powerpoint schläft nicht. Regelmäßig kommen neue Apps auf den Markt, die interessante Alternativkonzepte verwirklichen, zum Beispiel Swipe und Haiku Deck.

Was ist denn im Moment bloß los? Es sieht beinahe so aus, als käme einmal monatlich eine neue App auf den Markt, die den Ehrentitel “Powerpoint-Killer” einheimsen möchte. In diesem Monat sind gleich zwei Präsentatoren gestartet: Swipe und Haiku Deck. Beide sind noch im Betatest und haben einen ganz eigenen Ansatz für Präsentationen gefunden.

Swipe ist in erster Linie eine Hilfe bei der Live-Präsentation von “Slide Decks”, wie die Präsentationen bei dem Startup heißen. Ein solches Deck wird in der Webapp durch Einfügen von Dateien (PDF, Bilder, Vektorgrafiken und Keynote-Dokumente) oder das Einfügen einer Textdatei mit Markdown-Befehlen erzeugt. Außerdem können Videos eingefügt werden.

Keynote-Dokumente und PDFs werden seitenweise zu Sildes verwandelt, Bilder und Videos sind jeweils ein einzelnes Slide. Ein Import von Powerpoint-Dateien ist geplant. Markdown-Dokumente müssen zur Zeit extern mit einem lokalen Editor wie etwa dem Windows-Editor erzeugt werden.

Hier wäre entweder ein eigener Editor oder eine Schnittstelle zu bekannten Markdown-Editoren wie Write.App oder Simplenote sinnvoll. Ganz generell sind die Funktionen zum Bearbeiten der Slides auf ein Minimium begrenzt. Abseits von selbst erzeugten Markdown-Slides kann nur die Reihenfolge verändert werden.

Allerdings wird sich in den nächsten Monaten wohl einiges ändern, denn das Startup führt neue Funktionen nach und nach ein. Das trickreiche Layouten von Slides ist (bisher) nicht vorgesehen, der Schwerpunkt der App liegt in der Präsentation.

Mithilfe von Responsive Design kann ein Slide Deck parallel auf Desktop-PC, Notebooks, Tablets und Smartphones angezeigt werden. Die Webapp sorgt dafür, dass ein Gerät die Präsentation steuern kann und alle anderen angeschlossenen Geräte “passiv” die entsprechende Sildes zeigen.

Für diesen Zweck hat jedes Slide Deck eine öffentliche URL, mit der sich jeder Browser verbinden kann. Damit ist zum Beispiel auch eine Präsentation während einer Telefonkonferenz möglich oder sogar ein “Second Screen” für jeden Teilnehmer an einem Meeting.

Haiku Deck ist manchen Business-Anwendern des iPad schon bekannt, denn es war bislang nur eine erfolgreiche Präsentations-App, die sich durch eine sehr einfache Bedienung und grafisch hochwertige Mustervorlagen auszeichnete. Die fertigen Decks konnten dann über eine öffentliche URL präsentiert werden.

Doch jetzt gibt es auch eine Webapp, die den größten Teil des Funktionsumfangs der iPad-App besitzt. Noch während des aktuell laufenden Betatests sollen alle noch fehlenden Funktionen folgen. Allerdings: Haiku Deck besitzt nur wenige Funktionen und arbeitet mit vordefinierten, zueinander passenden Layoutoptionen.

Bilder werden entweder vom lokalen Rechner, einem Clouddienst wie Dropbox oder Flickr hochgeladen oder anhand eines Stichwortes in der Bildbibliothek von Haiku Deck gesucht. Noch nicht in der Webapp verwirklicht ist die Diagrammfunktion, mit der auf dem iPad optisch ansprechende Balken- und Tortendiagramme sowie einfache Infografiken durch die Eingabe von Daten in der app gestaltet werden können.

Die Auswahl der Layouts ist auf das absolut Notwendige begrenzt, es gibt weder große Textfelder noch Grafikrahmen. Bilder tauchen nur als Hintergrundgrafik auf. Dadurch fallen die bei Powerpoint typischen Layoutsünden nicht mehr so leicht. Die Menge der Gestaltungsoptionen ermöglicht es auch Unkundigen und Eiligen, in kurzer Zeit eine ansprechende Präsentation zu gestalten.

Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de

Links:

  • Swipe und Haiku Deck

  • Hinweise zu den Markdown-Befehlen von Swipe

  • Die Markdown-Editoren Write.App und Simplenote

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