Projekte für Mobile Devices

Wenig umfangreich

Kurzinterview mit Dr. Thomas Wendel, Personalexperte bei dem Dienstleister tw.con

Dr. Thomas Wendel, tw.con

Dr. Thomas Wendel, Personalexperte von tw.con

Herr Dr. Wendel, was sind die hauptsächlichen Beweggründe der Anwender dafür, auf externe Mobility-Nearshore-Spezialisten zu setzen und keine eigenen Mitarbeiter zu beschäftigen?
Dr. Thomas Wendel:
Projekte für Mobile Devices sind in der Regel nicht umfangreich. Entweder werden nur kleine Apps entwickelt oder reduzierte Versionen von Desktopanwendungen. Zudem sind es in der Regel nur „Einmal-Projekte“ oder zumindest solche, bei denen eine gewisse Kontinuität fehlt. Daher lohnt es sich nicht, hierfür eigene Mitarbeiter einzustellen und die Projekte werden sowieso extern vergeben. Natürlich versucht man dabei Kosten zu sparen, so dass viele Unternehmen auch Nearshore-Dienstleister in Betracht ziehen. Tatsächlich machen viele Unternehmen im Zusammenhang mit der Programmierung für Mobile Devices ihre ersten Nearshore-Erfahrungen.

Was halten Sie von der vergangenen Sommer eingeführten „Blue Card“ – eher heiße Luft oder ein probates Mittel gegen den Fachkräftemangel?
Wendel:
Die Blue Card erleichtert lediglich die formale Einwanderung hochqualifizierter Arbeitskräfte von außerhalb der EU. Sie erhöht aber nicht die faktische Attraktivität des Standorts Deutschland für Spezialisten, zumal auch derzeit viele von ihnen innerhalb der EU verfügbar sind. Das Hauptproblem bleibt unsere nicht weit verbreitete aber auch schwer zu erlernende Sprache aber auch eine mangelnde Willkommenskultur in den Unternehmen und der Gesellschaft. Außerhalb der Wirtschaftsmetropolen Frankfurt oder München ist es z.B. schon sehr schwierig sich in Englisch zu verständigen. Auch Behörden sind es anscheinend nicht gewohnt hochqualifizierte Einwanderer zu betreuen und über vielen schwebt der Generalverdacht des „Einwanderns um das Sozialsystem auszunutzen“, trotz ihrer hohen Gehälter.

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