Security-Apps

Wenn der Trojaner per SMS kommt

Malware-Entwickler sind erfinderisch und widmen sich im Moment verstärkt dem Mobilbetriebssystem Android. Doch die Abwehr schläft ebenfalls nicht.

Die Entwicklung von Malware hat erneut ein Rekordniveau erreicht, meinen die Autoren eines aktuellen Berichts von Panda Security. Auch weiterhin seien Trojaner für die meisten Infektionen verantwortlich. Außerdem zeigt der Bericht einen besorgniserregenden Anstieg von Schadprogrammen, die sich auf die Android-Plattform richten.

Tatsächlich entwickelt sich die Malware-Situation für das System ähnlich wie bei Windows: Durch die weite Verbreitung des Systems ist es für Cyberkriminelle sehr attraktiv, Schadsoftware zu entwickeln. Die relative Offenheit des Systems sorgt ebenfalls für ein stetiges Anwachsen der Malware-Apps.

Ein gutes Beispiel ist ein Trojaner, der sich im Moment nur in Südkorea und Japan ausbreitet. Laut dem IT-Sicherheitsspezialisten Doctor Web stiehlt er sensible Daten und kann sich aufgrund einer Sicherheitslücke in Android sogar vor Antivirensoftware verbergen.

Dieser spezielle Trojaner verbreitet sich über eine SMS mit einem Link zu einem Download, der den Trojaner installiert. Auch der Einsatz von alternativen Appstores ist problematisch, da hier aufgrund einer Sicherheitslücke Schadprogramme leichteres Spiel haben als im offiziellen Google Play Store.

Gegenmaßnahmen

Wer gegen solche und ähnliche Bedrohungen Gegenmaßnahmen sucht, wird im Play Store problemlos fündig. Zwei typische Beispiele sind die Lösungen der Hersteller Avira und G Data. Der Name Avira ist vor allem Windows-Anwendern bekannt, denn eine Virenscanner-Basisausstattung ist bei dem Hersteller kostenlos zu haben.

Ähnlich ist das mit der Avira Free Android Security für Privatanwender. Sie vereint Funktionen gegen Diebstahl und unerwünschte Anrufe mit Antiviren-Technologie zum Schutz vor bösartigen Apps und anderen Bedrohungen. Einmal täglich lädt die App aktuelle Virensignaturen nach und schützt somit vor neuen Bedrohungen.

Ebenfalls recht neu auf dem Markt ist die (nicht kostenlose) Sicherheits-App G Data InternetSecurity für Android. Neben dem Schutz vor Schädlingen, riskanten Apps und Gefahren beim mobilen Surfen, sichert die smarte Security-App Nutzer auch gegen Geräteverlust oder Diebstahl ab: Smartphones können wiedergefunden oder aus der Ferne gelöscht werden, um sie vor dem Zugriff durch Dritte zu schützten.

Ähnlich wie G Data bieten viele bekannte Hersteller von Sicherheitssoftware Security-Apps für Androiden an. Die meisten dieser Apps richten sich an den Endanwender und ergänzen ihre Funktionen oft um Elemente von Mobile Device Management (MDM). Unternehmen haben dagegen oft ganz andere Präferenzen bei der Sicherheit.

Mobile Zugriffe

Auch hier wächst der Markt der passenden Lösungen. Die spezialisierten Hersteller von umfassenden MDM-Lösungen rüsten ihre Lösungen immer weiter auf. So wirbt MDM-Riese MobileIron damit, Android jetzt vollständig business-tauglich gemacht zu haben. Die neueste Version seiner Lösung “MobileIron for Android“ widmet sich vor allen den Themen sichere E-Mail, Verschlüsselung und anderen Sicherheitsaspekten.

Außerdem treten immer mehr IT-Dienstleister in diesen Markt ein. Ein aktuelles Beispiel ist Unisys, die mit ihrer neuen Lösung “Unisys Stealth for Mobile” einen sicheren Zugriff von mobilen Apps auf das Rechenzentrum ermöglichen.

Benutzern erhalten damit identitätsbasierte Zugriffsrechte, die sicherstellen, dass autorisierte Benutzer nur auf Informationen zugreifen oder diese sehen können, für die sie berechtigt sind. Alle Lösungen der Stealth-Familie nutzen fortschrittliche Technologien zum Verbergen (Cloaking) und Verschlüsseln von Daten.

Mit dem Einsatz der geschilderten Software-Suiten ist Android ebensogut für den Unternehmenseinsatz geeignet wie andere Systeme. Allerdings sollten Unternehmen immer den zusätzlichen Aufwand in die Rechnung einbeziehen. Android ist leider von Hause aus eher auf Privatanwender ausgerichtet und muss deshalb erst aufwendig business-tauglich gemacht werden.

Bildquelle: Rainer Sturm / pixelio.de

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