15.06.2017 KI als Webdesigner

Wenn James ein neues Weblayout empfiehlt

Von: Ingo Steinhaus

Der Websitebutler ist da und er ist künstlich intelligent. Die KI-Anwendung „James“ hilft bei der Gestaltung von Websites.

Etwa 60 Prozent aller Kleinunternehmen weltweit haben noch keine Website, hat Google beim Durchforsten seines Suchindex herausgefunden. Das ist ein gigantischer Markt, für den der Suchmaschinenriese auch direkt ein Angebot aufgebaut hat: Google Website, mit dem sich einfache One-Pager nach dem Baukastenprinzip aufbauen lassen. Das Unternehmen hofft so, mehr Futter für seinen Suchindex zu bekommen und auch kleinere Firmen ins Web hieven zu können.

Damit reiht sich Google in die Anbieter von Homepage-Baukästen ein. Sie erzeugen auf der Grundlage einer frei wählbaren Mustervorlage eine Website zum Ausfüllen und Zusammenklicken. Eindeutiger Vorteil dieser Baukästen ist die einfache Bedienung, die technisch weniger versierte Anwender nicht überfordert. Darüber hinaus verwirklichen sie alle aktuellen Webstandards und sind im sogenannten „Responsive Design“ gehalten. Dabei passt sich die Website genau an die Displaygröße an und erscheint auf Smartphones und Tablets entsprechend optimal gestaltet.

Allerdings sind die damit erzeugten Websites häufig nicht besonders originell. Es gibt im Web tausende von Websites mit dem gleichen Layout und sehr ähnlichen grafischen Elementen. Viele Leute sind offensichtlich mit wenig zufrieden, weil ihnen das Gefühl für grafische Gestaltung fehlt. Das ist normalerweise auch kein Problem, denn dafür gibt es Experten in Webagenturen. Ihre Ergebnisse sind professionell, aber ebenso der Preis.

Websitebutler-KI übernimmt Gestaltung

Für einfache Projekte oder Aktionen mit einem sehr geringen Budget wird ein Homepage-Baukasten ausreichen. Doch für Unternehmen mit einem gewissen Anspruch an ihren Webauftritt dürfte das zu wenig sein. Für sie gibt es jetzt eine Alternative: Der Websitebutler. Er richtet sich speziell an kleinere Unternehmen und verbindet die einfache Bedienung eines Baukastensystems mit den Ratschlägen eines Design-Experten. Sie kommen allerdings nicht von einem Menschen, sondern von einer künstlichen Intelligenz mit dem Namen „James“.

Die KI-Lösung unterstützt den Gestaltungsprozess und übernimmt einer Reihe von Aufgaben, die normalerweise manuell und mit dem entsprechenden Zeitaufwand von Webdesignern ausgeführt werden müssten. James stimmt beispielsweise optische Faktoren aufeinander ab, etwa die Farben der neuen Website mit einem vorhandenen Logo.

Außerdem kann er Inhalte aus Werbematerialien automatisch extrahieren und in der Website nutzen. Dabei erkennt das System automatisch die richtigen Bildausschnitte und weiß auch, welcher am besten aussieht oder welche Website-Elemente miteinander harmonieren. Außerdem ist James lernfähig: Kundenfeedback macht das System immer intelligenter und besser.

Pflege und Wartung gehören zum Service

Die automatisierten Arbeitsschritte ermöglichen zudem einen schnellen Service. Bereits kurz nach der Buchung kann der Kunde mit einer modernen und individuell gestalteten Website rechnen. Dazu gehört auch eine kurze Online-Beratung mit einem echten, menschlichen Webdesigner, der die Ergebnisse des KI-Systems noch manuell korrigieren kann. Dadurch entsteht eine moderne Website, maßgeschneidert auf die Corporate Identity des Unternehmens.

Danach übernimmt der Dienstleister kontinuierlich und zuverlässig Pflege und Wartung, vom Austausch von Bildern, Speisekarten und Aktionen über das Einstellen von News bis hin zum Einbau von Jobangeboten. Websitebutler hat das Ziel, jede deutsche Firma ins Internet zu bringen. Der Markt ist vielversprechend und ähnlich wie von Google ermittelt. Nach Erhebungen des IT-Branchenverbands Bitkom haben fast die Hälfte (45%) der Kleinunternehmen unter zehn Mitarbeitern keine Webpräsenz.

Hinzu kommt, dass ein großer Teil der bestehenden Websites von kleineren und mittelgroßen Unternehmen inhaltlich und technisch veraltet sind - sie werden schon länger nicht mehr aktualisiert. Das ist ein großes wirtschaftliches Potenzial, das bisher noch nicht behoben ist. Denn einfach ist dieser Markt nicht, da die etwa 2,5 Millionen Firmen ohne Website eine bunte Vielfalt sind: Ärzte, kleinere Ladengeschäfte, Handwerker oder Restaurantbesitzer.

Bildquelle: Thinkstock

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