13.04.2017 Longreads für das Wochenende

Wenn Volltrottel Unternehmen ruinieren

Von: Ingo Steinhaus

Der Skandal der Woche kommt diesmal von einem Traditionskonzern: United Airlines. Auch dort gibt es halt Trottel.

Das Internet hat ein neues Hassobjekt: United Airlines. Zur Erinnerung: Das sind die Typen, die zahlende Passagiere mit körperlicher Gewalt aus ihren Flugzeugen werfen und anschließend ein paar andere Typen aus der PR-Abteilung losschicken, Dreck aufzuwirbeln und den Passagier zu diskreditieren. Longreads.com hat einen Überblick über verschiedene Artikel zusammengestellt, die diesen Fall genauer beschreiben.

Der Autor Colin Dickey beschäftigt sich ebenfalls auf longreads.com mit der seltsam indirekten, alle Verantwortung von sich weisenden E-Mail, die UA-CEO Oscar Munoz als Reaktion auf den Skandal verfasste. Für ihn ist sie ein gutes Beispiel für den "bürokratischen Stil", der Handlungen von Menschen mit der grauen Patina von Passivkonstruktionen überzieht und sie damit in zwangsläufige und unentrinnbare Ereignisse verwandelt.

Der UA-Skandal passt ganz gut zu den diversen Uber-Skandalen oder den Freizeitaktivitäten von Evan Spiegel. Der NYT-Autor Dan Lyons findet: "The tech industry has a problem with bro culture."

Es wäre sicher interessant, die Ansichten von Walt Mossberg zu diesem Thema zu erfahren. Doch das wird bald nicht mehr möglich sein, denn der (dieses Klischee sei erlaubt) Doyen des Technikjournalismus beendet seine nunmehr 26jährige Karriere als Beobachter von Technologien und Produkten. Dies hat viele Kollegen zu Porträts veranlasst, ein besonders schönes kommt von Ben Thompson.

Eine mit dem Startups ruinierenden Volltrottel verwandte Figur ist der Troll. Besonders anstrengend sind Trolle vom Typ "Wissenschaftler mit zwei Doktortiteln, einer Meinung und zu viel Zeit", hier bei der MIT Technology Review.

Was macht eigentlich Google Books, das erste Moonshot-Projekt von Google? Es existiert noch, befindet sich aber in einem recht niedrigen Orbit.

Im Zuge der Retrowelle werden handgeschriebene Briefe wieder hip, jedenfalls wenn es um die Außendarstellung von Connaisseuren geht. In Wirklichkeit verschwindet dieses Medium.

Und zum Schluss noch eine Erkenntnis: Margret Atwood hat alles schon gewusst.

Bildquelle: Thinkstock

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