Die Umklappmechanik des Lenovo Yoga 3 Pro
Die Umklappmechanik des Lenovo Yoga 3 Pro
Eine interessante Nebenfolge des wenig erfolgreichen Windows 8 ist der Aufstieg einer völlig neuen Gerätegattung: Das Hybrid-Notebook, dessen Touchscreen auch als Tablet eingesetzt werden kann. Diese Geräte gibt es zwei Varianten. Erstens Tablets mit einem angedockten Tastaturmodul, das häufig noch eine Festplatte und eine Vielzahl zusätzlicher Anschlüsse enthält. Die zweite Variante ist ein Notebook mit umklappbarem Display, das anschließend als Tablet benutzt werden kann.
Diese Form von Hybrid oder Convertible Notebook ist allerdings schon etwas älter. Erinnert sich jemand an die "Windows XP Tablet PC Edition"? Oder an "Windows for Pen Computing" von 1992? Bereits damals versuchte Microsoft, die Touch-Bedienung von Computern zu etablieren.
Hybrid-Notebooks vom Discounter
Diese Initiative ist an den Beschränkungen der Benutzeroberfläche und den wenig komfortablen Dateneingabestiften gescheitert. Einige Hardware-Hersteller versuchten zu dieser Zeit, Laptops mit drehbaren Displays zu vermarkten, bei denen die Dateneingabe mittels Stift vorgenommen wurde. Ihnen war das gleiche Schicksal wie der Tablet-Systemsoftware beschert: Sie floppten grandios.
Technische Weiterentwicklungen bei der Display-und Prozessortechnologie sorgen dafür, dass Touchscreens inzwischen Alltag sind. Und Hybrid-Notebooks sind in der Windows-Welt dabei, kleinere Notebooks mit Displays in der Größe 13 Zoll oder weniger zu ersetzen.
Bei Aldi ist der Trend schon angekommen, wodurch er automatisch Mainstream wird. Vor ein paar Wochen gab es in beiden Aldi-Ketten ein Medion-Notebook mit 11,6-Zoll-Touch-Display für knapp 400 Euro. Die Käufer bekamen für diesen recht günstigen Preis ein gut ausgestattetes X64-Notebook mit Quadcore-Celeron.
Die Leistungsdaten zeugen von Alltagstauglichkeit, denn nur die wenigsten Leute brauchen mehr. Der interne Flash-Speicher ist mit 64 GB ausreichend groß und das Gerät bietet zusätzlich im Tastaturmodul eine 500 GB-Festplatte. Auch die 4 Gigabyte Arbeitsspeicher reichen vollkommen aus.
Entscheidend ist die Qualität des Displays. Hier hat Medion-Mutter Lenovo eine hochwertige Einheit zugeliefert, mit Full-HD-Auflösung, einer ausreichend kräftigen Hintergrundbeleuchtung und einem wirklich großen Betrachtungswinkel. Das Aldi-Gerät ist auch angesichts der Anschlüsse, Multimedia-Tools und der Erweiterungsfähigkeit (MicroSD, SDHC, SDXC) ein rundum empfehlenswertes Einsteigergerät.
Allerdings hat nicht nur Medion/Lenovo ein solches Modell im Angebot. Etwas besser ausgestattet und echte Convertibles mit Umklapp-Display sind die verschiedenen Modelle der Dell Inspiron 13 7000-Serie. Sie kosten 600 Euro oder mehr, bieten dafür aber einen 13-Zoll-Bildschirm.
Auch bei Konkurrent HP gibt es Convertible-Notebooks in der XP x360-Serie. Ein gut ausgestattetes Einsteigermodell ist das HP Pavilion 13-a100n. Es hat ähnliche Daten wie die das Gerät von Dell und kostet ebenfalls knapp 600 Euro.
Highend-Boliden für Profis
Wer mindestens doppelt so viel Geld ausgeben möchte, muss dann schon zum Surface Pro 3 von Microsoft greifen. Hier ist der Bereich der Einsteigergeräte längst vorbei. Das neue Surface ist ein Highend-Bolide für Leute, die Leistung, geringes Gewicht und elegantes Design zu schätzen wissen.
Im Unterschied zu den bisher vorgestellten Geräten ist das Surface ein "echtes" Tablet mit einem 12-Zoll-Display und einer optionalen Tastatur. Trotzdem besitzt es die Leistungsdaten eines typischen Ultrabooks, arbeitet in der Spitzenversion mit einem i7-Prozessor und bietet eine Auflösung von 2160 x 1440 Bildpunkten.
Seit kurzem hat dieses Highend-Modell eine Highend-Konkurrenz bekommen: Das Lenovo Yoga 3 Pro, das bei Preisen von etwa 1300 Dollar beginnt. Zurzeit ist es in Deutschland noch nicht lieferbar, aber die Euro-Preise dürften sich lediglich durch das Währungszeichen unterscheiden.
Für diese stattliche Menge Geld bekommt der Käufer allerdings jede Menge geboten. Natürlich ist es noch dünner als der Vorgänger und es besitzt die üblichen Leistungsdaten eines Windows-Ultrabooks der 13-Zoll-Klasse. Interessant ist der Prozessor-Chip: Ein stromsparender Intel Core M 5Y70 (Dualcore, 1,1 GHz).
Ein Teil des Preisunterschieds zu den Einsteigermodellen rührt daher, denn die Konkurrenten setzen auf kostengünstige Standards-Chips, die allerdings belüftet werden müssen. Lenovo kann auf einen Lüfter verzichten, so dass die Akkulaufzeiten beeindruckend sein dürften.
Doch nicht nur die Leistungsdaten sorgen bei den Spitzenmodellen für Preise jenseits der 1500-Dollar-Schallgrenze, auch die edle Verarbeitung und die trickreiche Umklappmechanik sind nicht billig. Lenovo hat sie noch weiter verbessert, so dass es jetzt auch bei Powerusern nicht zu Ausfällen kommt.
Bildquelle: Lenovo
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