28.07.2017 Neue Smart-City-Studie

Wie smart sind deutsche Städte?

Die Umsätze im Smart-City-Markt verdoppeln sich in den nächsten Jahren auf 43,8 Mrd. Euro. Wie Städte und Bürger davon profitieren, zeigt eine aktuelle Smart-City-Studie vom Eco-Verband und Arthur D. Little.

  • Smart Cities der Zukunft

    Mit Smart-City-Lösungen lassen sich die Herausforderungen der Urbanisierung meistern.

  • Wachstum im Smart-City-Markt

    Der Smart-City-Markt wächst weltweit – und auch in Deutschland.

Der Smart-City-Markt ist in den kommenden Jahren einer der am schnellsten wachsenden Sektoren weltweit und auch in Deutschland. So lautet ein Ergebnis der Studie „Der deutsche Smart-City-Markt 2017–2022. Zahlen und Fakten“ von Eco und Arthur D. Little. Im Jahr 2017 verzeichnet dieser Sektor einen Umsatz von rund 20,4 Mrd. Euro. Bis 2022 sollen sich die Umsätze in Deutschland auf rund 43,8 Mrd. Euro mehr als verdoppeln, was einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 16,5 Prozent entspricht.

„Smart-City-Konzepte bieten Antworten auf die Herausforderungen der Urbanisierung“, betont Harald A. Summa, Geschäftsführer beim Eco – Verband der Internetwirtschaft e. V. „Dazu gehören Lösungen für zunehmende Mobilität, eine bessere Luft- und Umweltqualität und für eine alternde Bevölkerung.“ Das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) werde dabei in Form von Smart-City-Lösungen Kommunen und Bürgern die adäquate Versorgung älterer Menschen erleichtern und gleichzeitig mit smarten Verkehrskonzepten Stau und Emissionen verringern.

Herausforderungen der Urbanisierung

„Der Smart-City-Markt ist sowohl für die Internetwirtschaft als auch für Unternehmen anderer Industrien interessant“, sagt Lars Riegel von Arthur D. Little. „Deutsche Firmen müssen beginnen, entsprechende Produkte und Services mit Testkunden und Referenzprojekte auf den Markt zu bringen. Nur so werden sie bei den Mega-Projekten, wie sie bereits heute international durchgeführt werden, zum Zuge kommen. Im Ökosystem ‚Smart City’ arbeiten Unternehmen aus unterschiedlichen Sektoren zusammen. Firmen, die nicht aktiv und offen sind für Kooperationen haben keine Chance. Dies stellt Unternehmen in Deutschland vor große Herausforderungen“, betont Riegel.

Zukunftsweisende Mobilitätsstrategien, wie sie die Smart Cities Wien oder Dubai zum Teil schon umgesetzt haben, werden sich auch in Deutschland durchsetzen, prognostiziert die Studie. Der Bereich mit dem größten Marktvolumen im Smart-City-Ökosystem ist und bleibt die Transport- und Logistikbranche. Intelligente Parksysteme, reibungslose Verzahnung unterschiedlicher Verkehrssysteme und intelligentes Verkehrsmanagement sind einige der Services aus diesem Segment.

Auch der Bereich IT-Sicherheit und Netzinfrastruktur soll von großen Investitionen profitieren, nämlich von einem Umsatz von ca. 3,5 Mrd. Euro im Jahr 2017 und einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von über 13 Prozent. Gemeinsam mit dem Bereich physischer Sicherheit mit audiovisueller Überwachung, intelligenten Zugangskontrollsystemen sowie Identitätsmanagement und Gebäudeautomatisierung vereinen die oben genannten Wachstumsfelder über 65 Prozent des gesamten Smart-City-Marktes im Jahr 2017 für sich.

Smarte Infrastrukturen als Wachstumstreiber

Mit einem jährlichen Wachstum von rund 27 Prozent soll das Marktsegment Bildung besonders stark zulegen. Die Digitalisierung der Bildungseinrichtungen stehe allerdings noch am Anfang, heißt es. Hier seien sind in den nächsten Jahren hohe Ausgaben für Hardware, Software und Serviceleistungen wie Cloud-Plattformen sowie digitale Lehrinhalte zu erwarten. Hohe Investitionen sagt die Studie auch für die Gesundheitsinfrastruktur voraus. Mobile Gesundheitsgeräte wie portable Blutzuckermessgeräte treiben diese Entwicklung. Die alternde Bevölkerung werde überdies zunehmend von digitale Patientenakten und persönlichem Gesundheitsmanagement profitieren.

„Damit deutsche Städte in den kommenden Jahren im internationalen Vergleich zu führenden Smart-Cities aufsteigen, müssen sie heute enger zusammenarbeiten und einen ganzheitlichen Ansatz finden“, empfiehlt Harald A. Summa. Dafür gilt es, eine kohärente Strategie zu finden, die eine Vielzahl unterschiedlicher Smart-City-Angebote integriert – von Mobilität über Energiemanagement bis hin zu Sicherheitslösungen. Laut Studie gelingt das am besten mit einer segmentübergreifenden Smart-City-Plattform als Bindeglied aller Dienstleistungen.

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