Mobile Security: Interview mit Dr. Hans-Christoph Quelle, Secusmart

Wirksamer Abhörschutz

Im Gespräch erläutert Dr. Hans-Christoph Quelle, Geschäftsführer der Secusmart GmbH, warum die Bundesregierung in Sachen Abhörschutz eine Vorreiterrolle für die Gesellschaft einnimmt

Dr. Hans-Christoph Quelle, Secusmart

Dr. Hans-Christoph Quelle, Geschäftsführer der Secusmart GmbH

Begriffe wie „Abhörskandal“, „Lauschangriff“ und „Datensicherheit“ dominierten zu beginn des Jahres die Presseberichte. Wie reagieren Ihrer Meinung nach die Nutzer mobiler Geräte angemessen auf die Enthüllungen rund um NSA und andere Geheimdienste?
Dr. Hans-Christoph Quelle:
Die deutschen Bundesministerien und -behörden bauen im Bereich Abhörschutz ihre Vorreiterrolle ständig weiter aus. Schon früh haben sie erkannt, dass nur der Einsatz von State-of-the-Art Abhörschutzlösungen eine optimale Basis schafft, um einer ganzen Industrie diverser Abhörattacken und Spähversuchen adäquat begegnen zu können.

Sicherheitsanbieter machen sich die aktuelle Marktsituation als Geschäftschance zunutze und erweitern ihr Produktportfolio. Wie lässt sich aus der Fülle von Angeboten das Richtige herausfiltern?
Quelle:
Man sollte stets darauf achten, dass der Nutzerkomfort unter dem Bedürfnis nach hochsicherer Kommunikation nicht leidet. Sicherheit und Usability sollten sich niemals ausschließen. Nur in dieser Kombination wird Abhörsicherheit in der Öffentlichkeit überhaupt angenommen.

Welche Verschlüsselungsmethoden lassen sich derzeit noch bedenkenlos verwenden?
Quelle:
Verschlüsselung mit einer Micro-SD Karte, also Hardware-Verschlüsselung, gehört momentan zu den sichersten Abhörschutzangeboten überhaupt. Darauf vertraut auch der Bund. Denn eine Micro-SD Karte als externer Sicherheitsanker ist für das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik evaluierbar. Ein Smartphone mit mehreren Millionen Zeilen Code hingegen nur sehr schwer oder gar nicht.

Welche Maßnahmen ergreifen Sie als Anbieter um Ihre Produkte bzw. Verschlüsselungsverfahren auf den neuesten Stand gegen Spionage zu halten?
Quelle:
Wir entwickeln unsere Lösungen ständig weiter und vergrößern unser Produktportfolio, bis hin zum komplett abhörsicheren Bundessicherheitsnetz, das wir auf der Cebit 2014 vorgestellt haben. Je weniger Lücken der Abhörschutz aufweist, desto sicherer ist die Kommunikation.

Welche Empfehlung können Sie an Unternehmen aussprechen, die überwiegend mit mobilen Endgeräten arbeiten?
Quelle:
Bei der Arbeit mit mobilen Endgeräten sollte immer auch die Möglichkeit in die Entscheidungsprozesse einbezogen werden, Sprache und Daten zu verschlüsseln, um Abhörattacken vorzubeugen. Dazu ist gerade in Sicherheitsfragen die Wahl des passenden Devices eklatant wichtig.

Auf welche Art müsste hier die Regierung, die ja jüngst selbst zum „Abhör-Opfer“ wurde, reglementierend eingreifen? Ist eine Art „Bürgerpflicht zur Verschlüsselung“ denkbar?
Quelle:
Die Behörden haben schon früh erkannt, wie wichtig ein wirkungsvoller Abhörschutz ist und halten sich anhand diverser Ausschreibungen auf dem Laufenden. Über ihre Vorbildfunktion leisten sie einen wichtigen Beitrag, um innerhalb des Landes von der Notwendigkeit eines funktionierenden und wirkungsvollen Abhörschutzes zu überzeugen.

Drei Tipps, zur Absicherung von mobilen Endgeräten:

  • Lösungen müssen für IT- und Sicherheitsverantwortliche einfach administrierbar und für den Anwender benutzerfreundlich gestaltet sein.
  • Nur durch die Kombination aus Hardwaresicherheit und bedingungslosem Nutzungskomfort können mobile Endgeräte auch auf Dauer erfolgreich vor Lauschangriffen geschützt werden.
  • Eine durchgängige Sicherung (Ende-zu-Ende-Kommunikation) muss immer gewährleistet sein.

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