Das Netzwerk als Grundlage für großangelegte Smart-City-Initiativen
Große Städte müssen smarter werden um den Herausforderungen von morgen gewachsen zu sein. Chris Dyke und Christian Rannetshauser von Allied Telesis zeigen auf, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Digitalprojekte in Städten zum Erfolg werden.
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Mit dem Konzept der Smart City sollen viele Probleme der Gegenwart und Zukunft gelöst werden. Eine allgemein gültige Definition für den Begriff gibt es bislang aber nicht. Was verstehen sie genau unter einer Smart City?
Chris Dyke: Die Smart City ist eine Vision für die städtische Entwicklung, die ein intelligentes Management der Ressourcen einer Stadt in den Vordergrund stellt, um urbane Herausforderungen zu lösen. Tatsächlich stehen die meisten Städte heute einem unaufhaltsamen Wachstum gegenüber: Bis zum Jahr 2050 werden den Vereinten Nationen zufolge 68 Prozent der Weltbevölkerung in Ballungsräumen leben. Das stellt eine enorme Belastung für traditionelle Konzepte von Städten dar. Städtische Infrastrukturen wie die Energieversorgung, das Transportwesen, die Umwelt und der Wohnungsbau sind oft bereits jetzt überlastet und in schlechtem Zustand. Angesichts des rasanten Wachstums wird es immer schwieriger, soziale Einrichtungen sowie das Gesundheits- und Bildungssystem aufrechtzuerhalten. Diese Herausforderungen lassen sich nicht lösen, indem man einfach mehr Geld investiert oder eine neue Abteilung in der Stadtverwaltung schafft, die sich des Problems annehmen soll. Was wir tatsächlich brauchen, ist eine neue, intelligentere Methode, um moderne Städte zu managen.
Was sind derzeit die smartesten Städte in Großbritannien und Deutschland?
Dyke: Smart-City-Projekte gibt es unter anderem in Belfast, Birmingham, Bristol, Hull, Manchester, Glasgow und London. Zu den Projekten, wo wir von Allied Telesis selbst aktiv sind, gehört etwa die Umgestaltung der südenglischen Stadt Woking. Dort kommt unser Equipment für die Vernetzung kommunaler Standorte zum Einsatz und leistet einen wichtigen Beitrag, um etwa die elektronische Sicherheit zu erhöhen, smartes Parken zu ermöglichen und die Konnektivität von Datacentern zu verbessern. Auf diese Weise kann die Stadtverwaltung ein Hochleistungs-Netzwerk aufbauen und sich von kostspieligen und wiederkehrenden Kosten für veraltete Services mit geringer Bandbreite befreien.
Christian Rannetshauser: In Deutschland ist aktuell Hamburg die smarteste Stadt. Im Smart City Index des Bitkom belegt Hamburg 2021 zum dritten Mal in Folge den ersten Platz 1 und erreicht 88,1 von 100 möglichen Punkten. Auf Platz 2 hat es Köln mit 79,3 Punkten geschafft. Dahinter folgen Karlsruhe, München, Darmstadt, Dresden, Bochum und Freiburg. Genauer untersucht wurden für das Ranking die Bereiche Verwaltung, IT & Kommunikation, Energie & Umwelt, Mobilität und Gesellschaft. Die Bandbreite an Smart-City-Initiativen, die Städte im Alltag bereits eingeführt haben, ist beachtlich. Sie reicht von smarter Straßenbeleuchtung, die sich an den tatsächlichen Lichtverhältnissen orientiert, über Online-Bürger-Services bis zu Sharing-Angeboten für Mobilität.
Braucht es mehr öffentliches Bewusstsein und soziale Verantwortung um Smart-City-Projekte in der Praxis voranzutreiben?
Dyke: Eine aktive Beteiligung der wichtigsten Interessengruppen sowohl aus der Stadtverwaltung als auch von Seiten der Bürger ist für den Erfolg von Smart-City-Modellen entscheidend. Auch wenn das angesichts des rasanten Wachstums von Ballungsräumen und den komplexer werdenden Beziehungen zwischen den einzelnen Gruppen immer schwieriger wird, muss dennoch eine Kultur der Beteiligung unter den Akteuren gepflegt werden damit die Prinzipien einer Smart City erfolgreich sein können.
Rannetshauser: Eine weitere wichtige Voraussetzung für eine Smart City ist die Sammlung von Daten über das städtische Umfeld und die bestehenden Services. Dazu gehören Statistiken und Messwerte aus verschiedenen Quellen, etwa von der öffentlichen Verwaltung und städtischen Interessengruppen aber auch von elektronischen Sensoren, die den Normen für das Internet of Things (IoT) entsprechen. Diese gesammelten Daten sind die Grundlage für eine intelligente und verantwortungsbewusste Entscheidungsfindung der örtlichen Behörden und von städtischen Interessenvertretern.
Wird die Umsetzung von Smart-City-Konzepten dadurch erschwert, dass diese rund um die Uhr Konnektivität und Stromversorgung benötigen?
Dyke: In fast allen Fällen verbrauchen smarte Geräte viel weniger Strom als ältere Systeme. Durch Technologien wie WoL (Wakeup-on-Lan), BLE (Bluetooth Low Energy) und moderne Batterietechnologien bleiben smarte Geräte im Energiesparmodus bis sie wirklich hochfahren müssen. Indem Power over Ethernet (PoE) mittlerweile auch Geräte mit höherer Leistung unterstützt, wird einfache Konnektivität in Umgebungen möglich, in denen früher mehrere Netzteile erforderlich waren. Diese vernetzten Systeme verfügen häufig über eine eingebaute Ausfallsicherheit. Damit bleiben sie auch dann funktionsfähig, wenn die Hauptstromversorgung ausfällt, was die Systeme nicht nur effizient, sondern auch hochverfügbar macht.
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Ohne intelligente ITK-Infrastruktur kann es keine Smart City geben. Mit diesen Konzepten werden Netzwerke sicher, skalierbar, stabil und flexibel: