Circular Economy
Smartphones werden immer mehr zum zentralen technischen Gerät – sowohl privat als auch im Job. Mit steigenden Verkaufszahlen wird es umso wichtiger, endlich die Weichen für den verantwortungsvollen Umgang mit den mobilen Endgeräten zu stellen.

Es ist schließlich kein Geheimnis, dass Smartphones in der Produktion energieintensiv sind und wertvolle Ressourcen wie Gold, Kupfer, Zinn, Eisen, Nickel, Edelstahl und Aluminium verbrauchen. Zudem fällt bei der Herstellung Kohlendioxid an. Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts verursacht jedes neue Smartphone etwa 58 kg CO2, bei Tablets sind es sogar 141 kg CO2. Oft sind auch die sozialen Umstände bei der Rohstoffgewinnung auch nicht besonders fair. Im Zuge des Klimawandels und mit steigendem Bewusstsein für bessere Produktionsbedingungen sehen immer mehr Menschen das Thema kritisch und wünschen sich einen nachhaltigen Umgang mit den ressourcenintensiven High-Tech-Produkten – und das auch vom Arbeitgeber.
Das bedeutet nicht nur, dass immer mehr darauf geachtet wird, von welchen Herstellern mobile Endgeräte genutzt werden. Es stellt sich auch die Frage, was mit dem Firmenhandy passiert, wenn es nicht mehr gebraucht wird oder wenn ein Mitarbeiter das Unternehmen verlässt. Aktuell sieht die Situation in den Unternehmen so aus, dass die meisten Smartphones, egal wie neu oder alt, einfach in der Schublade der IT liegen bleiben und verstauben. Für immer. Denn der Abverkauf an Endverbraucher ist viel zu aufwändig und wenig lukrativ. Insgesamt liegen in deutschen Haushalten 200 Millionen ungenutzte Smartphones rum, die Anzahl der Geräte, die davon in Unternehmen verstauben, wagt man kaum zu schätzen.
Es gibt jedoch eine Lösung für dieses Problem: Anstatt Diensthandys für seine Mitarbeiter zu kaufen, können Unternehmen einen Service für Firmenhandys und Tablets nutzen. Damit fallen die Verantwortung und Belastung des Besitzes für Unternehmen weg und Angestellte können sich einfach auf die Nutzung konzentrieren. Phone as a Service ist die ressourcensparende und clevere Variante für Firmenhandys. Der Vorteil: Es sind nur die tatsächlich benötigten Geräte im Umlauf – und zusätzlich wird deren Nutzungsdauer nachhaltig verlängert. Das funktioniert, weil die mobilen Endgeräte einem spezialisierten Dienstleister gehören, der sich um die Einrichtung, Software-Verteilung, Updates und auch um mögliche Reparaturen, Refurbishing und Recycling kümmert. Alles rund um die Firmen-Smartphones wird zu einem Spezialisten ausgelagert und so optimiert. Auf der einen Seite entlastet dies die IT im Haus, die sich auf Wichtigeres konzentrieren kann, und auf der anderen Seite bedankt sich die Umwelt. Denn jedes Gerät, dass kaputt geht oder nicht mehr gebraucht wird, geht an den Dienstleister zurück und erhält ein zweites Leben durch Refurbishing.

Mit „Phone as a Service“ bietet beispielsweise das Berliner Unternehmen everphone ein entsprechendes Firmenhandy-Konzept an. Das Ziel: Organisationen den Aufwand rund um das Handling von Smartphones und Tablets nahezu vollständig abnehmen. Die Geräte werden vorkonfiguriert und den Anwendern komplett eingerichtet zur Verfügung gestellt. Bei der Gerätewahl sind die Mitarbeiter flexibel und können sich nicht nur Einsteiger- oder Mittelklasse-Smartphones, sondern beispielsweise auch Topmodelle – gegebenenfalls gegen eine geringe Zuzahlung – aussuchen. Im Portfolio des Phone-as-a-Service-Pioniers befindet sich auch das nachhaltig produzierte Fairphone für die Unternehmen, die ein besonderes Augenmerk auf umweltbewusste IT legen. Ein weiterer Clou in Bezug auf die Nachhaltigkeit ist, dass Mitarbeiter die Diensthandys auch privat nutzen können. Möglich wird dies durch eine Mobile-Device-Management-Software und Dual-SIM. Daten und Rufnummern werden damit sauber und DSGVO-konform in privat und geschäftlich getrennt. Der Ansatz sorgt also dafür, dass Angestellte privat kein weiteres Gerät mehr brauchen, was die Geräteanzahl de facto halbiert. Gleichzeitig werden fast alle (95 Prozent) Geräterückläufer von everphone wiederaufbereitet – Stichwort „Refurbishing“ – und erneut genutzt. Der Lebenszyklus wird verlängert und damit die Umwelt geschont.
Allein in Deutschland werden pro Jahr rund 22 Millionen Geräte neu gekauft, weltweit sind es sogar deutlich mehr als eine Milliarde Smartphones. Eine Zahl, die in Anbetracht des Klimawandels reduziert werden sollte – und auch deutlich reduziert werden kann. Denn die technische Leistungsfähigkeit lässt es zu, dass Geräte nicht schon nach zwei, drei Jahren ausrangiert werden müssen. Daher ist der Circular-Economy-Kreislauf gleich aus mehreren Gründen nachhaltiger: Er sorgt für längere Nutzungsdauern, reduziert die Geräteanzahl und Angestellte in Unternehmen können auch fair produzierte Geräte wählen. Das bedeutet auch, dass sich im Unternehmen nur noch Geräte befinden, die tatsächlich genutzt werden. Ein Gewinn für die Arbeitgeber, Mitarbeiter sowie natürlich auch die Umwelt. Und: Die IT kann endlich ihre mit Altgeräten gefüllten „Giftschränke“ leeren.